Erste Erkenntnisse aus der DEKRA / IFA Studie 2017

Deutsche Autohändler hinken in Sachen Digitalisierung hinterher

17. Aug 2017

  • Nur jedes sechste Autohaus hat eine definierte Digitalisierungsstrategie
  • Digitale Medien werden von einer Minderheit konsequent eingesetzt
  • Wunsch nach mehr Unterstützung durch die Hersteller


Der deutsche Automobilhandel droht den digitalen Wandel zu verschlafen. Darauf deuten die ersten Ergebnisse der DEKRA / IFA Studie 2017 hin. Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) hat im Auftrag von DEKRA eine Befragung zur „digitalen Reife“ der deutschen Autohäuser durchgeführt. „Das Ergebnis ist ernüchternd“, so IFA-Direktor Prof. Dr. Willi Diez. „Die deutschen Autohändler hinken in Sachen Digitalisierung ziemlich hinterher.“

Im Showroom setzen die befragten Autohäuser durchschnittlich 3,5 von insgesamt 17 gängigen digitalen Medien ein, im Service 3 von 13. Auch im Bereich Marketing ist die Situation nicht sehr viel anders: Hier werden durchschnittlich 7,5 von insgesamt 21 gängigen digitalen Marketinginstrumenten eingesetzt. „Insgesamt ergibt sich daraus ein digitaler Reifegrad von 26,4 Prozent, das heißt nur etwas mehr als ein Viertel der digitalen Instrumente werden im Autohandel heute genutzt“, so Professor Diez.

Dabei sind die Händler durchaus selbstkritisch: Nur 15,2 Prozent der befragten Autohäuser erklären, sie hätten eine wirklich definierte Digitalisierungsstrategie. Offensichtlich gibt es auch für die Befragten selbst erkennbaren Nachholbedarf.

Den haben aus Sicht des Handels aber auch die Autohersteller. Nur 4,1 Prozent der befragten Händler sind mit der Unterstützung der Hersteller im Bereich digitaler Medien voll und ganz zufrieden. Andererseits sagen aber 21,6 Prozent der Befragten, ihr Hersteller habe eine erkennbare Strategie zur Digitalisierung. „Diese Zahlen zeigen: Auch die Hersteller, die strategisch gut aufgestellt sind, helfen dem Handel nicht genügend dabei, diese Strategie auch umzusetzen“, folgert der Leiter der Studie.

Welche Digitalisierungsinstrumente der Autohandel in Zukunft braucht und wie er sie einsetzen kann, wird in der Studie detailliert aufgezeigt. Die vollständigen Ergebnisse werden unter dem Titel „Autohaus 2025 – Die Zukunft des Automobilhandels“ Ende September 2017 präsentiert.
Es ist die inzwischen zehnte Studie, die das IFA im Auftrag von DEKRA erstellt. „Die Forschungsergebnisse des IFA sind einer von vielen Wegen, auf denen wir als langjähriger zuverlässiger Partner unsere Kunden im Automobilhandel unterstützen“, so DEKRA Vorstandsmitglied Clemens Klinke. „Wir sind gespannt auf die Ergebnisse im Detail und hoffen, dass die Branche davon beim wichtigen Zukunftsthema Digitalisierung konkret profitieren kann.“


Über das IFA
Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen-Geislingen. Mit über 400 Studierenden in zwei automobilwirtschaftlichen Studiengängen und mehr als 20 Professoren und Lehrbeauftragten mit automobilwirtschaftlichem Hintergrund ist die Hochschule Nürtingen-Geislingen das größte automobilwirtschaftliche Ausbildungszentrum an einer deutschen Hochschule. Das IFA-Institut wurde im Jahr 1995 gegründet und hat seither zahlreiche Studien zur Entwicklung des Automobilmarktes, der Automobilindustrie und des Automobilhandels durchgeführt.

Pressekontakt:

Wolfgang Sigloch

Automobil

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Telefon +49.711.7861–2386

Fax +49.711.7861–742386

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