Wenn nach eiskalter Nacht die Batterie streikt

Bei Starthilfe keine Experimente

25. Jan 2017

  • Bei Fehlern drohen teure Elektronikschäden
  • Start-Stopp-Automatik: Unbedingt Herstellerhinweise beachten
  • Wer sich nicht auskennt, sollte besser den Pannendienst rufen


Die Sachverständigen von DEKRA warnen Autofahrer vor Experimenten bei der Starthilfe. Wer nach eiskalter Nacht die entladene Autobatterie mit Starthilfe durch den Nachbarn wieder flott machen will, muss genau wissen, was dabei zu beachten ist. Bei Fehlern drohen teure Schäden an Kabelbaum oder Elektronik, sogar eine Explosion im Motorraum ist im Extremfall möglich. Wer sich nicht auskennt, sollte besser die Dienste eines Pannendienstes oder einer Kfz-Werkstatt in Anspruch nehmen.

Besonders bei modernen Autos empfiehlt DEKRA vorab einen Blick in die Betriebsanleitung des Fahrzeuges. So darf bei Spender-Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik oder Energierückgewinnung das schwarze Minus-Kabel nie an den Minuspol der Batterie angeschlossen werden. Bei diesen Fahrzeugen sind vom Automobilhersteller spezielle Anschlusspunkte im Motorraum vorgesehen. Das ist auch bei Fahrzeugen der Fall, bei denen man nicht ohne weiteres an die Batterie gelangt, weil sie unter der Rücksitzbank oder im Kofferraum verbaut ist. Besonders bei diesen Autos sind unbedingt die Hinweise des Automobilherstellers zu beachten.

Wer selbst Hand anlegt, muss wissen, dass sich die blanken Teile der Polzangen keinesfalls berühren dürfen – sonst droht ein Kurzschluss. Außerdem müssen bei ausgeschalteten Motoren die beiden Starthilfekabel richtig verpolt und in der richtigen Reihenfolge angeschlossen werden. Damit vermeidet man Funkenbildung, die unter ungünstigen Umständen eine Knallgasexplosion auslösen kann. Daher ist in dieser Situation auch das Rauchen absolut tabu. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Kabel nicht mit drehenden Teilen im Motorraum in Berührung kommen.

Gibt der Hersteller nichts anderes vor, läuft die Starthilfe so ab: Als erstes das rote Kabel mit dem Pluspol der Spenderbatterie und dann mit dem Pluspol der entladenen Batterie verbinden. Jetzt das schwarze Kabel mit dem Minuspol der Spenderbatterie und danach mit dem Motorblock des entladenen Autos verbinden. Spenderauto starten und einen Startversuch mit dem Pannenfahrzeug machen. Dieser sollte nicht länger als 10 Sekunden dauern. Danach ist eine Pause von mindestens einer Minute erforderlich. Springt der Motor an, zusätzliche Verbraucher wie beheizbare Heckscheibe, Sitzheizung oder Licht einschalten, um zu hohe Spannungsspitzen im Bordnetz zu vermeiden. Zum Schluss die Kabel in umgekehrter Reihenfolge entfernen.

DEKRA empfiehlt, für die Starthilfe nur Kabel zu verwenden, die über stabile, gut isolierte Zangen und einen ausreichenden Kabelquerschnitt verfügen. Das ist der Fall, wenn sie der DIN 72553 entsprechen oder ein GS-Zeichen besitzen.

Starthilfe: Die zehn wichtigsten Punkte

  • Wer sich nicht auskennt, ruft besser den Pannendienst
  • Unbedingt Betriebsanleitung des Fahrzeugherstellers beachten
  • Spezielle Anschlusspunkte bei modernen Fahrzeugen verwenden
  • Blanke Teile der Polzangen dürfen sich nicht berühren. Kurzschlussgefahr!
  • Kabel von drehenden Teilen fern halten
  • Keinesfalls rauchen
  • Unbedingt die richtige Reihenfolge einhalten
  • Startversuch maximal 10 Sekunden, dann eine Minute Pause
  • Wenn der Motor läuft, zusätzliche Verbraucher einschalten
  • Kabel nach DIN 72553 oder mit GS-Zeichen verwenden

Pressekontakt:

Wolfgang Sigloch

Pressesprecher Automobil

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Telefon +49.711.7861–2386

Fax +49.711.7861–742386

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