Expertenorganisation fordert mehr Regulierung und unabhängige Prüfung:

DEKRA investiert in sichere Digitalisierung

14. Mai 2018

Cyber Security und ausgereifte technische Sicherheit werden nach Ansicht von DEKRA zu kritischen Erfolgsfaktoren insbesondere beim vernetzten und automatisierten Fahren. „Angesichts vieler Vorteile sind die Menschen bereit, immer mehr Kontrolle und Verantwortung an die Technik abzugeben“, sagte der DEKRA Vorstandsvorsitzende Stefan Kölbl vor Journalisten in Stuttgart. „Voraussetzung ist allerdings, dass unsere Gesundheit und dass unsere Daten sicher sind – und das ist heute nicht immer der Fall.“ Vor diesem Hintergrund hat die weltweit tätige Expertenorganisation ihre Position als „Digital Safety Expert“ ausgebaut. Von Investitionen in Höhe von 150 Millionen Euro im Jahr 2017 floss der Großteil in die Stärkung der digitalen Prüfkompetenz. Das hat zum 14. Wachstumsjahr in Folge beigetragen. Der Konzernumsatz stieg kräftig um 8,0 Prozent auf mehr als 3,1 Milliarden Euro, das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) um 15,5 Millionen Euro auf 236,1 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter übertraf erstmals die Marke von 40.000 und erhöhte sich deutlich um 4.700 auf 44.057. Als größtes nicht börsennotiertes Unternehmen der sogenannten TIC-Branche (Testing, Inspection, Certification) hat DEKRA damit innerhalb von zehn Jahren sowohl Umsatz um fast 1,7 Milliarden Euro als auch Beschäftigtenzahl um über 25.000 Mitarbeiter mehr als verdoppelt.

DEKRA Hauptverwaltung Stuttgart

  • Todesfälle durch autonomes Fahren besorgniserregend
  • Cyber-Risiken erfordern Umdenken
  • DEKRA etabliert globalen Testverbund für sichere Mobilität
  • 150 Millionen Euro Rekordinvestitionen schwerpunktmäßig in Digitalisierung
  • Umsatz 2017 um 8 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro verbessert
  • Zahl der Beschäftigten um 4.700 auf über 44.000 erhöht

Ob im Bereich von automatisierter Mobilität, Smart Home, Industrie 4.0 oder modernen Arbeitswelten: Die Vorteile, die mit der digitalen Transformation einhergehen, sind unbestreitbar. Allerdings hält das Sicherheitsniveau mit der rasanten Entwicklung nicht Schritt. Datenlecks und Datenklau, Todesfälle mit autonomen Fahrzeugen, Abhörskandale im Kinderzimmer oder Roboter, die außer Kontrolle geraten – die Negativschlagzeilen rund um die Digitalisierung häufen sich. „Wir brauchen auf globaler Ebene ein klares Regelwerk sowie ausgereifte und geprüfte Technik. Ansonsten spielt man nicht nur mit der Privatsphäre der Menschen, sondern auch mit ihrem Leben“, erklärt DEKRA Chef Stefan Kölbl.

Zum Schutz von Menschenleben fordert DEKRA für jedes internetfähige Produkt neue Sicherheitsstandards, die der zunehmenden Vernetzung und den stetig steigenden Cyber-Risiken gerecht werden. Die Expertenorganisation begrüßt deshalb den Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission zur Cyber Security. Ebenso wichtig ist nach Ansicht von DEKRA der autorisierte Zugriff auf Daten, wie sie beispielsweise in vernetzten und zukünftig zunehmend automatisiert fahrenden Fahrzeugen entstehen. „Nur dann können Sachverständigenorganisationen wie DEKRA ihren Sicherheitsauftrag als unabhängige Dritte auch im digitalen Zeitalter zuverlässig erfüllen“, mahnte Kölbl an. „Wir begrüßen deshalb die zukünftige EU-Verordnung zur Typgenehmigung, dass unter anderem die Autohersteller sicherheits- und umweltrelevante Fahrzeugdaten für die periodische Überwachung bereitstellen müssen. Auch laufende stichprobenartige Untersuchungen von bereits genehmigten Neuwagen werden für mehr Verbraucherschutz sorgen. Beide Maßnahmen sind wichtige Schritte in die richtige Richtung.“

