Häufig gestellte Fragen

Unsere Experten beantworten die wichtigsten Fragen zum Umgang mit der "Corona-Krise"

In der aktuellen Krisensituation herrscht bei vielen Unternehmen und Organisationen große Unsicherheit in Bezug auf den richtigen Umgang mit der Coronavirus Pandemie. Viele stehen vor bisher unbekannten Herausforderungen und müssen nun schnell reagieren. Unsere Experten haben für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zur derzeitigen Lage zusammengefasst.

Haftungsausschluss:
Der Diensteanbieter übernimmt die Haftung für die Inhalte seiner Website gemäß den gesetzlichen Bestimmungen. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der auf der Website befindlichen Information wird nicht übernommen. Verweise und Links auf Websites Dritter bedeuten nicht, dass sich der Diensteanbieter die hinter dem Verweis oder Link liegenden Inhalte zu eigen macht. Die Inhalte begründen keine Verantwortung des Diensteanbieters für die dort bereit gehaltenen Daten und Informationen. Der Diensteanbieter hat keinen Einfluss auf die hinter dem Link liegenden Inhalte. Für rechtswidrige, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und für Schäden, die aufgrund der Nutzung von einem hinter dem Link liegenden Inhalt verursacht worden sind, haftet der Diensteanbieter daher nicht.

1) Technologie, Maschinen, Anlagen, Stoffe

Nach derzeitigem Stand des Wissens ist eine Übertragung von SARS-CoV-2 über den Weg des Abwassers sehr unwahrscheinlich. Eine Gefährdung für Beschäftigte in abwassertechnischen Anlagen in Zusammenhang mit den in Deutschland bisher wenigen SARS-CoV-2 Fällen ist nicht gegeben. Die Krankheit wird im direkten Kontakt mit Erkrankten durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Dessen ungeachtet, sind Schutzmaßnahmen, wie in der TRBA 220 "Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen" formuliert, zu beachten.
(Quelle Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA), Stand 09.04.2020)

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" anzuwenden. Informationen zur Desinfektion bei Viren sind in der entsprechenden Stellungnahme des Arbeitskreises Viruzidie beim RKI enthalten. Geeignete Mittel enthalten die Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (RKI-Liste) und die Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH-Liste). Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 15.05.2020)

Ob das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 in flüssigem oder getrocknetem Material mehrere Tage infektiös bleibt, ist bisher unbekannt. Ein Erhalt der Infektiosität auf abgetrockneten Oberflächen, z. B. Verpackungen oder technischen Geräten ist unwahrscheinlich. Hinweise zu Infektionsgefährdungen durch Kontakt mit Waren aus China gibt es und gab es auch bei der SARS-Epidemie 2003 nicht. Es wird die Einhaltung einer Grundhygiene empfohlen, wozu insbesondere regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife gehört. Gegenüber dem Fahrer sind die Hygieneregeln einzuhalten (Abstand 2 m, Niesettikette).
(Quelle Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA), Stand 20.03.2020)

Diese Frage muss durch fachkundige Personen oder Experten beantwortet werden. Insbesondere die spezifischen eingesetzen Chemikalien sowie die konkrete Anwendungsart sind hier von Bedeutung. Befragen Sie auch Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt und ziehen Sie ggf. einen Gefahrstoff-Spezialisten hinzu.

Auch in der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie ist nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) mit der Anwendung von Desinfektionsmitteln im privaten Haushalt kein genereller hygienischer Nutzen verbunden. Zu bedenken ist hierbei zudem, dass die Produkte gesundheitliche Risiken wie Vergiftungen und Allergien sowie das Risiko einer Resistenzbildung bergen. Daher sind grundlegende Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen mit Seife und die regelmäßige Reinigung mit haushaltsüblichen tensidhaltigen Wasch- und Reinigungsmitteln zu bevorzugen. Diese Maßnahmen bieten in der Regel ausreichenden Schutz vor der Übertragung des SARS-CoV-2-Virus durch eine Schmierinfektion über verunreinigte Oberflächen und Hände.

In Ausnahmefällen kann der zielgerichtete Einsatz von Desinfektionsmitteln auch in Privathaushalten angemessen sein, sofern dies ärztlich empfohlen wird.

Eine routinemäßige Flächendesinfektion in öffentlichen Bereichen – außerhalb von Gesundheitseinrichtungen – wird auch in der aktuellen COVID-19-Pandemie nicht empfohlen. Auch bei häufig berührten Oberflächen wie z. B. Türgriffen, Lichtschaltern oder Wasserhähnen ist eine regelmäßige Reinigung mit üblichen Reinigungsmitteln zu bevorzugen. Zudem ist konsequentes Händewaschen wichtig, um bei Kontakt mit verunreinigten Gegenständen und Oberflächen eine Übertragung und Weiterverbreitung der Erreger zu vermeiden.

Im Einzelfall kann eine Desinfektion von Oberflächen sinnvoll sein, beispielsweise wenn ein Raum von einer an COVID-19 erkrankten Person genutzt wurde.
(Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärng BZgA, Stand 29.06.2020)

Aktuell geht man von einem Mindestabstand von 2m aus. Achten Sie darauf, dass Beschäftigte die Möglichkeit zur Handhygiene haben, die Oberflächen regelmäßig gereinigt werden und Räume gelüftet werden. Praktische Tipps sind z.B. Einzelbüros, versetzte Sitzordnungen, schichtweise Wechsel um direkten Kontakt zu vermeiden oder zusätzliche Barrieren zwischen Arbeitsplätzen. Stimmen Sie solche Maßnahmen mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt ab.

Eine allgemeingültige Aussage hierzu ist nicht möglich, da dies von dem konkreten Einsatzgebiet, der Tätigkeit, den anwesenden Personengruppen und den technischen Spezifikationen der Anlage abhängt. Stimmen Sie sich mit dem Hersteller der Klima- oder Lüftungsanlage und Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie dem Betriebsarzt ab.

