Tuning - aber sicher

Verwirklichen Sie Ihre eigenen Ideen am Fahrzeug

Bei nachträglichen baulichen Veränderungen an Fahrzeugen, wie

  • Tieferlegung
  • Anbau von Anhängekupplungen und Spoilern
  • Verwendung von Sonderrädern und Sportauspuffanlagen
  • Chiptuning
  • Einsatz anderer Scheinwerfer
  • Anbringen von Folien an Seitenscheiben

ist eine Änderungsabnahme erforderlich.
Nach dieser Prüfung wird in Ihre Fahrzeugpapiere eingetragen, dass die veränderten Teile ordnungsgemäß angebaut sind und die Betriebserlaubnis nicht erlischt.
Als Fahrzeughalter müssen Sie für eine erfolgreiche Änderungsabnahme entsprechende Prüfzeugnisse vorlegen, wie

  • Teilegenehmigungen (ABE, ABG, EG, ECE)
  • Teilegutachten eines akkreditierten Technischen Dienstes

Bestimmte Änderungen können in der nationalen (ABE) oder internationalen Genehmigung (EG-Typgenehmigung) für das jeweilige Fahrzeug bereits bewilligt sein.
Änderungsabnahmen können Sie bei uns im gesamten Bundesgebiet durchführen lassen, ohne an eine Vorführung bei einer Technischen Prüfstelle gebunden zu sein.
Fehlt ein Prüfzeugnis und ist die Betriebserlaubnis erloschen, so muss ein Gutachten zur Erteilung einer Einzelbetriebserlaubnis erstellt werden. Diese Prüfung kann nur von einem amtlich anerkannten Sachverständigen (aaS) der Technischen Prüfstelle (TP) für den Kraftfahrzeugverkehr abgenommen werden. Mit der Aufgabe der TP sind in Berlin und in den neuen Bundesländern unsere DEKRA Standorte beauftragt.
Hersteller von Fahrzeugteilen und Hersteller, die serienmäßig Änderungen von Fahrzeugmerkmalen oder Fahrzeugeigenschaften wie Aufbauten und Umbaumaßnahmen vornehmen, können Teilegutachten erstellen lassen. Die Prüfungen werden durch unser DEKRA Automobil Test Center auf Basis der durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erfolgten Akkreditierung durchgeführt.

Bodenfreiheit bei Tieferlegung

In der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gibt es keine expliziten Vorschriften über die Bodenfreiheit von Fahrzeugen. Damit gelten die allgemeinen Vorgaben des § 30 StVZO in Verbindung mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie den heutigen Standards aus Fahrzeugtechnik und Straßenbau.

Beim verkehrsüblichen Fahrbetrieb, auch beim Überfahren einer Bodenwelle, eines Schlagloches, eines abgesenkten Bordsteines oder einer Prüfgrube, Hebebühne oder anderer Hindernisse dürfen Fahrzeuge und Verkehrseinrichtungen (in Parkhäusern, Auffahrten, Baustellen) nicht beschädigt werden.

Zur Orientierung schlagen sachverständige Gremien beim Bundesverkehrsminister für Verkehr folgende Richtwerte (VdTÜV- Merkblatt 751) vor: Ein tiefer gelegtes Fahrzeug mit vollem Kraftstofftank und mit einem Fahrer besetzt, muss ein Hindernis von 800 mm Breite und einer Höhe von 110 mm mittig überfahren können, ohne es zu berühren.

Unter diesen Voraussetzungen kann davon ausgegangen werden, dass im normalen Straßenverkehr keine Beschädigungen eintreten. Abweichungen sind in begründeten Einzelfällen möglich. In solchen Fällen haben sowohl Fahrer als auch Fahrzeughalter die Verantwortung für den verkehrssicheren Betrieb des Fahrzeugs. Denn das bei einer beschädigten Ölwanne austretende Öl auf der Fahrbahn kann zu einer unmittelbaren Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer führen.

