Pressemitteilung

DEKRA begrüßt Empfehlung des 54. Verkehrsgerichtstags

Mehr Verkehrssicherheit durch MPU ab 1,1 Promille

DEKRA begrüßt die Empfehlung des 54. Verkehrsgerichtstages in Goslar an den Gesetzgeber, ab einer Grenze von 1,1 Promille Blutalkoholkonzentration (BAK) grundsätzlich eine MPU anzuordnen. Derzeit liegt der verbindliche Wert bei 1,6 Promille, in manchen Bundesländern aufgrund richterlicher Entscheidungen bei 1,1 Promille. Diese neue, verbindliche Grenze brächte einen deutlicher Gewinn an Verkehrssicherheit, sie entspricht dem aktuellen Stand der Wissenschaft und passt sich der herrschenden Rechtsprechung an, so die Experten von DEKRA.
 
 „Schon ab 1,1 Promille ist das Risiko, einen Verkehrsunfall zu verursachen zehnmal höher als bei einem nüchternen Fahrer, mit 1,6 Promille mehr als 25mal so hoch“, begründet Dr. Karin Müller, Verkehrspsychologin und Leiterin des Bereichs „Mensch und Gesundheit“ bei DEKRA. „Bei Unfällen mit Personenschäden sind Fahrer mit solch hohen Blutalkoholwerten überproportional häufig vertreten. Bei diesen Fahrern besteht generell ein begründeter Verdacht auf ein gefährliches Trinkverhalten, und es besteht eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit.“

Aktuell ist die Fahreignungsbegutachtung – die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) – für Autofahrer ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille zwingend vorgeschrieben. Gerichtsurteile erlauben jedoch schon bei einer Konzentration zwischen 1,1 und 1,6 Promille im Einzelfall die Anordnung einer MPU. In den einzelnen Bundesländern wird dies unterschiedlich gehandhabt.

Die Bürger sprechen sich laut Umfragen mehrheitlich für strengere Alkohol-Grenzwerte im Verkehr aus. So waren beispielsweise bei einer DEKRA Umfrage unter 1.350 Personen, die zur Hauptuntersuchung in eine DEKRA Niederlassung kamen, über 85 Prozent für eine deutliche Absenkung der MPU-Grenze.

Auf dem Verkehrsgerichtstag, der jährlich in Goslar stattfindet, beraten Juristen und Verkehrsexperten über gesetzliche und rechtliche Fragen des Verkehrswesens und geben Empfehlungen an den Gesetzgeber.


Pressekontakt:
Tilman Vögele-Ebering
Telefon +49.711.7861-2122

zurück zur Übersicht