„Europäischer Tag des Notrufs“ am 11.2.

Eine Nummer, die Leben rettet: Im Notfall keine Zeit mit Suchen verlieren

06. Feb. 2026

Wer innerhalb der EU einen Notruf absetzen will, braucht sich nur eine Nummer zu merken – die 112. Sie gilt schon seit vielen Jahren in allen EU-Mitgliedsstaaten. Da das aber immer noch zu viele Menschen nicht wissen, ist der 11. Februar der „Europäische Tag des Notrufs“. DEKRA unterstützt die Bemühungen, die einheitliche Notrufnummer bekannt zu machen.

  • Notrufnummer 112 gilt in der gesamten EU und darüber hinaus
  • Auch viele Länder auf anderen Kontinenten nutzen die Nummer
  • Rettungswesen spielt wichtige Rolle für die „Vision Zero“
„Im Notfall zählt jede Sekunde“, so DEKRA Unfallforscher Markus Egelhaaf. „Egal ob es sich um ein Feuer, einen häuslichen Unfall oder um einen Verkehrsunfall handelt, ist es wichtig, dass die Rettungskräfte möglichst schnell verständigt werden. Wer die Notrufnummer im Kopf hat, verliert keine Zeit. Seit die 112 einheitlich in der ganzen EU verwendet wird, gilt das nicht nur zu Hause, sondern auch auf Auslandsreisen.“
Gerade im Straßenverkehr hat das verbesserte Rettungswesen in den vergangenen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass die Zahl der Getöteten sinkt – neben Verbesserungen in der Fahrzeugtechnik und der Infrastruktur sowie Bemühungen mit Blick auf den Faktor Mensch. „Je schneller die Rettungskräfte nach einem Verkehrsunfall informiert werden, umso mehr Menschenleben können gerettet werden“, so der DEKRA Experte. „Ein gut funktionierendes Rettungswesen spielt eine wichtige Rolle für die ‚Vision Zero‘, das Ziel eines Straßenverkehrs ohne Getötete und Schwerverletzte. Die Einführung des auf der 112 basierenden automatischen Notrufs eCall in modernen Fahrzeugen war hier ein wichtiger Schritt.“
Alle seit April 2018 in der EU neu zugelassenen Fahrzeugmodelle müssen dieses System an Bord haben. Es stellt nach einem schweren Unfall automatisch eine Telefonverbindung aus dem Fahrzeug zur Notrufleitstelle her und übermittelt gleichzeitig einen Mindestsatz an Daten – nämlich die genaue Position des Fahrzeugs, den Unfallzeitpunkt, die Fahrzeugidentifikationsnummer und die Fahrtrichtung. „Anhand dieser Daten kann der Rettungsdienst auch dann schnell reagieren, wenn niemand im Fahrzeug mehr in der Lage ist, mit der Leitstelle zu sprechen.“
Sowohl für eCall als auch für normale Telefonanrufe bedeutet die einheitliche Notrufnummer 112 eine wichtige Vereinfachung: „Ganz egal, wo ich mich innerhalb der EU befinde: Es ist immer klar, welche Nummer ich im Notfall anrufen muss“, sagt DEKRA Unfallforscher Markus Egelhaaf. „Vorausgesetzt, ich weiß, dass es diese Vereinheitlichung gibt.“
Teilweise wird der einheitliche Notruf zusätzlich zu anderen, nationalen Notrufnummern verwendet. In allen EU-Staaten wird über die 112 eine ständig besetzte Leitstelle mit Fachpersonal erreicht, von wo aus entweder direkt die Einsatzkräfte entsandt werden oder der Anruf an die zuständige Leitstelle weitergeleitet wird. Nicht nur in der EU gilt der einheitliche Notruf, auch andere europäische Länder wie Großbritannien, Island, Norwegen, die Schweiz, Serbien, Russland und die Ukraine ziehen mit. Auch in vielen Ländern außerhalb Europas findet die 112 als Notrufnummer zunehmend Verbreitung.