Internationaler Testverbund für sichere Mobilität der Zukunft

Sichere Mobilität ist für DEKRA satzungsgemäßer Auftrag der Gründer aus den Anfängen der Motorisierung vor fast 100 Jahren. Deshalb hatte der Aufbau eines internationalen Testverbunds mit Fokus auf der Mobilität der Zukunft im vergangenen Jahr mit Kompetenzzentren in Klettwitz (Deutschland) sowie in Málaga (Spanien) und Hsinchu (Taiwan) hohe Priorität. In diesen Zusammenhang passt die Übernahme des Lausitzrings, in Nachbarschaft zum DEKRA Technology Center in Klettwitz. „Mit dem Lausitzring verfügen wir über Europas größte herstellerunabhängige Prüf- und Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren“, ordnet Kölbl den Zukauf ein: „Automatisierung und Konnektivität werden für die Sicherheit der Mobilität immer wichtiger. Deshalb bieten wir unseren Kunden aus der Automobilbranche umfassende Prüf- und Entwicklungskompetenz für die autonome und vernetzte Mobilität der Zukunft in Klettwitz und Málaga.“ Ein Beispiel für das Dienstleistungsangebot Testen, Prüfen und Zertifizieren aus einer Hand ist der automatische Notruf eCall: In Klettwitz erfolgt unter anderem bei Crashtests die Funktionsprüfung und Typgenehmigung. Málaga übernimmt Tests zur sicheren und zuverlässigen Kommunikation und zur störungsfreien Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV).

Das im November 2017 neu eröffnete Testareal in Málaga beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Produktprüfungen im frühen Entwicklungsstadium und der Prüfung sogenannter V2X-Technologien (Vehicle-to-Everything) sowie den damit einhergehenden Standardisierungsanforderungen. In Hsinchu befindet sich seit Anfang 2017 das größte DEKRA Labor für Dienstleistungen rund um autonome und elektrische Mobilität. Es spielt eine Schlüsselrolle beim Ausbau des automobilen Prüfmarkts in Asien.

Weiterer Ausbau digitaler Prüfdienstleistungen

Mit Blick auf die weltweit rasant steigende Bedeutung der Themen Konnektivität und Cyber Security hat DEKRA seine Position durch Akquisitionen und Partnerschaften gestärkt, beispielsweise durch die Übernahme der spanischen Epoche & Espri. Das Unternehmen bewertet und prüft Produkte nach international anerkannten IT-Sicherheitsstandards. Zu den Kunden gehören Entwickler, Hersteller und Dienstleister. Mit den Services von Epoche & Espri erweitert DEKRA sein Angebot in Branchen wie Konsumgüter sowie Medizin- und Automobiltechnik. Cybersicherheit ist schon heute wesentlicher Bestandteil der Prüfungen von smarten Produkten. Mit Hilfe von Epoche & Espri kann DEKRA nun den erweiterten Prüf- und Testanforderungen der funktionalen Sicherheit gerecht werden.

Zur Digitalstrategie von DEKRA gehört auch, sich an innovativen Unternehmen und Start-ups zu beteiligen, so etwa an dem Consulting-Unternehmen Magility. Das Beratungshaus mit Sitz in der Nähe von Stuttgart hilft seinen Kunden, digitale Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Darüber hinaus hat DEKRA selbst Anfang dieses Jahres die DEKRA Digital GmbH mit dem Ziel gegründet, die digitale Transformation voranzutreiben.