Nach jetzigem Erkenntnisstand ja, da die Virenhülle wasserlöslich ist.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 20.03.2020)

Die partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP Halbmasken) dürfen im Zusammenhang mit COVID-19 in Betrieben auch ohne Vorsorgeuntersuchung eingesetzt werden (für medizinische Bereiche gelten besondere Vorgaben). Sie müssen die Beschäftigten aber in der korrekten Verwendung unterweisen. Die Tragedauer wird mit 120 Minuten empfohlen (ohne Ausatemventil 75 Minuten). Danach ist eine Erholungspause von 30 Minuten vorzusehen. Die Masken müssen nach einer Schicht (8h) entsorgt werden. Bieten Sie über den Betriebsarzt Konsultationen an. Berücksichtigen Sie, dass ggf. bestehende gesundheitliche Einschränkungen bei Beschäftigten zu einer erhöhten Beanspruchung führen können. Stimmen Sie diese Maßnahmen daher mit dem Betriebsarzt vorher ab.
(Quelle Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Stand 20.03.2020)

Die Entsorgung von Abfällen, die mit Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, erfolgt nach folgenden Abfallschlüsseln (ASN):

  • Aus Haushalten immer Restabfall ASN 20 03 01.
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die nur „in sporadischen Einzelfällen“ entsprechend infizierte/erkrankte Patienten behandeln, z.B. Hausarztpraxen, ASN 18 01 04; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die entsprechend infizierte/erkrankte Patienten „schwerpunktmäßig behandeln“, z.B. Isolierstationen der Krankenhäuser, ASN 18 01 03*; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18

(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 20.03. 2020)

SARS-CoV-2 ist anderen Coronaviren sehr ähnlich, bei denen in Untersuchungen gezeigt wurde, dass Wasser keinen relevanten Übertragungsweg darstellt. Auch das Risiko einer direkten Übertragung von Coronaviren über den Stuhl infizierter Personen erscheint gering, bis heute ist kein Fall einer fäkal-oralen Übertragung des Virus bekannt.
Das Umweltbundesamt hat eine ausführliche Stellungnahme zum Coronavirus und Trinkwasser abgegeben.
(Quelle Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Aufgrund der bisher ermittelten Übertragungswege und der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importiere Waren wie importierte Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten. Diese Einschätzung gilt auch nach der jüngsten Veröffentlichung zur Überlebensfähigkeit der bekannten Coronaviren durch Wissenschaftler der Universitäten Greifswald und Bochum.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Die Stabilität von Coronaviren in der Umwelt hängt von vielen Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche sowie vom speziellen Virusstamm und der Virusmenge ab. Im Allgemeinen sind humane Coronaviren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen. In der Regel erfolgt die Inaktivierung in getrocknetem Zustand innerhalb von Stunden bis einigen Tagen. Für das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zeigen erste Laboruntersuchungen laut einem Preprint-Artikel (eine Veröffentlichung, die noch nicht durch ein in der Wissenschaft übliches Peer-Review-Verfahren geprüft wurde), dass es nach starker Kontamination bis zu 3 Stunden als Aerosol, bis zu 4 Stunden auf Kupferoberflächen, bis zu 24 Stunden auf Karton und bis zu 2-3 Tagen auf Edelstahl und Plastik infektiös bleiben kann.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Aufgrund der geringen Umwelt-Stabilität von Coronaviren erscheint eine Übertragung des Erregers über diese Wege in den meisten Fällen unwahrscheinlich. Für die Beurteilung möglicher Risiken gegenüber Infektionserregern am Arbeitsplatz sind die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie der Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe zuständig.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht auch in der aktuellen Situation keine Notwendigkeit für gesunde Menschen, im Alltag Desinfektionsmittel anzuwenden. Die Empfehlungen zum Einsatz von bioziden Stoffen im Privathaushalt sind in FAQs zum Thema dargelegt. Welche Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen sind, wenn ein Infizierter unter Quarantäne im Haushalt lebt, ist mit dem zuständigen Gesundheitsamt oder dem betreuenden Arzt bzw. der betreuenden Ärztin abzusprechen.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung (Deutschland), Stand 08.07.2020)

2) Organisation, Prozesse, Kommunikation

Sofern bestätigte Infektionen vorliegen und ggf. bei Kontakten 1. Grades, muss eine Desinfektion der betreffenden Bereiche und Arbeitsmittel vorgenommen werden. Stimmen Sie das mit dem Gesundheitsamt und dem Betriebsarzt ab. Im normalen Betrieb sollten Arbeitsmittel, die von mehreren Personen genutzt oder verwendet werden müssen, bei einem Nutzerwechsel auf geeignete Weise gereinigt werden. Stimmen Sie die Reinigung mit dem Betriebsarzt bzw. der Fachkraft für Arbeitssicherheit ab. Unterweisen Sie Ihre Beschäftigten im korrekten Umgang mit Reinigungsmitteln und legen Sie fest, was, wann und wie gereinigt werden muss.
(Quelle Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA), Stand 20.03.2020)

Aufgrund des Übertragungsweges werden berufsbedingte Infektionsrisiken mit SARS-CoV-2 am ehesten bei Tätigkeiten mit infizierten Patienten in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder bei deren Transport z. B. im Flugzeug oder im Krankenwagen gesehen. Weiterhin kann ein berufsbedingtes Infektionsrisiko in Laboratorien bestehen, in denen z. B. Verdachtsproben auf Erreger untersucht werden. Eine Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und zur Unterrichtung der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen finden Sie bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA).
(Quelle Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA), Stand 20.03.2020)

Bei beruflichen Tätigkeiten mit Kundenkontakt (wie Einzelhandel, Gastgewerbe, Sicherheitskräfte, Handwerker, Lieferdienste), im Personentransport und in Büroräumen gelten die Bestimmungen und Empfehlungen zu Infektionsschutz und Hygiene. Zu Grunde gelegt wird dabei, dass an diesen Arbeitsplätzen die Infektionsgefährdung in der Regel nicht höher ist als beim alltäglichen, sozialen Miteinander außerhalb beruflicher Tätigkeiten, d.h. beim Aufenthalt im öffentlichen Raum, bei Veranstaltungen, z. B. Fußballstadion. Hier sind die üblichen Maßnahmen wie Händehygiene, Husten- und Niesetikette sowie Verhaltensregeln im Umgang mit Menschen in der Öffentlichkeit zu berücksichtigen. Die für solche Situationen derzeit bekannten Risiken und empfohlenen Schutzmaßnahmen mit Bezug zu SARS-CoV-2 sind in den FAQ des RKI wiedergegeben.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 20.03.2020)

