| | Passive SicherheitTechnology Center - UnfallforschungUnter passiver Sicherheit werden all die Maßnahmen verstanden, die eine Reduzierung der Verletzungsschwere bei einem Unfall zum Ziel haben. Die wichtigsten und bekanntesten Einrichtungen sind dabei der Sicherheitsgurt und der Airbag. Zu passiven Sicherheitssystemen zählen aber auch Kindersitze, aktive Kopfstützen oder die „Knautschzone“. Durch Analysen des Unfallgeschehens und die detaillierte Betrachtung einzelner Fälle überprüft die Unfallforschung das Zusammenspiel der einzelnen Systeme und ermittelt den Nutzen. So können Verbesserungspotenziale erkannt und Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Ein weiteres Tätigkeitsfeld der Unfallforschung auf diesem Gebiet ist die Schutzkleidung für Motorradfahrer. Beispiele aus dem Angebotsspektrum der DEKRA Unfallforschung: • Nutzenpotenzialabschätzung von fahrzeug- und straßenseitigen passiven Schutzsystemen Fragen an die DEKRA Unfallforschung / FAQ
Sicherheitsgurt und Airbag sind Komponenten der Insassenrückhaltung. Ohne Sicherheitsgurt würden die Insassen bei einer Kollision im Fahrzeug herum – oder im Extremfall aus dem Auto heraus – geschleudert werden. Dabei besteht ein sehr hohes Verletzungsrisiko. Durch den Gurt, unterstützt von Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, wird der Körper optimal am Sitz fixiert. Verletzungsträchtige Beschleunigungen und Verzögerungen werden reduziert, der Anprall des Kopfes gegen Lenkrad, Armaturenbrett oder Teile der Fahrzeugkarosserie wird bis in den hohen Geschwindigkeitsbereich verhindert. Für einen verbesserten Schutz bei höheren Kollisionsgeschwindigkeiten kommen dann Airbags als zusätzlicher Schutz zum Einsatz. Airbags können nur dann richtig wirken, wenn die Insassen angeschnallt sind. Denn nur so wird sichergestellt, dass die Insassen die Airbags richtig treffen und z. B nicht daran vorbei oder darüber hinweg rutschen.
Pkw müssen, um für den Straßenverkehr zugelassen werden zu können, eine Reihe von Crashtests bestehen. Diese sind in europäischen Regelungen definiert. Hiervon ausgenommen sind lediglich Kleinserien mit bis zu 1.000 Einzelfahrzeugen. Zusätzlich gibt es die EuroNCAP Verbrauchertests. Hier werden Fahrzeuge herstellerunabhängig getestet. Durch die resultierende Sternebewertung hat der Endverbraucher die Möglichkeit, die Sicherheit verschiedener Fahrzeuge miteinander zu vergleichen. Die EuroNCAP-Tests gehen über die vorgeschriebenen Tests hinaus. Durch regelmäßige Anpassungen muss das Jahr der Bewertung beachtet werden. Die Ergebnisse können auf der Homepage www.euroncap.com abgefragt werden.
Aus realen Unfällen leitet die Unfallforschung verletzungsträchtige Unfallkonstellationen ab. Dabei wird geprüft, welche Fahrzeugteile bei starken Deformationen zu Verletzungen führen. Um solchen Verletzungen entgegen zu wirken, werden z. B. Sitze und Gurtsysteme optimiert. Um das Schutzniveau noch weiter zu erhöhen, kommen dann zusätzliche Airbags zum Einsatz. Von daher sind diese sehr sinnvoll. Durch aufwändige Auslösealgorithmen erkennt das Auto bei einer Kollision genau, welche Airbags ausgelöst werden müssen und welche nicht. Bei einem Unfall lösen daher in aller Regel nicht alle Airbags aus.
Das Sicherheitsniveau hängt von vielen Einflussfaktoren ab. Größere Fahrzeuge haben zwar in der Regel eine große Knautschzone, durch die größere Masse der Fahrzeuge muss hierin bei einer Kollision aber auch mehr Energie umgewandelt werden. Bei modernen Fahrzeugen wird bei der Auslegung der Knautschzone auch dem Partnerschutz Rechnung getragen. Das heißt, dass im größeren Fahrzeug Energie für den kleineren Unfallgegner mit umgewandelt wird.
Nein. EuroNCAP bietet zwar Ergebnisse für sehr viele Fahrzeugtypen, alle Fahrzeuge können hier aber nicht getestet werden. Manchmal lohnt sich auch ein Blick ins Ausland. So gibt es in Amerika den US-NCAP. Die Ergebnisse sind zwar nicht direkt miteinander vergleichbar, zuverlässige Informationen lassen sich aber auch hier gewinnen.
Die Anforderungen der EuroNCAP-Tests sind bekannt. Hersteller, die ihre Fahrzeuge ausschließlich auf dem europäischen Markt verkaufen, können sich bei der Konstruktion an den EuroNCAP-Anforderungen sowie den europäischen gesetzlichen Vorschriften orientieren. Hersteller, die ihre Fahrzeuge weltweit verkaufen – wie das bei den meisten Premiumherstellern der Fall ist – müssen neben den europäischen die amerikanischen, japanischen und australischen Zulassungstests bestehen und ihre Fahrzeuge zusätzlich den zugehörigen NCAP-Tests stellen. Die unterschiedlichen Anforderungen machen eine gezielte Konstruktion auf ein gutes Abschneiden bei den Crashtests unmöglich. Um hier bei allen Tests gut abzuschneiden, müssen die Fahrzeuge insgesamt ein sehr hohes Sicherheitsniveau aufweisen. Ein weltweit mit vier Sternen bewertetes Fahrzeug kann also durchaus bei Unfällen besser abschneiden als ein Fahrzeug, das „nur“ beim EuroNCAP fünf Sterne erreicht hat.
Rückhalteeinrichtungen in Fahrzeugen sind auf erwachsene Insassen ausgelegt. Um das optimale Schutzniveau des Fahrzeugs auch dem Nachwuchs zur Verfügung stellen zu können, muss dieser in geeigneten Kindersitzen gesichert werden. Dabei müssen die Sitze zur Größe und zum Gewicht der Kinder passen. Gebrauchte Sitze, alte Modelle und Billigsitze sollten dabei nicht zum Einsatz kommen. Bei gebrauchten Sitzen ist nichts zur Vorgeschichte bekannt, so z. B. ob der Sitz schon in einen Unfall verwickelt war. Bei Billigsitzen und alten Sitzen sind die neuesten Erkenntnisse nicht umgesetzt, das optimal mögliche Schutzniveau wird nicht erreicht. Weitere Angaben finden Sie in der Downloadrubrik.
Richtig ist, dass die Verwendung hochfester Stähle im Fahrzeugbau immer häufiger dazu führt, dass das Rettungsgerät der Feuerwehren bei der Insassenrettung stellenweise an seine Grenzen gelangt. Hier wurden mittlerweile aber gemeinsam mit den Fahrzeugherstellern Wege gefunden, wie trotzdem eine schnelle und patientenorientierte Rettung erfolgen kann. Bei der ganzen Diskussion darf aber auch nicht vergessen werden, dass es gerade die hochfesten Materialien sind, die heute ein Überleben von Unfällen ermöglichen, die bei älteren Fahrzeugen einen tödlichen Ausgang zur Folge hätten.
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