Dachboxen und ihre Tücken

Leichtes nach oben

20. Jun 2017

  • DEKRA warnt vor Do-it-yourself bei Dachboxen
  • Zulässige Dachlast nicht überschreiten
  • Empfehlung: Mit Dachbox nicht schneller als 130 km/h


Die Sachverständigen von DEKRA warnen vor Do-it-yourself-Lösungen bei der Montage von Auto-Dachboxen. Bei baulichen Veränderungen oder der Verwendung von nicht-originalen Teilen steigt das Unfallrisiko, zudem geht in der Regel die Gewährleistung oder Haftung des Herstellers für Schäden oder Unfälle verloren.

„Wenn es mit Kind und Kegel in den Urlaub geht, sind Dachboxen für viele eine willkommene Ergänzung, denn im Kofferraum wird der Platz immer knapp“, sagt Martin Kugele, Unfallsachverständiger bei DEKRA. „Aber Vorsicht! Wenn man Träger, Box und Ladung nicht ausreichend befestigt, können sie sich vom Autodach lösen und einen schweren Unfall verursachen.“

Für eine sichere Montage sind unbedingt die Bedienungsanleitung der Boxen-Herstellers zu beachten und das mitgelieferte Spezialwerkzeug zu verwenden. Auch die passenden Originalteile gehören dazu. Lastenträger und Box müssen exakt aufeinander abgestimmt sein, damit die Box auch bei höherer Geschwindigkeit fest sitzt. Bei gebrauchten Boxen ist auf saubere Kontaktstellen und sicheren Sitz zu achten. Keinesfalls sollte man mit baulichen Veränderungen, zum Beispiel zusätzlichen Bohrungen, in die Stabilität des Systems eingreifen.

Auch bei der Zuladung heißt es aufgepasst. Es dürfen nicht mehr Kilo aufs Dach als der Autohersteller laut Betriebsanleitung erlaubt. Bei der aktuellen Mercedes-C-Klasse zum Beispiel sind es 75 Kilo, beim VW Passat 100 Kilo. Achtung: Die vom Hersteller angegebene maximale Dachlast ist das Gewicht von Basisträger, Box und Ladung zusammen.

Deshalb ist beim Beladen der Dachboxen Köpfchen gefragt. Die Oberstübchen, die teils mehr als 600 Liter fassen, eignen sich gut für leichtes, voluminöses Gepäck; schwere Teile dagegen sind weit unten im Kofferraum am besten aufgehoben. Das kommt auch dem Fahrverhalten des Fahrzeuges zugute. Ratsam ist, das Gepäck in der Box gleichmäßig zu verteilen und mit Anti-Rutsch-Matten, Spanngurten und Fangnetzen gegen Verrutschen zu sichern. Tipp: Wer Kleidung in die Spitze der Box packt, sorgt dafür, dass eventuell nach vorn rutschende Teile weich abgefangen werden.

Wie bei den Transport-Profis empfiehlt sich außerdem ein Check vor der Abfahrt: Sitzt die Box fest? Sind alle Schließpunkte eingerastet und ist die Box abgeschlossen? Auch unterwegs ist von Zeit zu Zeit, etwa in Fahrpausen, ein prüfender Blick nach oben ratsam.

Wichtig auch: „Mit einer Box auf dem Autodach muss sich der Fahrer auf ein verändertes Fahrverhalten seines Fahrzeuges einstellen. Der höhere Schwerpunkt führt zu einer größeren Seitenneigung in Kurven, der Bremsweg verlängert sich und das Fahrzeug reagiert empfindlicher auf Seitenwind“, ruft der DEKRA Unfallexperte Kugele in Erinnerung.

Eine gesetzliche Tempobeschränkung für Fahrzeuge mit Dachbox gibt es nicht. Allerdings nehmen die auf die Box wirkenden Kräfte mit steigender Geschwindigkeit im Quadrat zu. Deshalb wird Autofahrern empfohlen, nicht schneller als 130 km/h zu fahren und die Hinweise der Hersteller zu beachten.

„Wer auf ordentliche Boxen und den passenden Träger setzt, alles gut befestigt, beim Beladen und beim Fahren achtgibt“, so Kugele abschließend, „kann mit einem guten Gefühl in den Urlaub fahren.“

Pressekontakt:

Wolfgang Sigloch

Pressesprecher Automobil

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Telefon +49.711.7861–2386

Fax +49.711.7861–742386

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