Berufliche Tätigkeiten, die mit einer Exposition gegenüber Biostoffen (Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen) verbunden sind, fallen grundsätzlich in den Anwendungsbereich der Biostoffverordnung (BioStoffV). Bei SARS-CoV-2 sind es Tröpfchen- und Schmierinfektionen, die ein berufsbedingtes Risiko darstellen. Eine Gefährdungsbeurteilung muss im konkreten Fall vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen. Eine Hilfestellung gibt dabei die TRBA 400.
(Quelle Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA), Stand 20.03.2020)

Die bisher vorliegenden Informationen zur Epidemiologie des SARS-CoV-2 zeigen, dass Übertragungen insbesondere bei engem (z.B. häuslichem oder medizinisch pflegerischem) ungeschütztem Kontakt zwischen Menschen vorkommen. Nach derzeitigem Kenntnisstand erfolgt die Übertragung vor allem über respiratorische Sekrete, in erster Linie Tröpfchen, z.T. auch Tröpfchenkerne (Aerosole), die z.B. beim Husten, Niesen, oder lautem Sprechen freigesetzt werden, sowie bei bestimmten medizinischen oder zahnmedizinischen Maßnahmen, die mit Aerosolbildung einhergehen (z.B. der Bronchoskopie oder der Intubation). Eine indirekte Übertragung, z.B. über Hände oder kontaminierte Oberflächen im klinischen Umfeld ist ebenfalls zu bedenken. Aus den bisher bekannten Daten und Erfahrungen mit anderen Coronaviren leiten sich Hygienemaßnahmen in Anlehnung an das Vorgehen bei SARS und MERS ab, wie sie auch in der KRINKO-Empfehlung „Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten“ dargestellt sind. Die bisher für SARS-CoV-2/ COVID-19 bekannten Daten zur Virusätiologie und den Übertragungswegen legen allerdings in der frühen Phase der Infektion eine ausgeprägtere Beteiligung des oberen Respirationstraktes nahe. Ziel ist es, die Ausbreitung in Einrichtungen des Gesundheitswesens möglichst zu vermeiden.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 26.05.2020)

Aufgrund der bisher ermittelten Übertagungswege und der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importierte Waren wie Lebensmittel, kosmetische Mittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten.

Aufgrund der geringen Umweltstabilität von Coronaviren erscheint eine Übertragung des Erregers auf Mitarbeiter von Speditionen oder Hafenmitarbeiter beim Umgang mit Containern oder Personen, die importierte Halbzeuge, Bauteile oder andere vorgefertigte Produkte weiterverarbeiten, in den meisten Fällen unwahrscheinlich.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung (Deutschland), Stand 08.07.2020)

Der Arbeitgeber hat nach Arbeitsschutzgesetz grundsätzlich die Verpflichtung die Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit für seine Beschäftigten am Arbeitsplatz zu beurteilen (sog. Gefährdungsbeurteilung ) und Maßnahmen hieraus abzuleiten. Im Rahmen der Pandemieplanung (Bevölkerungsschutz) hat der Arbeitgeber ggf. weitere Maßnahmen zu ermitteln und durchzuführen. Konkrete Hinweise hierzu finden sich zum Beispiel im Nationalen Pandemieplan auf der Homepage des RKI.

Für den Arbeitsschutz gilt, wenn eine beschäftigte Person aufgrund ihrer Arbeit mit biologischen Arbeitsstoffen umgeht, ist die Biostoffverordnung anzuwenden (§ 4 BioStoffV).

  • Biostoffe wie Viren, Bakterien etc. müssen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden.
  • Aus den Gefährdungen muss der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen für seine Beschäftigten ableiten und umsetzen. Die Maßnahmen können technisch und organisatorisch sein, wie etwa die Abtrennung der Arbeitsbereiche oder die Beschränkung der Mitarbeiterzahl.
  • Bei entsprechender Gefährdung hat der Arbeitgeber außerdem persönliche Schutzausrüstung wie beispielsweise Schutzhandschuhe oder Atemschutz zur Verfügung zu stellen.
  • Zu den Gefährdungen sind die Beschäftigten über eine Unterweisung allgemein sowie über eine arbeitsmedizinische Vorsorge individuell zu beraten. Konkretisierungen enthalten beispielsweise die Technische Regel "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" (TRBA 250) oder der Beschluss 609 "Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza", welcher derzeit in der Prävention von COVID-19 analog Anwendung findet.

Seit dem 16.04.2020 gilt zudem der SARS-Cov-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Der Arbeitgeber hat sich von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärzten beraten zu lassen sowie notwendige Infektionsschutzmaßnahmen mit den betrieblichen Interessensvertretungen abzustimmen. Der Arbeitsschutzausschuss oder ein Koorrdination-/Krisenstab koordinieren die Umsetzung und unterstützen bei der Kontrolle.
(QuelleBundesministerium für Arbeit und Soziales (Deutschland), Stand 16.04.2020)

Die Risiken sind nicht bei allen Veranstaltungen gleich groß, daher sollten die jeweils Verantwortlichen in einem vorstrukturierten Risikomanagementprozess eine sorgfältige Abwägung der konkreten Maßnahmen treffen. Das Risiko von großen und oder schwer verlaufenden COVID-19 Ausbrüchen nach einer Übertragung von SARS-CoV-2 bei einer Veranstaltung hängt von der Zusammensetzung der Teilnehmer, Art und Typ der Veranstaltung sowie Möglichkeiten der Kontrolle im Falle eines Ausbruches zusammen.
Quelle: Bundesministerium für Inneres, für Bau und Heimat (BMI), Stand 20.03.2020

Generell sollten die gleichen Prinzipien wie bei der Prävention bzw. beim Ausbruchsmanagement anderer Atemwegserkrankungen in Alten- oder Altenpflegeheimen zur Anwendung kommen:

