DEKRA gibt Tipps zum Arbeiten am PC im Home-Office

Einfallstor für Cyber-Kriminelle

17. Nov 2020

Die Arbeit im Home-Office kann leicht zum Einfallstor von Cyber-Kriminellen werden, warnen die IT-Spezialisten der Expertenorganisation DEKRA. Fern vom IT-Operator des Arbeitgebers öffnen sich beim Arbeiten von zuhause aus häufig Sicherheitslücken, die auch die Unternehmens-IT in Gefahr bringen können.

  • Nur frei gegebene Medien verwenden
  • E-Mails immer in „Plain Text“ anzeigen
  • Arbeitgeber müssen schulen, schulen, schulen

„Bei der Datensicherheit ist der Mensch das größte Einfallstor für Cyber-Kriminelle, das auch Technik nicht zuverlässig verschließen kann“, sagt Ingo Legler, Experte für Informationssicherheit bei DEKRA. „Aber der Mensch kann auch das größte Bollwerk sein, wenn er aufmerksam ist und weiß was er tut.“ Für Beschäftigte im Home-Office kommt dem Einhalten der Mindeststandards der IT-Sicherheit deshalb essenzielle Bedeutung zu.

Rechner beim Verlassen immer sperren
„Der Arbeitsplatz muss geeignet sein. Der Couchtisch, an dem der Rest der Familie spielt oder fernsieht, ist es nicht“, betont Legler. „Auch sollte bewusst sein, dass der Rechner zu Hause nicht so sicher ist wie im Büro.“ Also gilt: den Computer immer sperren (Windows-Symbol+L oder STRG+ALT+ENTF), wenn man den Heim-Arbeitsplatz verlässt.

Einstellungen nicht verändern
Wichtig ist auch: „Nutzen Sie nur den zugelassenen Rechner und nur die freigegebenen Zugänge, selbst wenn etwas anderes funktioniert und viel einfacher ist – für den Hacker ist es dann nämlich auch einfacher!“, so der DEKRA IT-Experte. Wichtig ist es zudem, alle Einstellungen so zu belassen, wie sie vom Firmensupport eingestellt wurde. Änderungen darf nur der Support durchführen.

Nur freigegebene Medien verwenden
Auch wenn es einfach und schnell geht, sollen Heim-Anwender Daten nie auf nicht zugelassenen Medien wie USB-Stick, HDD, SSD oder Cloud Services (Dropbox, OneDrive, Amazon Drive, iCloud) verwenden. USB-Sticks unbekannter Herkunft, die zum Beispiel auf Tagungen oder Messen ausliegen dürfen nicht ungeprüft an den Rechner angeschlossen werden.

Sichere Passwörter verwenden
Ein kritisches Thema sind noch immer die Passwörter. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt komplexe Passwörter mit mindestens zwölf Stellen. Sie dürfen nicht aus dem Wörterbuch stammen und sollten aus einer drei-von-vier-Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. DEKRA Experte Legler: „Wichtig ist, das Passwort sofort zu ändern, wenn der Verdacht besteht, dass es geknackt wurde.“ Die Passwörter selbst müssen sicher aufbewahrt werden – am besten im Kopf!

E-Mail als Einfallstor für Cyber-Angriffe
Große Vorsicht ist bei Mails unbekannter Herkunft geboten. Wer unüberlegt den Anhang öffnet oder auf Links klickt, holt sich schnell Viren oder Trojaner auf den Rechner. „Bei allen nicht alltäglichen Mails muss sich der Nutzer fragen: Warum bekomme ich diese Mail?“, empfiehlt DEKRA Experte Legler. Man sollte sich folgende Fragen stellen: Bin ich dort Kunde? Habe ich zeitnah etwas gekauft oder Kontakt gehabt? Was können andere mit Daten von mir anfangen? Hole ich mir sicherheitshalber IT-Hilfe?

Mails in „Plain Text“ anzeigen
Am besten ist es, Mails im „Plain Text“ anzuzeigen, das heißt unformatiert im reinen Textformat. Das ist nicht schön, zeigt aber verräterische Links und kleine versteckte HTML-Schnipsel, die im Hintergrund auf eine gefährliche Seite führen. Plain Text dagegen zeigt, ob der Link tatsächlich zum gewünschten Anbieter führt oder zu einer fragwürdigen Webadresse.

Vorsicht vor Social Engineering
„Vorsicht ist bei neuen Bekanntschaften zu empfehlen, die ein großes Interesse an Ihrer Arbeit zeigen – da muss man doppelt vorsichtig sein!“, sagt IT-Experte Legler. Social Engineering heißt die Methode, mithilfe menschlicher Kontakte sicherheitstechnisch wichtige Daten auszuforschen.

„Arbeitgeber müssen schulen, schulen, schulen“
„Je länger das letzte Training zurückliegt, umso mehr nimmt das Bewusstsein der Mitarbeiter für IT-Sicherheit rapide ab“, weiß Legler. „Arbeitgeber müssen deshalb schulen, schulen, schulen. Awareness ist das A und O.“

Kontakt für Journalisten

Tilman Vögele-Ebering

Pressesprecher Industrie

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+49.711.7861-2122
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Fax +49.711.7861-742122

Ein Mann sitzt am PC

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