Der Omnibus ist das sicherste Straßenverkehrsmittel überhaupt. Dennoch beschäftigt sich die DEKRA Unfallforschung eingehend damit, wie das Sicherheitsniveau noch weiter angehoben werden kann. Durch die Analyse von Unfällen mit Omnibusbeteiligung wird aufgezeigt, wo es noch Verbesserungspotenziale gibt und wie diese am Besten ausgeschöpft werden können. Hierbei geht es nicht nur um den Insassenschutz bei Kollisionen. Auch der Partnerschutz, also der Schutz der Unfallgegner, die Sicherheit im Schülertransport, sicheres Ein- und Aussteigen, der Brandschutz sowie die Sichtverbesserung für den Busfahrer finden Berücksichtigung.
Beispiele aus dem Angebotsspektrum der DEKRA Unfallforschung:
Unfallanalyse - nationale Unfallstatistiken, In-Depth-Datenbanken
Brandverhalten Inneneinrichtung von Reisebussen
In-depth-Analysen zur Auflösung der Unfallvorgeschichte für Interessierte
Unfallszenarien
Studien zur Sicherheit von Bussen
Besonderheiten im Schulbusverkehr
Überschlagsicherheit von Bussen
Innere Sicherheit von Reisebussen
Betrachtungen zum Anschnallen in Bussen
Fahrzeug- und straßenseitige Sicherheit im ÖPNV (Hinweise für Haltestellengestaltung)
Tritt der seltene Fall eines Busunfalls auf, sind oftmals mehrere Personen betroffen, was das mediale Interesse erhöht. Anders als bei Unfällen mit Pkw-Beteiligung wird von Busunfällen überregional berichtet - in Abhängigkeit der Herkunft der Insassen sogar international. Durch diese Art der Berichterstattung wird leicht ein falsches Bild verbreitet.
Ja, denn hier kommen mehrere Einflussfaktoren zusammen. Die Fahrt in einem Omnibus ist allein auf Grund dessen Größe sicherer. Wird ein Bus in eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug verwickelt, so sind die Risiken für die Insassen in aller Regel deutlich geringer als für Pkw-Insassen, die in einen vergleichbaren Unfall verwickelt werden. Des Weiteren halten Busse an definierten Haltestellen, die entsprechend ausgestattet sind. Beim Elterntaxi erfolgt der Ausstieg oftmals in ungesicherten Bereichen oder sogar „in zweiter Reihe“. Zudem haben Busfahrer eine spezielle Ausbildung erhalten und sie besuchen regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen. Selten beachtete Aspekte sind, dass der Schülertransport im elterlichen Fahrzeug zu einer stark erhöhten Verkehrsdichte im Umfeld von Schulen führt, woraus ein hohes Risiko für die Schüler insgesamt resultiert. Ebenso wird Kindern bei Eigentransport die Möglichkeit genommen, Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln. Die weitaus positivere Ökobilanz des Busses sollte an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben.
Ja. Laut Straßenverkehrsordnung müssen vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt werden. Da bereits seit mehreren Jahren auch in Reisebussen Sicherheitsgurte auf allen Plätzen vorgeschrieben sind, gilt auch hier die Anschnallpflicht. Die Erkenntnisse der Unfallforschung zeigen ganz eindeutig, dass das Verletzungsrisiko angeschnallter Businsassen bei einem Unfall deutlich geringer ist als das nicht angeschnallter Insassen.
Ja. Zum Führen eines Omnibusses ist eine Fahrerlaubnis der Klasse D erforderlich. Die bisherige Sonderregelung, die Überführungsfahrten ohne Fahrgäste auch mit dem Lkw-Führerschein zuließ, wurde mit der Dritten Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 9. August 2004 (BGBl. Teil I, Nr. 42 vom 12.08.2004) gestrichen.
Der Einsatzzweck von Linienbussen macht es erforderlich, dass Fahrgäste auch während der Fahrt stehen dürfen. So kann die Wartezeit an den Haltestellen reduziert werden, die Transportkapazität wird gesteigert. Um auch dem Sicherheitsgedanken gerecht zu werden, gelten für Linienbusse beim Transport stehender Fahrgäste eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit von maximal 60 km/h. Prinzipiell sollte man sich aber hinsetzen, wenn ein Sitzplatz verfügbar ist.
Leider gibt es immer wieder Fahrgäste, die Nothämmer entwenden. Da Nothämmer bei einem Unfall lebenswichtig sein können, muss der Busfahrer unbedingt auf diesen Mangel hingewiesen werden.