  • Beim Auftreten von Atemwegserkrankungen oder fieberhaften Erkrankungen sollte eine Abklärung auf SARS-CoV-2 erwogen werden
  • Hinweise für Besucher (z.B. Aushang) anbringen, dass sie das Altenheim nicht aufsuchen sollen, wenn sie eine akute Atemwegserkrankung haben
  • Mitarbeiter mit akuten Atemwegserkrankungen sollten zu Hause bleiben
  • Bei neu aufgenommenen Bewohnern sollte der Gesundheitsstatus erhoben werden, Personen mit Atemwegserkrankungen oder fieberhaften Erkrankungen sind möglichst zu isolieren (s. unten)
  • Erkrankte Bewohner mit Atemwegserkrankungen oder fieberhaften Erkrankungen sollten nach Möglichkeit isoliert werden.
  • Wenn sie ihren Wohnbereich verlassen müssen, sollten sie einen Mund-Nasenschutz aufsetzen (sofern tolerierbar)
  • Generelle Informationen für Mitarbeiter, Bewohner und deren Besucher, welche Anstrengungen unternommen werden, um die Bewohner zu schützen
  • Hände-Desinfektionsmittel und Einmaltaschentücher sollten in allen Bereichen, auch den Wohnbereichen der Bewohner, bereit gestellt werden
  • In der Pflege von Erkrankten mit Fieber oder Atemwegserkrankungen sollte den Empfehlungen entsprechende Schutzausrüstung verwendet werden
  • Schutzausrüstung und Hinweise zu deren Benutzung sollten unmittelbar vor den Wohnbereichen platziert werden
  • Mülleimer zur Entsorgung von Einmalartikeln sollten im Innenbereich vor der Tür aufgestellt werden
  • Bei Übernahme durch bzw. Transfer in eine andere Einrichtung sollte eine Vorab-Information bezüglich Atemwegserkrankung bzw. auf COVID-19 verdächtige Erkrankung erfolgen

Zur Prävention und Management von COVID-19 in Alten-u nd Pflegeheimen und Eirichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen liegen für Bewohner/Betreute sowie für Mitarbeiter sowie Besucher/Dienstleister Hinweise und Formblätter vor.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 06.07.2020)

Hierzu wurden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die häufigsten Fragen und Antworten zusammengefasst und ein Bürgertelefon eingerichtet.

  • Tauschen Sie sich mit dem Gesundheitsamt aus
  • Beschäftigte informieren und über Verhaltensregeln informieren (Persönlichkeitsrechte beachten)
  • Arbeitnehmer in Bereichen, wo dies möglich ist, freistellen
  • Heim-/Telearbeit ermöglichen und fördern
  • Nicht notwendige (Dienst-)Reisen absagen, verschieben oder z.B. per Videokonferenz durchführen
  • Freiwillige Geschäftsschließungen bzw. Betriebsferien nehmen

Kontaktpersonen sind Personen mit einem unten definierten Kontakt zu einem bestätigten Fall von COVID-19. Das Zeitintervall, in dem ein Kontakt mit der Fallperson relevant ist, variiert je nachdem, ob die Fallperson im Rahmen der SARS-CoV-2-Infektion symptomatisch wurde oder nicht. Es wird zwischen symptomatischen und asymptomatischen Fällen unterschieden. Es gibt drei verschiedene Kategorien für Kontaktpersonen:
1) Kontaktpersonen der Kategorie I mit engem Kontakt ("höheres" Infektionsrisiko)
2) Kontaktpersonen der Kategorie II (geringeres Infektionsrisiko)
3) Kontaktpersonen der Kategorie III.
Detaillierte Informationen finden Sie auf der Webseite des Robert-Koch Instituts. Stand 14.07.2020

Unter Wahrung der empfohlenen Verhaltensregeln. Empfohlen wird eine Abfrage, ob sich der Betreffende in einem Risikogebiet aufgehalten hat, selbst Symptome wie Husten, Atemnot, Fieber, Erkältung aufweist oder Kontakt zu Kontaktpersonen 1. Grades hatte.
Arbeitegeber haben dies in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Zu berücksichtigen ist auch der SARS-Cov-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Raummanagement so einrichten, dass Abstände von 1,5 bis 2m eingehalten werden.

Ja, im medizinischen Bereich.
Nein, in Industriebereichen und Büros. Hier ist dies in der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und festzulegen.

Wenn allerdings ein nachweilsich erkrankter Mitarbeiter oder Besucher in den Räumen war, muss eine gründliche Desinfektion vorgenommen werden. Halten Sie Rücksprache mit dem Betriebsarzt und/oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Das Robert-Koch-Institut verweist auf seine Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2. Das Vorgehen lehnt sich an das Vorgehen bei offener Lungentuberkulose an. Bei dieser sind die Schutzmaßnahmen der Schutzstufe 3 der TRBA 250 zu berücksichtigen. Eine Gefährdungsbeurteilung muss im konkreten Fall immer vor Ort durch die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen. Stimmen Sie sich mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt ab.
(Quelle BGW, Stand 20.03.2020)

Das muss ggf. mit dem jeweiligen Besucher, Lieferanten etc. vereinbart werden. Falls er nachgewiesen infiziert ist (Bestätigung durch Labor/Gesundheitsamt) gelten Sie / Ihre betreffenden Beschäftigten ggf. als Kontaktperson 1. Grades und müssen informiert werden. Das Gesundheitsamt wird die infizierte Person nach Kontakten während der infektiösen Phase befragen.

Übertragung über Lebensmittel ist bisher nicht bekannt, die Griffe und Flächen sollten allerdings regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Vermeiden Sie die gemeinschaftliche Verwendung von Lebensmitteln, z.B. Milch, falls eine Handhygiene dann nicht möglich ist.
(Quelle Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland), Stand 20.03.2020)

Unter Einhaltung der notwendigen Hygieneregeln (Abstand 2 m, Niesettikette, Reinigung von Oberflächen, Handhygiene) wäre das zu vertreten. Es sollten nur wenige Personen im Raum sein. Der Raum muss regelmäßig belüftet werden. Denken Sie über die Möglichkeit nach, versetzte Pausen durchzuführen. Zwischendurch die Oberflächen reinigen und lüften. Ggf. können Behörden den Aufenthalt mehrerer Personen in einem Raum unterbinden.

Ja, Sie bekommen weiterhin Ihr Gehalt vom Arbeitgeber gezahlt. Ihr Arbeitgeber kann sich dann das Geld für die Lohnfortzahlung beim Bundesland zurückholen. Sollte der Arbeitgeber wider Erwarten nicht zahlen, können Sie eine Entschädi-gung (nach §56 IfSG) von der zuständigen Behörde fordern – die entspricht in den ersten sechs Wochen etwa der Höhe des Nettolohns. Danach der Höhe des Krankengeldes.

