Pressemitteilung

Mehr Sicherheit durch globalen Dienstleistungsverbund:

DEKRA schafft Netzwerk für Digitalisierung

DEKRA schafft Netzwerk für Digitalisierung

Stefan Kölbl, Vorsitzender des Vorstands DEKRA e.V. und DEKRA SE

  • Systematischer Ausbau des Serviceportfolios in Asien und Europa 
  • Sechs neue Prüflabore für das Internet der Dinge
  • Umsatz 2016 um 6,7 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro verbessert
  • Betriebsergebnis um 9,7 Prozent auf 220 Millionen Euro gesteigert
  • Zahl der Beschäftigten um rund 2.700 auf über 39.000 erhöht
 
Durch den weiteren Ausbau ihrer globalen Aufstellung und das breite Angebot an digitalen Sicherheitsdienstleistungen ist die internationale Expertenorganisation DEKRA auch im Geschäftsjahr 2016 deutlich gewachsen. Der Umsatz legte um 6,7 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) konnte um nahezu zehn Prozent auf mehr als 220 Millionen Euro verbessert werden. Die Anzahl der Beschäftigten stieg bis Ende 2016 um rund 2.700 auf insgesamt 39.357. Seit nunmehr 13 Jahren verzeichnet die Expertenorganisation der TIC-Branche (Testing, Inspection, Certification) kontinuierlich Zuwächse bei Umsatz, Ergebnis und Mitarbeiterzahlen. Wie DEKRA am Mittwoch vor Journalisten in Stuttgart mitteilte, profitierte das Unternehmen auch 2016 von der weltweit steigenden Nachfrage nach Sicherheit: „Die positive Entwicklung wird sowohl von der Digitalisierung getrieben als auch von generell steigenden Ansprüchen nach Sicherheit“, erklärte der DEKRA Vorstandsvorsitzende Stefan Kölbl. „Vernetzt oder digital – auf jeden Fall sicher. Dafür engagieren wir uns. Wesentlicher Teil unserer Strategie ist es deshalb, unsere weltweite Präsenz als Prüf- und Zertifizierungspartner auszubauen.“
 
So wurden seit Anfang 2016 im Wachstumsfeld des Internets der Dinge alleine sechs neue Prüflabore eröffnet. Im Fokus stehen dabei neben vernetzungsfähigen Konsumgütern vor allem Automobilkomponenten für das vernetzte Fahren sowie neue Services rund um Industrie 4.0. Nach dem guten Lauf 2016 sieht sich DEKRA auf gutem Weg, die strategische Vision zu erfüllen, bis zum Jahr 2025 der globale Partner für eine sichere Welt zu werden.
 
Die Herausforderungen rund um die Sicherheit der Menschen im Umgang mit Technik sind weltweit weiter sehr groß – nicht zuletzt durch neue Risiken, die mit der Digitalisierung der Mobilität, der Arbeitswelt und des häuslichen Umfelds verbunden sind. „Unsere Vision 2025, in den drei Lebensbereichen im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause zum globalen Partner für eine sichere Welt zu werden, ist aktueller denn je“, so DEKRA Chef Kölbl. „Im Verkehr geht es darum, sichere Mobilität unter den neuen Vorzeichen des vernetzten und autonomen Fahrens zu schaffen. Die Arbeitssicherheit steht angesichts der wachsenden Rolle von Robotern vor großen Aufgaben. Und auch im Smart Home spielt sichere Konnektivität eine entscheidende Rolle.“
 
Auf diese Herausforderungen stellt sich DEKRA durch organisches Wachstum und strategische Zukäufe ein. Im Geschäftsjahr 2016 bildete die Integration zuvor übernommener Unternehmen im Bereich des Internets der Dinge einen Schwerpunkt. Einheitlich unter der Marke DEKRA bietet die Expertenorganisation nunmehr ihre State-of-the-Art-Prüf- und Zertifizierungskompetenzen rund um Mobilfunk- und Drahtlostechnologien an. „Als Prüfdienstleister im Geschäft rund um das wichtige Thema Konnektivität zählen wir bereits zu den Top-5-Anbietern in der Welt“, sagte Stefan Kölbl. „In jeder Phase der Produktentwicklung bis hin zur Marktreife bieten wir unseren Kunden integrierte Services von der Produkt- und Materialprüfung über Zertifizierungen bis hin zu sicherer Konnektivität.“
 
Auf die Weiterentwicklung der Mobilität und die damit einhergehende Vernetzung von Kraftfahrzeugen hat DEKRA mit dem Ausbau seines internationalen Prüfnetzwerks rund um das Internet of Vehicles (IoV) reagiert. Allein in Asien wurden 2016 fünf neue Labore eröffnet. Im Januar 2017 kam ein weiteres in Hsinchu (Taiwan) hinzu. „Als bisher größtes Labor rund um das vernetzte und elektrische Fahren spielt Hsinchu eine Schlüsselrolle beim Ausbau unserer Rolle auf dem automobilen Prüfmarkt“, erläuterte Stefan Kölbl. Automobilzulieferer und Ersatzteilhersteller können dort beispielsweise die Konnektivität und elektromagnetische Verträglichkeit ihrer Produkte prüfen und zertifizieren lassen.
 