DEKRA Automotive: Marktführerschaft gefestigt

Auch im Jahr 2017 hat DEKRA Automotive einen wesentlichen Anteil am Erfolg des DEKRA Konzerns. Der Umsatz stieg um 3,8 Prozent auf fast 1,6 Milliarden Euro. Zu diesem Wert kommen periodische Industrieprüfdienstleistungen hinzu, die in Deutschland von der DEKRA Automobil GmbH erbracht werden. Sie sind 2017 durch die anhaltende Nachfrage unter anderem nach Aufzugs- und Druckkessel-Prüfungen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld deutlich um rund 13 Prozent auf 169 Millionen Euro gewachsen. Innerhalb von drei Jahren hat sich der Umsatz um 49 Millionen Euro erhöht – ein Zuwachs um über 40 Prozent. Insgesamt legte das Geschäft der DEKRA Automobil GmbH im Jahr 2017 zu: Der Umsatz erhöhte sich um 5,5 Prozent auf insgesamt 1,2 Milliarden Euro. So hat DEKRA seine Position im Kerngeschäft mit Fahrzeugprüfungen und Gutachten durch den Ausbau des Prüfstellennetzes und Prozessverbesserungen gestärkt: Mit etwa elf Millionen Prüfungen pro Jahr und rund 34 Prozent Marktanteil bei Hauptuntersuchungen ist DEKRA im Prüfwesen weiterhin Nummer 1 in Deutschland.

Außerdem ist DEKRA mit jährlich rund 26 Millionen Fahrzeugprüfungen auch weltweit mit großem Abstand Marktführer. Aus dieser Position der Stärke heraus hat das Unternehmen das Jahr 2017 für die weitere internationale Expansion genutzt. Nach dem Markteinstieg 2016 wurde etwa in Portugal das Prüfstellennetz durch die Übernahme von MasterTest deutlich ausgebaut. DEKRA betreibt in Portugal 14 Stationen und gehört damit bereits zu den drei größten Anbietern. In Märkten wie beispielsweise Frankreich, Schweden, Südafrika, Neuseeland sowie in Tschechien und der Slowakei entwickelte sich das Geschäft mit Prüf- und weiteren automotiven Dienstleistungen positiv. Ende 2017 gelang der Markteintritt in das Fahrzeugprüfgeschäft in Luxemburg. Auch in den USA expandiert DEKRA weiter: So wurde im April dieses Jahres das Emission-Check-Unternehmen Jiffy Smog im US-Bundesstaat Nevada mit 24 Stationen in Las Vegas und Umgebung übernommen.

DEKRA Industrial: Erfolge in arrivierten und jungen Märkten

DEKRA Industrial hat im Geschäftsjahr 2017 die Position in Zukunftsfeldern weiter ausgebaut; die Weichenstellungen und Investitionen erwiesen sich als richtig. Der Umsatz stieg um 5,3 Prozent auf nahezu 900 Millionen Euro. Darin enthalten sind 169 Millionen Euro Umsatz aus Industriedienstleistungen, die von der DEKRA Automobil GmbH im deutschen Flächengeschäft erbracht wurden. „Das Jahr war geprägt von einem guten organischen Wachstum, ergänzt um strategische Zukäufe in angestammten und neuen Märkten“, sagte Stefan Kölbl.

Im Strom- und Energiesektor erwarb DEKRA das Hochvolttestlabor VEIKI-VNL in Budapest (Ungarn). Das Unternehmen testet und zertifiziert Ausrüstung zur Stromübertragung und -verteilung. Zu den Kunden zählen namhafte Hersteller aus 40 Ländern in aller Welt. „Die Kompetenzen und Leistungen von VEIKI-VNL passen ideal zu DEKRA. Wir stärken dadurch unsere Position im Strom- und Energiesegment deutlich“, sagte der DEKRA Chef. Außerdem wurde 2017 durch die Übernahme der Core Visual Inspection Services, Charlotte/North Carolina der Einstieg in das Kraftwerks-Prüfgeschäft in den USA erreicht. „Der Zukauf ist ein konsequenter Schritt in unserer Strategie, als globaler Partner mit unseren Kerndienstleistungen auf den Wachstumsmärkten Nordamerika und Asien-Pazifik präsent zu sein“, berichtete DEKRA Chef Stefan Kölbl.

Im Jahr 2017 hat DEKRA in seiner Rolle als Vordenker die Innovationspartnerschaft mit den Fraunhofer-Instituten IAO und IPA vertieft. Es geht darum, im Zeitalter von Industrie 4.0 innovative Arbeitsschutzkonzepte zu entwickeln, um Arbeitsunfälle in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine zu verhindern. Am Beispiel einer Bandsäge mit intelligenter Sensorik wurde bereits gezeigt, wie sich Unfälle vermeiden lassen. „Mit Hilfe der Digitalisierung wollen wir die aktive Prävention an der Nahtstelle Mensch-Maschine nachhaltig verbessern“, sagte der DEKRA Chef.