(Quelle Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Deutschland) (Deutschland), Stand 18.06.2020)

Ein gesetzlicher Anspruch, von zu Hause aus zu arbeiten, besteht nicht. Arbeitnehmer können dies jedoch mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren. Die Option kann sich zudem aus einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag ergeben.
(Quelle Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Der Arbeitgeber hat nach Arbeitsschutzgesetz grundsätzlich die Verpflichtung die Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit für seine Beschäftigten am Arbeitsplatz zu beurteilen (sog. Gefährdungsbeurteilung ) und Maßnahmen hieraus abzuleiten. Im Rahmen der Pandemieplanung (Bevölkerungsschutz) hat der Arbeitgeber ggf. weitere Maßnahmen zu ermitteln und durchzuführen. Konkrete Hinweise hierzu finden sich zum Beispiel im Nationalen Pandemieplan auf der Homepage des Robert-Koch Instituts (RKI).

Für den Arbeitsschutz gilt, wenn eine beschäftigte Person aufgrund ihrer Arbeit mit biologischen Arbeitsstoffen umgeht, ist die Biostoffverordnung anzuwenden (§ 4 BioStoffV). Biostoffe wie Viren, Bakterien etc. müssen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Aus den Gefährdungen muss der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen für seine Beschäftigten ableiten und umsetzen. Die Maßnahmen können technisch und organisatorisch sein, wie etwa die Abtrennung der Arbeitsbereiche oder die Beschränkung der Mitarbeiterzahl. Bei entsprechender Gefährdung hat der Arbeitgeber außerdem persönliche Schutzausrüstung wie beispielsweise Schutzhandschuhe oder Atemschutz zur Verfügung zu stellen. Zu den Gefährdungen sind die Beschäftigten über eine Unterweisung allgemein sowie über eine arbeitsmedizinische Vorsorge individuell zu beraten. Konkretisierungen enthalten beispielsweise die Technische Regel ""Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege"" (TRBA 250) oder der Beschluss 609 ""Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza"", welcher derzeit in der Prävention von COVID-19 analog Anwendung findet.

Seit dem 16.04.2020 gilt zudem der SARS-Cov-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Der Arbeitgeber hat sich von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärzten beraten zu lassen sowie notwendige Infektionsschutzmaßnahmen mit den betrieblichen Interessensvertretungen abzustimmen. Der Arbeitsschutzausschuss oder ein Koorrdination-/Krisenstab koordinieren die Umsetzung und unterstützen bei der Kontrolle.
(Quelle Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Fragen des Arbeitsgebers nach dem Gesundheitszustand eines Arbeitnehmers bedürfen grundsätzlich einer besonderen Rechtfertigung, da sie nicht unerheblich in das Allgemeine Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers und dessen Recht auf informationelle Selbstbestimmung eingreifen. Aus diesem Grund enthalten z. B. ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die den Arbeitgebern vorgelegt werden, auch keine Diagnosen.

Wurde bei einem Arbeitnehmer jedoch eine Erkrankung an Corona festgestellt, kann der Arbeitgeber aber Auskunft hierüber verlangen, damit er seiner Fürsorge- und Schutzpflichten nachkommen und die gesundheitlichen Belange anderer Arbeitnehmer schützen kann.
(Quelle Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Grundsätzlich ist nach wie vor die EU-DSGVO gültig. Im Zuge der Coronakrise können unter bestimmten Bedingungen Gesundheitsdaten zur Bekämpfung der Pandemie erhoben und datenschutzkonform weiterverarbeitet werden. Diese sind im Folgenden aufgeführt.

  • Erhebung privater Kontaktdaten der Mitarbeiter durch den Arbeitgeber
  • Weiterverarbeitung von Mitarbeiterinformationen nach Bekanntwerden von Aufenthalten in Risikogebieten oder bei direktem Kontakt mit Erkrankten

Detaillierte Informationen dazu finden Sie in unserem Quick Guide für Mittelständler

Umgang und Weitergabe der Information im Fall einer Erkrankung eines Angestellten

  • In der Belegschaft
    Von einer namentlichen Nennung des Erkrankten in der Belegschaft ist abzusehen. Mitarbeiten, welche mit dem erkrankten in Kontakt standen, sollten umgehend freigestellt werden. Sollte diese Maßnahmen nicht erfolgreich umsetzbar sein, kann lediglich im absoluten Ausnahmefall und nach Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden, der Namen des Erkrankten genannt werden um die Infektionsquellen zu identifizieren.
  • Übermittlung der Information an Behörden
    Falls Behörden bzw. zuständige Hoheitsträger Informationen z. B. über erkrankte Arbeitnehmer erfragen, hat der Arbeitgeber die Pflicht diese entsprechend weiterzugeben.

Weitergabe von Besucherdaten im Event- und Veranstaltungssektor nach Abfrage vom Gesundheitsbehörden für den Fall einer nachher festgestellten Erkrankung eines Teilnehmers
Sobald eine behördliche Anordnung oder eine Verfügung vorliegt, sollte der Veranstalter dieser nachkommen und die erhobenen personenbezogenen Daten der Besucher weitergeben. Jedoch muss hierbei stets der Zweck, dass diese Maßnahme notwendig ist um Gefahren für den Einzelnen oder der Allgemeinheit abzuwehren, gewahrt werden. Liegt keine Anordnung oder Verfügung vor, der Veranstalter jedoch die Einwilligung der Besucher hat, ist es ihm freigestellt diese Informationen mit den Behörden zu teilen oder nicht.

Leistungserbringer im Gesundheitsbereich sind dazu angehalten die folgenden Informationen, soweit vorhanden, an das Gesundheitsamt weiterzugeben:

  • Name und Vorname,
  • Geschlecht,
  • Geburtsdatum,
  • Anschrift der Hauptwohnung oder des gewöhnlichen Aufenthaltsortes und, falls abweichend: Anschrift des derzeitigen Aufenthaltsortes,
  • weitere Kontaktdaten,
  • Diagnose oder Verdachtsdiagnose,
  • Tag der Erkrankung, Tag der Diagnose, gegebenenfalls Tag des Todes und wahrscheinlicher Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion,
  • Wahrscheinliche Infektionsquelle, einschließlich der zugrunde liegenden Tatsachen, (Deutschland: Landkreis oder kreisfreie Stadt, außerhalb Deutschlands: Staat in dem die Infektion wahrscheinlich erworben worden ist.