DEKRA Automotive: Spurtreues Wachstum 
Zum Erfolg des DEKRA Konzerns hat DEKRA Automotive auch im Geschäftsjahr 2016 maßgeblich beigetragen. Der Umsatz stieg um 5,8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Dazu kamen fast 150 Millionen Euro aus periodischen Industrieprüfdienstleistungen in Deutschland, die von der DEKRA Automobil GmbH erbracht werden. Auch die DEKRA Automobil GmbH in Deutschland legte insgesamt zu: Ihr Umsatz wuchs um 3,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Darin spiegeln sich Erfolge im Kerngeschäft mit Fahrzeugprüfungen und Gutachten. So konnte etwa im Prüfwesen die Position als Marktführer mit elf Millionen Prüfungen und rund 34 Prozent Marktanteil gefestigt werden. Darüber hinaus wurde die Marktstellung bei wiederkehrenden Industrieprüfdienstleistungen in Deutschland weiter ausgebaut. So liegt beispielsweise der Marktanteil im Geschäft mit Aufzugprüfungen inzwischen bei über zehn Prozent. 
 
International hat DEKRA Automotive ebenfalls die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Nach dem Auf- bzw. Ausbau des Prüfstellennetzwerks in Bulgarien,  Schweden und den USA entwickelte sich die Zahl der Prüfungen im Geschäftsjahr 2016 positiv. Damit festigte DEKRA seine Position als Weltmarktführer mit jährlich rund 26 Millionen Fahrzeugprüfungen. Darüber hinaus erfolgte der Einstieg in weitere Märkte wie Portugal und Luxemburg.
 
Im Kontext der Digitalisierung hat DEKRA im Geschäftsjahr 2016 zudem das Thema „Verkehrssicherheit 4.0“ vorangetrieben. „Angesichts der rasanten Entwicklung bei elektronischen Assistenzsystemen und der Vision des automatisierten Fahrens muss sich auch die Fahrzeugüberwachung weiterentwickeln“, so Stefan Kölbl. DEKRA setzt sich deshalb für verbindliche Regeln ein, nach denen die Hersteller den Zugriff auf sicherheitsrelevante Fahrzeugdaten ermöglichen sollen. „Prüforganisationen müssen auf dem aktuellen Stand von Software-Updates sein. Denn über Software-Updates seitens der Autohersteller können sicherheitsrelevante Systeme verändert werden“, erklärte der DEKRA Chef. „Wir wollen als unabhängiger Dritter dazu beitragen, digitale Wild-West-Szenen im Straßenverkehr zu vermeiden.“
 
Zusätzlich zur Auslesung der Fahrzeugdaten forderte DEKRA in punkto Umweltschutz seit mehreren Jahren die Wiedereinführung der Endrohrmessung bei der Abgasuntersuchung, um Manipulationen zu erkennen. Anfang 2017 hat das Bundesverkehrsministerium eine Verordnung angekündigt, nach der die Abgasmessung am Auspuffendrohr wieder verpflichtend eingeführt werden soll. „Wir begrüßen diese Initiative, denn die Endrohrmessung kann einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung vor allem in den Innenstädten leisten“, erklärte Stefan Kölbl. „Dadurch werden manipulierte Fahrzeuge aufgedeckt.“
 
Um die Feinstaubbelastung zu senken, startete DEKRA im März 2017 zudem einen groß angelegten Versuch zusammen mit der Stadt Stuttgart und Straßenreinigungsspezialisten. Durch die regelmäßige und intensive Straßenreinigung soll ein hoher Anteil der gröberen Partikel beseitigt werden. Denn nur sechs Prozent des Feinstaubs entstehen durch Abgasemissionen, aber 31 Prozent durch den Abrieb von Reifen und Bremsen sowie Aufwirbelung. DEKRA begleitet den Versuch mit umfangreichen eigenen Messungen und labortechnischen Analysen. 
 
DEKRA Industrial: Anhaltende Expansion
Ein Umsatzwachstum von 5,6 Prozent auf 851 Millionen Euro erzielte das Geschäftsfeld DEKRA Industrial im Geschäftsjahr 2016. „In einer hochtechnologisierten und zunehmend digitalen Welt sind wir als unabhängige Prüforganisation erfolgreich, weil wir nach anerkannten Methoden und Standards prüfen und für Sicherheit sorgen“, sagte Stefan Kölbl.
 
Die hohe Akzeptanz von DEKRA im digitalen Umfeld unterstreichen mehrere Neuakkreditierungen in der Service Unit Produktprüfungen und -zertifizierungen. So wird DEKRA künftig im Auftrag der Wi-Fi Alliance Prüfdienstleistungen rund um den Mobilfunkstandard LTE-U erbringen, damit Wi-Fi und LTE-U störungsfrei nebeneinander bestehen. In Nordamerika wurde DEKRA zudem zum Telecommunications Certification Body und zum ersten akkreditierten Prüflabor der LoRa Alliance in Nordamerika ernannt.
 