Mit innovativen Methoden, die auf jüngste neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse zurückgreifen, verbessert die Beratungssparte DEKRA Insight das Sicherheitsniveau bei seinen Kunden. Ein Beispiel ist das Brain-Centric-Reliability-System. Bei diesem Ansatz nutzen sämtliche Maßnahmen und Trainings gezielt die Funktionsweise des menschlichen Gehirns und bewirken bei Mitarbeitern sicheres Verhalten und Wahrnehmung, um Arbeitsunfälle zu verhindern.

DEKRA Personnel: Starke Wachstumsdynamik

Bei DEKRA Personnel zeigen sich die starke Marktposition sowie die stabile Wirtschaftslage in Deutschland und vielen Ländern Europas. Der Umsatz 2017 legte deutlich um 24,8 Prozent auf 650 Millionen Euro. Ein starkes Wachstum erreichte hier vor allem die DEKRA Arbeit, die ihre Position als siebtgrößter Zeitarbeitgeber in Deutschland untermauert hat und auch international sehr erfolgreich agiert. Rund zwölf Millionen Euro des Umsatzzuwachses beruhten auf der DEKRA Akademie – einer der größten privaten Bildungsträger in Deutschland mit jährlich über 150.000 Kursteilnehmern.

Auf Wachstumskurs befindet sich das digitale Unterweisungsportal DEKRA Safety Web aufgrund der hohen Nachfrage – unter anderem nach Fahrunterweisungen für dienstlich genutzte Fahrzeuge verschiedener Klassen.

Angesichts des Fachkräftemangels stößt das „Expert Migration“-Angebot der DEKRA Akademie auf sehr große Nachfrage: Hier werden in osteuropäischen Ländern Fachkräfte insbesondere für den Pflegebereich und mittlerweile auch für die IT-Branche im Herkunftsland fachlich und sprachlich ausgebildet. Nach der erfolgreichen Qualifizierung kommen sie mit einer festen Arbeitsplatzzusage nach Deutschland. Aktuell sind mehr als 2.500 Teilnehmer in der Ausbildung. Im Jahr 2017 haben mehr als 1.000 ausgebildete Pflegekräfte in Deutschland ihre Arbeit aufgenommen. Ab 2018 sollen es dann jährlich rund 1.500 Pflegekräfte sein. „DEKRA ist der einzige Weiterbilder, der die Menschen komplett fachlich und sprachlich ausbildet und zu einem staatlichen anerkannten Abschluss in Deutschland führt“, so Stefan Kölbl.

Die DEKRA Arbeit ist über ihren Heimatmarkt Deutschland hinaus in 14 weiteren Ländern Europas erfolgreich. Im Jahr 2017 kam Bulgarien als Standort hinzu. Auch 2018 geht die Expansion im Ausland weiter: Österreich ist schon am Start und Frankreich folgt in Kürze. In der Spitze wurden 2017 mehr als 17.000 Zeitarbeiter bei der DEKRA Arbeit als Qualitätsanbieter beschäftigt.

Positiver Ausblick 2018: DEKRA gestaltet digitale Transformation mit

DEKRA hat im Geschäftsjahr 2017 intensiv daran gearbeitet, seine starke Wettbewerbsposition auszubauen. Die Expertenorganisation wird ihren dynamischen Wachstumskurs fortsetzen. Für 2018 geht DEKRA von einer positiven Geschäftsentwicklung und einem 15. Wachstumsjahr in Folge aus. DEKRA Chef Stefan Kölbl: „DEKRA gestaltet die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft an der entscheidenden Nahtstelle der Sicherheit mit. Wir unterstützen bei der Entwicklung der erforderlichen Prüfstandards und sorgen durch innovative Prüf- und Zertifizierungsservices auch in der digitalen Welt für Sicherheit.“

Kontakt

Dr.  Torsten Knödler

Pressesprecher Wirtschaft

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Telefon +49.711.7861-2075

Fax +49.711.7861-742075

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DEKRA Hautverwaltung

DEKRA Hauptverwaltung

DEKRA Bilanz Pressekonferenz in der Hauptverwaltung Stuttgart.

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