 


Bei Chiptuning auf Qualität achten

Die Leistungssteigerung von Motoren mit dem sogenannten Chiptuning ist generell möglich. Die erforderliche Einzelabnahme des Fahrzeugs ist jedoch mit hohem finanziellen Aufwand verbunden, für

  • Abgasgutachten
  • Fahrwerktechnisches Gutachten (hierbei insbesondere Begutachtung der Bremsanlage)
  • Prüfung auf dem Leistungsprüfstand

Wir empfehlen Ihnen deshalb, nur einen genehmigten Bausatz mit Gutachten zu erwerben.

Grundsätzlich gilt, dass Änderungen am Fahrzeug, die zu einer Verschlechterung des Abgas- und Geräuschverhaltens führen oder andere Verkehrsteilnehmer gefährden könnten, ein Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs nach sich ziehen.

Bitte berücksichtigen Sie darüber hinaus, dass derartige Leistungssteigerungen die Lebensdauer des Motors maßgeblich beeinträchtigen können. Außerdem kann der Fahrzeughersteller bei eintretenden Schäden jegliche Ersatzansprüche ablehnen, falls er der Veränderung nicht zugestimmt hat.

Eine Leistungsänderung ist auch umgehend der KfZ-Versicherung mitzuteilen, da sich diese auf die Höhe des Versicherungsbetrages auswirken kann.

 


Unterbodenbeleuchtung nicht erlaubt

Beleuchtungseinrichtungen an Fahrzeugen, die unzulässig oder falsch angebracht sind, führen vor allem bei Nacht zu verwirrenden Signalbildern. Das kann zu starken Veränderungen des zulässigen Signalbildes und damit zu Fehleinschätzungen oder Gefährdungen im Straßenverkehr führen. Bei Polizei-Kontrollen können derartige Beleuchtungseinrichtungen mit einem Verwarn- oder Bußgeld geahndet werden.

Lichttechnische Einrichtungen, die nicht zulässig sind oder die falsch oder in unzulässiger Anzahl am Fahrzeug verbaut sind, gelten als erheblicher Mangel (EM) bei der Hauptuntersuchung. Die Prüfplakette kann in diesem Fall nicht zugeteilt werden.

Sie vermeiden Kosten und Aufwand, wenn Sie alle nicht zulässigen oder falsch angebrachten leuchtenden Einrichtungen an und in Fahrzeugen, auch wenn sie nicht funktionsfähig sind, entfernen. Im Wesentlichen betrifft das:

  • Beleuchtete Firmenschilder
  • Gelbe Leuchten/Rückstrahler, nach vorne wirkend
  • Beleuchtete "Michelin-Männchen"
  • Namensschilder/Symbole mit (umlaufenden) Licht
  • Punktstrahler mit blauem oder andersfarbigem Licht

Fordern Sie unsere Informationsbroschüre an: Lichttechnische Einrichtungen an Kraftfahrzeugen und deren Anhängern. Bei Fragen stehen Ihnen unsere Prüfingenieure gerne zur Verfügung.

Hinweis zur Unterboden- bzw. Unterflurbeleuchtung

In der StVZO (§ 49a Abs.1) ist festgelegt, dass an Kraftfahrzeugen und ihren Anhängern nur die vorgeschriebenen und zulässigen lichttechnischen Einrichtungen angebracht sein dürfen.

Fachgremien haben sich mit dem Thema Unterbodenbeleuchtung beschäftigt und folgende Ergebnisse zusammengefasst:

  • Die Unterflurbeleuchtung verändert das Signalbild des Fahrzeugs.
  • Die Unterflurbeleuchtung erzeugt unnötige Aufmerksamkeit und kann andere Verkehrsteilnehmer irritieren.
  • Bei nasser Straße könnte es zu einer direkten Reflektion des Lichtes kommen, sodass durch den direkt reflektierenden Anteil andere Verkehrsteilnehmer mehr als unvermeidbar behindert oder belästigt werden können.
  • Das von der Unterflurbeleuchtung erzeugte Licht hat eine unbestimmte und nicht definierte Signalwirkung und wirkt deshalb verwirrend.