Die Service Unit Materialprüfung und Inspektion profitierte erneut von ihrem breiten Kompetenzspektrum, beispielsweise in der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung und robotergestützten Inspektion. Die Service Unit konnte mehrere Großaufträge von Unternehmen aus der Energiewirtschaft in Schweden, der Schweiz und Südafrika gewinnen. In China gelang zudem der Markteintritt im Geschäft mit visuellen Inspektionsservices in Kernkraftwerken.
 
Auch in der Service Unit Business Assurance und Insight war das Geschäftsjahr 2016 durch den Einstieg in neue Märkte gekennzeichnet. Nach der strategischen Übernahme der AQS Managements Systems Inc. aus Minnesota ist DEKRA in den USA der führende Anbieter von Schulungen für Auditoren und Qualitätsmanagement-Experten. Im Beratungsgeschäft akquirierte DEKRA Insight wichtige Neukunden. Zwei Global Player aus der Lebensmittelindustrie platzierten beispielsweise Großaufträge zur Verbesserung der Organisations- und Prozesssicherheit.
 
Die globale Präsenz und das internationale Geschäft hat DEKRA in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017 weiter ausgebaut. Im April wurde das Großtestlabor VEIKI-VNL mit Sitz in Budapest übernommen. Die 60 Mitarbeiter verfügen über eigene Labors und sind Prüfspezialisten im Bereich der Energieübertragung und -verteilung mit Kunden in über 40 Ländern. „Mit VEIKI-NL bauen wir unser Prüf- und Zertifizierungsangebot im Strom- und Energiemarkt weiter aus“, erläuterte DEKRA Chef Kölbl den Zukauf. 
 
Die Service Unit Industrie- und Bauprüfung erreichte insbesondere in Frankreich, dem zweiten Heimatmarkt für DEKRA, ein gutes Jahr und positive Umsatzzuwächse.
 
DEKRA Personnel: Hervorragendes Geschäft
Der Geschäftsverlauf bei der DEKRA Akademie und bei der DEKRA Arbeit war sehr erfreulich. DEKRA Personnel konnte den Umsatz 2016 um 11,5 Prozent auf 521 Millionen Euro steigern.
 
Als einer der größten privaten Bildungsträger in Deutschland mit insgesamt mehr als 170.000 Teilnehmern im vergangenen Jahr war die DEKRA Akademie unter anderem im Firmenkundengeschäft mit Qualifizierungen im Bereich der Arbeitssicherheit und im Brandschutz erfolgreich. Allein der Umsatz mit Brandschutzschulungen stieg um rund ein Drittel. Durch das frühzeitige Engagement in der Sprachqualifizierung und Integration von Flüchtlingen war die DEKRA Akademie auch hier erfolgreich.
 
Im Wachstumsmarkt der Online-Qualifizierung hat die DEKRA Akademie das DEKRA Safety Web thematisch erweitert. Darüber hinaus wurden zusätzliche Blended-Learning-Angebote, also die kombinierte Vermittlung von Lerninhalten durch virtuellen Unterricht und Präsenzschulungen, unter anderem für Sicherheitsbeauftragte entwickelt. Weiterhin sehr gefragt ist das Expert-Migration-Angebot: Rund 1.500 Pflegekräfte aus osteuropäischen Ländern werden derzeit für deutsche Kliniken und Pflegeheime qualifiziert und haben dort bei erfolgreichem Abschluss einen festen Arbeitsplatz. Das erfolgreiche Programm soll künftig auf den IT-Bereich mit Spezialisten aus Albanien ausgeweitet werden. 
 
Die DEKRA Arbeit hat ihre Position als siebtgrößtes Zeitarbeits- und Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland behauptet und das Geschäft weiter ausgebaut. So wurde beispielsweise im Großkundengeschäft der Rahmenvertrag mit einem Automobilhersteller bis 2020 verlängert und das Portfolio um Leistungen wie Interimsmanagement und HR Consulting erweitert. 
 
 
 
Positiver Ausblick 2017
Nach dem 13. Wachstumsjahr in Folge geht DEKRA dank der hervorragenden Marktstellung auch für 2017 von einer Fortsetzung des langjährigen Wachstumskurses aus. Erstmals in der Unternehmensgeschichte könnte auch die Schwelle von 40.000 Beschäftigten weltweit überschritten werden. DEKRA Chef Kölbl: „Wir haben die Weichen gestellt, um in Zukunft für Sicherheit auch in der digitalen Welt zu sorgen. Dabei ergänzen sich unser angestammtes Know-how als Weltmarktführer bei Fahrzeugprüfungen und die neuen Geschäftsfelder in der Elektronik sowie der Telekommunikation ideal. Hierzu werden wir zwei große Testfelder aufbauen in Klettwitz bei Dresden für automatisiertes Fahren und in Málaga, Spanien, für die vernetzte Mobilität. DEKRA wird in den kommenden Jahren eine aktive Vorreiterrolle bei der Entwicklung und Umsetzung der notwendigen Prüfstandards einnehmen.“

 
 



 


Pressekontakt:
Dr. Torsten Knödler
Telefon +49.711.7861-2075

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