DEKRA Experten geben Tipps für den Pannenfall

Lebensgefahr auf dem Seitenstreifen

12. Jul 2017

  • Warnweste noch im Auto anlegen
  • Auf der geschützten Seite aussteigen
  • Liegen gebliebenes Fahrzeug absichern


Wer sich bei einer Autopanne auf der Fahrbahn aufhält, schwebt in Lebensgefahr, warnen die Sachverständigen von DEKRA. „Wenn das Auto auf der Autobahn streikt, heißt die wichtigste Regel: Warnweste anlegen, runter von der Fahrbahn und möglichst hinter der Schutzplanke in Sicherheit bringen“, sagt DEKRA Unfallforscher Markus Egelhaaf.

Im Jahr 2015 wurden laut Statistischem Bundesamt auf deutschen Autobahnen 41 Fußgänger getötet und 50 schwer verletzt, obwohl es sie dort gar nicht geben dürfte. „Besonders auf Autobahnen und Außerortsstraßen befindet man sich außerhalb des Fahrzeuges in größter Gefahr“, so der Unfallexperte.

Deshalb sollte man im Pannenfall einige Sicherheitsregeln strikt beachten: Warnblinker einschalten, ganz rechts auf dem Seitenstreifen halten, sofern vorhanden, oder wenn möglich ganz von der Fahrbahn fahren. Die Warnweste sollten die Insassen, im Idealfall alle, noch im Auto überziehen. Deshalb für jeden Sitzplatz eine Warnweste leicht zugänglich im Innenraum aufbewahren.

„Wichtig ist, dass alle Personen das Fahrzeug auf der fahrbahnabgewandten Seite verlassen und sich außerhalb des Gefahrenbereichs aufhalten, zum Beispiel hinter der Schutzplanke. Bleiben Sie niemals im Fahrzeug, wenn es im Bereich des fließenden Verkehrs zum Stehen kommt!“, warnt Egelhaaf. „Wer auf dem linken Fahrstreifen einer Autobahn liegen bleibt, sollte niemals versuchen, über die Fahrbahn auf die rechte Seite zu gelangen.“

Die Pannenstelle muss wie bei einem Unfall abgesichert werden. Für die Mindestentfernung des Warndreiecks vor dem Pannenfahrzeug gilt als Faustregel die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Metern. Auf Autobahnen sind es 200 bis 300 Meter Abstand, auf Bundes- und Landstraßen mindestens 100 Meter und innerorts 50 Meter.

Das Warndreieck muss vor Kurven, Kuppen oder anderen Sichthindernissen stehen, auch wenn die Entfernung vom Pannenfahrzeug dadurch steigt. Außerdem ist das Warndreieck immer am rechten Rand des blockierten Fahrstreifens aufzustellen, nie in der Mitte des Streifens. Ein Tipp des Sachverständigen: Auf dem Weg zum Aufstellungsort das Warndreieck vor den Körper halten und sich so selbst zusätzlich sichern.

Noch besser ist dran, wer zusätzlich eine gelbe Blinkleuchte an Bord hat. Sie ist besonders hilfreich, wenn das Fahrzeug bei schlechter Sicht durch einen Defekt an der Elektrik unbeleuchtet liegen bleibt.

Ausdrücklich warnt der Experte davor, eine Reifenpanne im Gefahrenbereich auf dem Seitenstreifen oder direkt neben der Fahrbahn selbst beheben zu wollen. Allzu leicht kann man hier von einem anderen Fahrzeug erfasst werden. Deshalb lieber gleich über Handy oder Notrufsäule den Pannendienst rufen.

Pressekontakt:

Wolfgang Sigloch

Automobil

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Telefon +49.711.7861–2386

Fax +49.711.7861–742386

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