Quellen:
Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (BW) - Häufig gestellte Fragen („FAQs“) zum Thema Corona
BfDI - Datenschutzrechtliche Informationen zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch Arbeitgeber und Dienstherren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie

Nutzung von VPN-Verbindungen
Um eine sichere Kommunikation im Homeoffice zu ermöglichen, sollten Arbeitnehmer sich lediglich über eine sichere VPN-Verbindung mit dem Netzwerklauf der Arbeitgeber verbinden. Das VPN ermöglicht eine verschlüsselte Kommunikation zwischen dem Sender und Empfänger und sorgt so für einen sicheren Kommunikationsablauf.

Evaluierung der Heimnetzwerke der Mitarbeiter
Arbeitnehmer sollten das eigene Heimnetzwerk und deren angeschlossene Geräte überprüfen. Das schwächste Glied eines Netzwerks bestimmt deren Sicherheit.

Durchführung eines Sicherheitscheck
Arbeitgeber sollten sicherstellen, dass auch während sich eine Vielzahl der Arbeitnehmer im Homeoffice befindet Softwareupdates und Patches regelmäßig eingespielt werden,Konfigurationen, Benutzer- und Administratorenrechte regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, Prozessen als Reaktion auf Cyberattacken auch über Remotesteuerung greifen werden bzw. falls nicht, diese entsprechend angepasst werden.

Sensibilisierung der Mitarbeiter
Arbeitgeber sollten derzeit insbesondere die Arbeitnehmer im Homeoffice nochmals eindringlich auf die damit verbundenen Gefahren im Bereich Informationssicherheit sensibilisieren.

Eine detaillierte Übersicht der empfohlenen Maßnahmen finden Sie in unserem Quick Guide für Mittelständler und deren Mitarbeiter .

Quellen:
- Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (BW) - Häufig gestellte Fragen („FAQs“) zum Thema Corona
- BfDI - Datenschutzrechtliche Informationen zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch Arbeitgeber und Dienstherren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie
- EngInsight: IT-Sicherheit in Zeiten von COVID-19

3) Personenbezogen, Gesundheit, Qualifikation

Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben:

  • Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Insbesondere ältere Menschen können, bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem, nach einer Infektion schwerer erkranken (Immunseneszenz). Da unspezifische Krankheitssymptome wie Fieber die Antwort des Immunsystems auf eine Infektion sind, können diese im Alter schwächer ausfallen oder fehlen, wodurch Erkrankte dann auch erst später zum Arzt gehen.
  • Auch verschiedene Grunderkrankungen wie z.B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen scheinen unabhängig vom Alter das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen.
  • Bei älteren Menschen mit vorbestehenden Grunderkrankungen ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf höher als wenn nur ein Faktor (Alter oder Grunderkrankung) vorliegt.
  • Wenn mehrere Grunderkrankungen vorliegen (Multimorbidität) dürfte das Risiko höher sein als bei nur einer Grunderkrankung.
  • Für Patienten mit unterdrücktem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, oder wegen Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken, wie z.B. Cortison) besteht ein höheres Risiko.

Welche Kombination von Risikofaktoren mit weiteren (Lebens-)Umständen ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19 darstellen, ist noch nicht hinreichend bekannt.

Kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

  • Schwangere scheinen nach bisherigen Erkenntnissen aus China kein erhöhtes Risiko gegenüber nicht schwangeren Frauen mit gleichem Gesundheitsstatus zu haben.
  • Bei Kindern wurde bislang kein erhöhtes Risiko für einen schweren Erkrankungsverlauf berichtet.

(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 13.05.2020)

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen die Hust- und Niesregeln, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (aktuell geht man von 1,5 bis 2 Metern aus) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Auch auf das Händeschütteln sollte verzichtet werden. Generell sollten Menschen, die Atemwegssymptome haben, zu Hause bleiben.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 20.03.2020)

Es wird dringend empfohlen, sich an die üblichen Hygienemaßnahmen zu halten, die auch vor einer Influenza-Infektion schützen:

  • Verzichten Sie darauf, sich die Hände zu geben
  • Halten Sie eine gute Händehygiene ein und waschen Sie die Hände mit ausreichend Seife und Wasser
  • Halten Sie die Husten-/Niesetikette ein (Armbeuge statt Hand)
  • Verwenden Sie Taschentücher nur einmal und entsorgen Sie sie sicher
  • Halten Sie 1,5 bis 2 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Vermeiden Sie insbesondere engen Kontakt mit Personen, die an einer Atemwegsinfektion erkrankt sind
  • Für Tätigkeiten, bei denen ein Kontakt mit Infizierten oder Verdachtsfällen besteht, sind besondere Schutzmaßnahmen vorzusehen

(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 20.03.2020)

Bei beruflichen Tätigkeiten mit Personenkontakt wie Einzelhandel, Gastgewerbe, Sicherheitsdienst, Handwerk, Lieferdienst, Personentransport und Büroräume gelten in der Regel die Bestimmungen und Empfehlungen zu Infektionsschutz und Hygiene. Hier sind die üblichen Maßnahmen wie Händehygiene, Husten- und Niesetikette sowie Verhaltensregeln im Umgang mit Menschen in der Öffentlichkeit zu berücksichtigen (siehe RKI). Da sich die Sachlage täglich ändert, ist auf aktuelle Behördliche Anordnungen vor Ort zu achten.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 20.03.2020)

Hierzu hat der ad Hoc Arbeitskreis des ABAS (Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe) die Empfehlung „Hilfestellung für die Gefährdungsbeurteilung bei Probenabholung aus Arztpraxen während einer pandemischen Situation“ erarbeitet, die im Wesentlichen vorsieht, dass in Praxen in denen Patienten mit luftübertragbaren Infektionskrankheiten behandelt werden, der Kontakt mit externem Transportpersonal (z.B. Kurierdienste, Post) so zu gestalten ist, dass diese Personen nicht exponiert werden. Dies kann z.B. dadurch erfolgen, dass die zu transportierenden Produkte oder Proben außerhalb der Praxisräume angenommen bzw. übereicht werden.
(Quelle Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Stand 20.03.2020)

Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Theoretisch möglich sind auch Schmierinfektion und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen.

