Erst gurten, dann starten – diese Regel nehmen nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen rund 94 Prozent aller Pkw-Fahrer ernst. Im Lkw ist das Anlegen des Sicherheitsgurts dagegen noch längst keine Selbstverständlichkeit. Obwohl seit 1992 auch für Nutzfahrzeuge die Gurtanlegepflicht gilt, gab bei einer Umfrage mehr als jeder dritte Lkw-Fahrer an, den Sicherheitsgurt im Lkw nie anzulegen. Setzen sich Lkw-Fahrer jedoch in einen Pkw, ist für über 90 Prozent der Gurtklick selbstverständlich.
Im Lkw ist der Gurt unbequem oder er schränkt die Bewegungsfreiheit zu sehr ein. Diese Ansicht vertritt zumindest knapp die Hälfte aller Befragten. Jeder achte Lkw-Fahrer ist sogar der Ansicht, dass der Gurt im Lkw eher schadet als schützt, und jeder zehnte ist der Meinung, Anschnallen im Lkw sei lächerlich.
Über die Gurtanlegepflicht im Lkw waren der Umfrage zufolge 16 Prozent der Befragten nicht informiert. Mehr als jeder zweite Fahrer hatte davon aus der Presse erfahren, mehr als jeder vierte bei Verkehrskontrollen durch die Polizei. Ebenfalls etwa jeder vierte Befragte war im Fuhrpark oder bei der Fahrerbesprechung über die Gurtanlegepflicht in Kenntnis gesetzt worden.
Bei Beobachtungen des fließenden Verkehrs hat die DEKRA Unfallforschung festgestellt, dass die Gurtanlegequoten in Liefer- und Lastkraftwagen noch deutlich schlechter sind als das Ergebnis der Umfrage.
Unter dem Dach des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) startete die gemeinsame Lkw-Gurt-Kampagne „Hat's geklickt“ für Lkw-Fahrer mit einer Vielzahl von DVR-Mitgliedern und Partnern aus Industrie, Medien und Verbänden, darunter DEKRA. Die Kampagne greift Argumente aus jüngsten Befragungen von Lkw-Fahrern auf und platziert gezielt Gegenargumente aus Sicht der Unfallforschung.