DEKRA Experten bei ITC-Sitzung in Genf

Hochrangige Verkehrspolitiker erleben das Potenzial von V2X für die Verkehrssicherheit

19. Feb. 2026
  • Technische Demonstration mit Unterstützung der Koalition für die Sicherheit von Radfahrern
  • Drei verschiedene Anwendungsfälle zeigen, wie kritische Situationen vermieden werden können.
  • DEKRA bringt 100 Jahre Erfahrung im Bereich Verkehrssicherheit mit.

Auf der 88. Jahrestagung des Binnenverkehrskomitees in Genf (Schweiz) hatten Verkehrsbehörden aus aller Welt die Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, wie moderne Technologie dazu beitragen kann, kritische Situationen im Straßenverkehr zu vermeiden und möglicherweise Leben zu retten. Die technische Demonstration von DEKRA, unterstützt von anderen Mitgliedern der Coalition for Cyclist Safety, zeigte verschiedene Szenarien, in denen V2X-Kommunikation („Vehicle to Everything“) zu einer früheren Wahrnehmung, sichereren Entscheidungen und möglicherweise zur Vermeidung von Kollisionen beitragen kann.

Das ITC der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen ist das höchste Entscheidungsgremium der UNO für den Binnenverkehr. Die 88. Sitzung steht unter dem Titel „Innovation für die Zukunft des Binnenverkehrs vorantreiben“. In den Diskussionen wird untersucht, wie Innovation durch kohärente, wissenschaftlich fundierte und interoperable Rechtsrahmen verantwortungsvoll genutzt werden kann, um den Binnenverkehr für die Zukunft sicherer, umweltfreundlicher und widerstandsfähiger zu machen.
„Gefährdete Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger sind auf unseren Straßen einem hohen Verletzungs- oder Todesrisiko ausgesetzt, wie alle Statistiken zeigen“, sagt Christoph Nolte, Executive Vice President von DEKRA und Leiter des Geschäftsbereichs Service Vehicles. „Mehr als die Hälfte aller tödlichen Unfälle mit Radfahrern in der EU ereignen sich auf städtischen Straßen, oft in komplexen Kreuzungssituationen. V2X hat das Potenzial, Verkehrsteilnehmer auf eine potenziell kritische Situation aufmerksam zu machen, bevor sie diese überhaupt wahrnehmen können – das schafft eine ganz neue Dimension der Sicherheit.“
Was dies in realen Situationen bedeutet, wurde in der Demonstration anhand von drei verschiedenen Anwendungsfällen gezeigt: ein Auto und ein Radfahrer nähern sich einer Kreuzung, an der ein Lkw die Sicht versperrt, ein Auto nähert sich einem langsam fahrenden Radfahrer von hinten und ein Auto biegt in die Fahrbahn eines Radfahrers ein.
„Das sind Situationen, die sich jeden Tag auf unseren Straßen ereignen und Leben gefährden – oft sogar, ohne dass jemand wirklich Schuld daran hat. Unser Bewusstsein basiert auf Wahrnehmung, daher kann es einen großen Unterschied machen, wenn wir im Voraus auf kritische Situationen aufmerksam gemacht werden“, sagt DEKRA-Experte Nolte. „Wir sind dankbar für die Gelegenheit, unser Fachwissen zu diesem Thema in diese Veranstaltung einzubringen und hochrangige Entscheidungsträger zu informieren.“
Die Coalition for Cyclist Safety wurde 2023 gegründet und vereint führende Experten aus der Telekommunikations-, Automobil- und Technologiebranche, die sich alle für eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit einsetzen. Durch die Bündelung der Kräfte und Ressourcen dieser wichtigen Branchen soll die flächendeckende Einführung der V2X-Technologie beschleunigt werden. Im Mittelpunkt der Arbeit steht der Schutz von Radfahrern und anderen ungeschützten Verkehrsteilnehmern, während gleichzeitig die globale Initiative „Vision Zero“ zur Vermeidung von Verkehrstoten aktiv unterstützt wird. Die DEKRA-Demonstration auf der ITC-Sitzung wurde von den Koalitionsmitgliedern Volkswagen, Bosch eBike Systems und Commsignia sowie ADP Engineering und Bulls Bikes / ZEG unterstützt.
„Seit ihrer Gründung im Jahr 1925 setzt sich DEKRA für die Sicherheit im Verkehr ein. Auch nach 100 Jahren engagieren wir uns weiterhin dafür, wobei Nachhaltigkeit nun ein zusätzliches Ziel ist“, fügt Nolte hinzu. „Wir fühlen uns geehrt, erneut die Möglichkeit zu haben, zu den wichtigen Diskussionen auf der ITC-Jahresversammlung beizutragen, um die richtigen Entscheidungen für den Verkehr von morgen zu treffen.“
Kontakt für Journalisten
Seite teilen :