  • Tröpfcheninfektion: Es kann davon ausgegangen werden, dass die hauptsächliche Übertragung über Tröpfchen erfolgt.
  • Aerosol: keine Evidenz
  • Schmierinfektion: Eine Übertragung durch Schmierinfektion / Infektion durch kontaminierte Oberflächen ist prinzipiell nicht ausgeschlossen. Welche Rolle sie spielt, ist nicht bekannt. Es wurden häufig Infektionsketten identifiziert, die am besten durch eine direkte Übertragung, z.B. durch Tröpfchen, erklärbar waren.

(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 20.03.2020)

Aktuell gibt es keine Daten zur Empfänglichkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion bei Schwangeren. Schwangere scheinen der WHO und deren Daten aus China zufolge kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Es gibt bislang keine Hinweise darauf, dass COVID-19 auf das Kind im Mutterleib übertragbar ist. Eine Übertragung auf das neugeborene Kind ist über den engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich, bisher gibt es jedoch keine Nachweise von SARS-CoV-2 in der Muttermilch. Die Datenlage ist derzeit aber noch nicht ausreichend, um diese und andere Fragen zu COVID-19 in der Schwangerschaft sicher zu beantworten.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 10.07.2020)

Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings können Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung, Stand 29.06.2020)

Die Krankheitsverläufe sind unspezifisch, vielfältig und variieren in ihrer Symptomatik und Schwere stark, sie reichen von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf machen. Im Bericht der „WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019“ wird berichtet, dass milde Fälle im Mittel (Median) einen Krankheitsverlauf von zwei Wochen haben und schwere von 3 bis 6 Wochen (44). Für 86% der Fälle aus dem deutschen Meldesystem liegen klinische Informationen vor. Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählen Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust.

Weitere Symptome: Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie, Somnolenz.

(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 10.07.2020)

Die Inkubationszeit gibt die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung an. Sie liegt bei COVID-19 im Mittel (Median) bei 5–6 Tagen. Die Spannweite ist dabei 1 bis 14 Tage.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 10.07.2020)

In einer Studie mit neun Patienten wurde die Ausscheidungsdynamik vermehrungsfähiger Viren aus Proben von Rachen und Sputum (Auswurf aus der Lunge) untersucht. Abstrichproben vom Rachen enthielten vermehrungsfähige Viren bis zum vierten Tag nach Symptombeginn, aus dem Sputum bis zum achten Tag nach Symptombeginn. Weder im Stuhl (verfügbare Proben ab dem sechsten Tag nach Symptombeginn), noch im Urin oder Serum konnten vermehrungsfährige Viren (im Urin und Serum auch keine SARS-CoV-2-RNA) nachgewiesen werden.

Die aus Studien abgeleiteten mittleren Zeiträume der Infektiosität variierten zum Teil erheblich und werden teilweise für asymptomatische Infektionen sowie für das Kindesalter kürzer angenommen.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 10.07.2020)

Aktuell steht kein Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 zur Verfügung. Laut WHO befinden sich mit Stand 7. Juli 2020 mehr als 160 Impfstoff-Kandidaten in der Entwicklung, die auf unterschiedlichen Wirkprinzipien beruhen (z. B. DNA, RNA, Protein Subunit oder Vektor-Impfstoffe) (223). Die meisten Impfstoff-Kandidaten befinden sich derzeit noch in der prä-klinischen bzw. explorativen Entwicklungsphase. Mittlerweile werden aber auch schon 21 Impfstoff-Kandidaten in klinischen Studien an Menschen untersucht (Stand 7. Juli 2020), wobei sich mehrere entweder bereits in einer klinischen Phase II Studie oder in einer kombinierten Phase I/II Studien befinden. In England hat im Juni eine Phase 2/3 Studie und in Brasilien eine Phase 3 Studie begonnen, in denen neben Impfstoff-Sicherheit und Immunogenität auch die Wirksamkeit eines vektorbasierten Impfstoffs bei Personen im Alter von über 18 Jahren untersucht werden soll.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 10.07.2020)

Das Ziel ist es, eine Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland so weit wie möglich zu verlangsamen und Krankheitsfälle möglichst zu verhindern. Wenn eine Person positiv auf SARS-CoV-2 getestet wird, ist es dafür notwendig, die Menschen zu identifizieren, die Kontakt zu dieser Person hatten. Der Gesundheitszustand dieser Menschen wird dann auf Grundlage des individuellen Risikos einer Ansteckung für die maximale Zeitspanne, die zwischen einer Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitszeichen liegt (14 Tage), beobachtet. Menschen, die engen Kontakt zu der positiv getesteten Person hatten, müssen dabei in häusliche Quarantäne.

Die Ermittlung und Beobachtung dieser sogenannten Kontaktpersonen ist Aufgabe des zuständigen Gesundheitsamts. Das Gesundheitsamt legt im Einzelfall auch das konkrete Vorgehen fest. Das Isolieren von Erkrankten und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist seit Beginn des Corona-Geschehens in Deutschland eine zentrale Säule der Bekämpfungsstrategie.

Das Robert Koch-Institut gibt Empfehlungen zum Management von Kontaktpersonen, die durch das zuständige Gesundheitsamt unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele an die Situation vor Ort angepasst werden können.
(Quelle Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA, Stand 03.06.2020)

Wer Krankheitsanzeichen wie Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und allgemeine Schwäche verspürt, die auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hindeuten, sollte zu Hause bleiben, die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und sich telefonisch beraten lassen. Am besten sollte die Telefonnummer 116117, eine lokale Corona-Hotline, die Hausarztpraxis oder ein anderer behandelnder Arzt bzw. eine Ärztin angerufen werden. Diese Kontaktstellen informieren über das weitere Vorgehen. Wenn Sie nicht gleich jemanden erreichen, versuchen Sie es erneut. In Notfällen, zum Beispiel bei akuter Atemnot, sollten Sie die Notfallnummer 112 anrufen. Um sich und andere zu schützen, sollten Sie auf keinen Fall ohne vorherige telefonische Anmeldung eine Arztpraxis aufsuchen.