Begutachtungen im Rahmen von § 19 (2) StVZO bzw. Änderungsabnahmen nach § 19 (3) StVZO können demnach nicht positiv abgeschlossen werden; diese Aussage trifft auch auf Fahrzeuge bei ausgeschalteter Zündung zu.

 


Folien nicht an Frontscheibe kleben

Bei Folien auf Scheiben aus Sicherheitsglas handelt es sich nach § 22a StVZO um Einrichtungen, die in einer amtlich genehmigten Bauart ausgeführt sein müssen.

1. Glasklare Folien:

Sind an der Innenseite von Fahrzeugscheiben zulässig, jedoch:

  • Nicht an der Windschutzscheibe.
  • Nicht an vorderen Seitenscheiben (innerhalb des 180°-Sichtfeldes des Fahrers). Es sei denn, der in der Allgemeinen Bauartgenehmigung (ABG) ausgewiesene Verwendungsbereich lässt die Aufbringung unter bestimmten Bedingungen auch an diesen Scheiben ausdrücklich zu.

Da auch eine glasklare Folie die Lichtdurchlässigkeit einer Scheibe vermindert, sind bestimmte Einschränkungen zu beachten:

  • Keine Anbringung an getönten vorderen Seitenscheiben.
  • Ein bestimmtes Maß der Scheibendicke darf nicht überschritten werden.

Um die Einhaltung aller Bedingungen sicherzustellen, ist speziell für das Anbringen an den vorderen Seitenscheiben eine Änderungsabnahme gem. §19 (3) StVZO erforderlich. Die Gültigkeit der entsprechenden ABG ist hierfür von einer Anbauabnahme abhängig.

2. Getönte Folien:

Sind an der Innenseite von Fahrzeugscheiben zulässig, die für die Sicht des Fahrzeugführers nicht von Bedeutung sind, jedoch

  • Nicht im nach vorne gerichteten 180°-Sichtfeld des Fahrers (Windschutzscheibe, vordere Seitenscheiben).
  • Nicht an Notfenstern, die durch Zerschlagen der Scheibe geöffnet werden müssen.

In allen bisher vom Kraftfahrt-Bundesamt erteilten Bauartgenehmigungen für getönte Folien auf Scheiben von Kraftfahrzeugen findet sich deshalb sinngemäß folgender Hinweis: Getönte Folien dürfen zum nachträglichen Aufbringen an der Innenseite von Fahrzeugscheiben, die für die Sicht des Fahrzeugführers nicht von Bedeutung sind, angeboten werden.

Bei Aufbringen getönter Folien an der Heckscheibe wird ein zweiter Außenspiegel gefordert.

 


Regeln für Umrüstung auf Xenonlicht

Eine Umrüstung auf Xenonlicht (Gasentladungslampen) ist nur zulässig, wenn bestimmte Bedingungen laut § 50 Abs. 10 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) erfüllt sind. Kraftfahrzeuge mit Scheinwerfern für Fern- und Abblendlicht, die mit Xenonlicht ausgestattet sind, müssen demnach ausgerüstet sein mit:

  • Einer automatischen Leuchtweitenregulierung
  • Einer Scheinwerferreinigungsanlage
  • Einem System, welches sicherstellt, dass auch bei Fernlicht das Abblendlicht ständig eingeschaltet bleibt.

Die Scheinwerfer müssen für Gasentladungslampen geeignet und in amtlich genehmigter Bauart ausgeführt und gekennzeichnet sein. In Zweifelsfällen sollten Sie unbedingt Kontakt mit unseren Sachverständigen oder Prüfingenieuren aufnehmen. Das ist an allen DEKRA Standorten in ganz Deutschland möglich.