Wenn Sie Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollten Sie zu Hause bleiben und sich umgehend telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt wenden – auch wenn Sie keine Krankheitszeichen haben. Das Gesundheitsamt wird Sie über die weiteren erforderlichen Schritte informieren. Welches Gesundheitsamt für Ihren Wohnort zuständig ist, kann über eine Datenbank des Robert Koch-Instituts ermittelt werden.

(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 10.07.2020)

Eine Labordiagnose sollte nur bei Krankheitszeichen durchgeführt werden Eine Labordiagnostik sollte in der Regel nur bei Krankheitszeichen zur Klärung der Ursache durchgeführt werden. Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf SARS-CoV-2 nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann. Für Ausnahmen siehe Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sowie die Nationale Teststrategie für Deutschland. Zum Umgang mit einer Warnmeldung durch die Corona-Warn-App siehe die Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie die Informationsseite zur Corona-Warn-App.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 03.07.2020)

Das RKI empfiehlt eine niederschwellige Testung aller Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung. Konkret bedeutet dies:

  • Akute respiratorische Symptome jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn bei ALLEN Patienten unabhängig von Risikofaktoren
  • Kontakt zu laborbestätigtem COVID-19-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome (siehe Steckbrief zu COVID-19)
  • Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung/Krankenhaus

Diese Kriterien werden an die aktuelle Situation in Deutschland angepasst.
(Quelle Robert-Koch Institut, Stand 05.07.2020)

Das Tragen einer MNB trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen (Fremdschutz). Für diesen Fremdschutz durch MNB gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise. Der Eigenschutz durch MNB ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum als einen weiteren Baustein, um Risikogruppen zu schützen und den Infektionsdruck und damit die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein gewisser Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt, d.h. zu einem Zeitpunkt vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen.

Der Einsatz von MNB kann andere zentrale Schutzmaßnahmen, wie die (Selbst-)Isolation Erkrankter, die Einhaltung der physischen Distanz von mindestens 1,5 m, die Hustenregeln und die Händehygiene zum Schutz vor Ansteckung, nicht ersetzen, sondern ergänzt diese.
(Quelle: Robert Koch Institut (Deutschland), Stand 21.07.2020)

Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen im Umkreis von 1-2 m um eine infizierte Person herum erhöht. Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole - auch über längere Zeit - in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, ist neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren, u.a. der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, abhängig.

Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 2 m erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt und exponierte Personen besonders tief einatmen. Ein effektiver Luftaustausch kann die Aerosolkonzentration in einem Raum vermindern.
(Quelle: Robert Koch Institut (Deutschland), Stand 10.07.2020)

Masken sind nur für Berufe im Gesundheits- und Pflegebereich notwendig, siehe Empfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA).

Ein Schnelltest, mit dem eine Bestätigung der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 eigenhändig durchgeführt werden kann, in etwa analog zu einem Schwangerschaftstest, existiert nicht. Personen, die den Verdacht haben, sich mit SARS-CoV-2 infiziert zu haben, sollten (nach telefonischer Anmeldung) ihre Ärztin bzw. ihren Arzt aufsuchen, die dann eine Labordiagnostik veranlassen können. Im Betrieb kann auch zunächst Kontakt mit dem Betriebsarzt Rücksprache gehalten werden- ein direkter Kontakt mit anderen Personen soll aber auch im Betrieb vermieden werden.

(Quelle Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland), Stand 30.06.2020)

Das Robert Koch-Institut aktualisiert auf seiner Internetseite täglich, basierend auf der aktuellen Lage, die internationalen Risikogebiete und besonders betroffenen Gebiete in Deutschland. Die Bundesregierungs sowie das Auswärtige Amt liefern stets aktuelle Informationen für Reisende.

(Quelle Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland), Stand 24.07.2020)

Eine Übertragung des Virus über Lebensmittel, wie z. B. Fleisch, ist unwahrscheinlich. Es sind bisher keine Fälle von Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus durch den Verzehr von Lebensmitteln bekannt. Das Infektionsrisiko wird außerdem durch das Erhitzen der Lebensmittel weiter reduziert, da die Coronaviren hitzeempfindlich sind.
(Quelle Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Sta-bilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Besteck oder Geschirr gelangen und auf diesen festen Oberflächen eine Zeit lang überleben. Eine Schmierinfektion erscheint dann möglich, wenn das Virus über das Besteck oder über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird. Dem BfR sind jedoch bisher keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über diesen Übertragungsweg bekannt.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Türklinken gelangen und eine Zeit lang überleben. Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird. Deshalb ist eine gute Händehygiene mit regelmäßigem Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht wichtig.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung (Deutschland), Stand 08.07.2020)

Die bisher bekannten Coronaviren SARS und MERS sind kälteunempfindlich und können bei minus 20 Grad Celsius bis zu 2 Jahre im gefrorenen Status infektiös bleiben. Bisher gibt es aber keine Hinweise zu Infektketten von SARS-CoV-2 über den Verzehr von Lebensmitteln, inklusive tiefgekühlter Lebensmittel. Die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln sollte beachtet werden.
(Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung (Deutschland), Stand 08.07.2020)

Die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen vor der Ansteckung mit Erregern von Atemwegsinfektionen sind das Einhalten der Husten- und Niesregeln, eine gute Händehygiene und das Abstandhalten (ca. 1 bis 2 Meter) von krankheitsverdächtigen Personen. Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten.

Wenn eine an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankte Person sich im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (z.B. eines chirurgischen Mundschutzes) durch diese Person sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern (Fremdschutz).

Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz korrekt sitzt. Dieser muss eng anliegend getragen werden und bei Durchfeuchtung gewechselt werden. Während des Tragens sollte er nicht (auch nicht unbewusst) verschoben werden. Lassen Sie sich von einer medizinischen Fachkraft beraten, ob diese Maßnahme in Ihrem konkreten Fall empfehlenswert ist, welche Maske für Sie geeignet ist und wie man die Maske richtig anlegt bzw. wechselt.

Hingegen gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, verringert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO kann das Tragen einer Maske in Situationen, in denen dies nicht empfohlen ist, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Das kann dazu führen, dass zentrale Hygienemaßnamen wie eine gute Händehygiene vernachlässigt werden.
(Quelle Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Deutschland), Stand 17.03.2020)

Haben Sie weitere Fragen? Kontaktieren Sie uns.

Seite teilen