Nachhaltigkeit im Mittelstand: Omnibus bringt Entlastung – aber nicht weniger Erwartungen
Mit dem Omnibus-Paket hat die EU die Nachhaltigkeitsregulierung deutlich angepasst. Für viele Unternehmen bedeutet das zunächst eine spürbare Entlastung: Der Kreis der CSRD-berichtspflichtigen Unternehmen wird kleiner.
Doch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bleibt die Realität weitgehend unverändert. Nachhaltigkeitsinformationen werden weiterhin eingefordert – weniger durch Regulierung, dafür umso stärker durch Marktanforderungen entlang der Lieferkette und bei der Finanzierung.
In unserer Praxis zeigt sich klar:
Nachhaltigkeit ist für KMU längst nicht mehr nur Compliance, sondern ein Wettbewerbs und Finanzierungsthema.
Nachhaltigkeit ist für KMU längst nicht mehr nur Compliance, sondern ein Wettbewerbs und Finanzierungsthema.
Was das Omnibus-Paket für KMU konkret verändert
Mit der am 26. Februar 2026 veröffentlichten Änderungsrichtlinie wird der Anwendungsbereich der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) reduziert.
Ab dem Geschäftsjahr 2027 sind nur Unternehmen berichtspflichtig, die:
Ab dem Geschäftsjahr 2027 sind nur Unternehmen berichtspflichtig, die:
- mehr als 1.000 Mitarbeitende beschäftigen und
- mehr als 450 Mio. Euro Umsatz erzielen.
Kapitalmarktorientierte KMU sollen vollständig aus der Pflicht genommen werden.
Auch inhaltlich wurden die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) verschlankt. Die bereits veröffentlichten Entwürfe bilden die Grundlage für einen delegierten Rechtsakt der EU-Kommission, der Mitte 2026 erwartet wird.
Warum Nachhaltigkeit für KMU jetzt und in Zukunft relevant bleibt
Trotz der Entlastungen durch das Omnibus-Paket bleiben zwei zentrale Treiber bestehen:
1. Anforderungen von Kunden
Große Unternehmen bleiben berichtspflichtig – und benötigen weiterhin belastbare Nachhaltigkeitsdaten entlang ihrer Lieferkette. Für viele KMU bedeutet das:
Nachhaltigkeitsnachweise werden zur Voraussetzung bei Ausschreibungen, Lieferantenbewertungen und Rahmenverträge.
In der Praxis zeigt sich das vor allem durch:
In der Praxis zeigt sich das vor allem durch:
- konkrete Anfragen zu ESG-Daten,
- verbindliche Anforderungen an Nachhaltigkeitsnachweise,
- die Teilnahme an Ratings wie EcoVadis, die sich als Standard in vielen Lieferketten etabliert haben.
Gerade EcoVadis wird für viele KMU zur entscheidenden Eintrittsvoraussetzung, um bestehende Kundenbeziehungen zu halten oder neue Aufträge zu gewinnen.
Die EU-Kommission empfiehlt, Datenanforderungen künftig stärker am VSME-Standard auszurichten – ein sinnvoller Schritt, der den Aufwand reduziert, aber die Pflicht zur Datenbereitstellung nicht ersetzt.
Die EU-Kommission empfiehlt, Datenanforderungen künftig stärker am VSME-Standard auszurichten – ein sinnvoller Schritt, der den Aufwand reduziert, aber die Pflicht zur Datenbereitstellung nicht ersetzt.
2. Anforderungen von Banken
Auch bei der Finanzierung gewinnt Nachhaltigkeit deutlich an Bedeutung.
Viele Banken integrieren ESG-Kriterien schrittweise in ihre Kreditprozesse – mit direktem Einfluss auf Konditionen, Risikobewertungen und Kreditentscheidungen.
Eine strukturierte Datenbasis zu Umwelt und Sozialkennzahlen wird damit zunehmend zu einem wirtschaftlichen Vorteil – und oft zur Voraussetzung.
Viele Banken integrieren ESG-Kriterien schrittweise in ihre Kreditprozesse – mit direktem Einfluss auf Konditionen, Risikobewertungen und Kreditentscheidungen.
Eine strukturierte Datenbasis zu Umwelt und Sozialkennzahlen wird damit zunehmend zu einem wirtschaftlichen Vorteil – und oft zur Voraussetzung.
Was wir aktuell in der Praxis sehen
Trotz der regulatorischen Entlastungen ergeben sich für KMU drei klare Handlungsschwerpunkte:
1. Treibhausgasbilanzen (THG-Bilanz) als Grundlage
Eine THG-Bilanz wird für viele Anforderungen zur Basis. Sie:
- zeigt als Teil des Unternehmensprofils, dass das Unternehmen sich seiner ökologischen Verantwortung bewusst ist.
- schafft mithilfe einer korrekten CO2-Bilanz Transparenz über die größten Emissionstreiber und wirksamste Hebel zur Reduktion.
- unterstützt bei Kundenanforderungen und Förderanträgen.
- bildet oft den strukturierten Einstieg ins Nachhaltigkeitsmanagement.
2. EcoVadis: Einstieg oder Verbesserung
Immer mehr KMUs beschäftigen sich intensiv mit EcoVadis, da große Kunden entsprechende Ratings einfordern. Typische Fragestellungen sind:
- Vorbereitung der ersten Bewertung
- Verbesserung bestehender Scores
- Strukturierung und Dokumentation der erforderlichen Nachweise
Für viele KMU wird EcoVadis zur Eintrittskarte in zentrale Lieferketten.
3. Transparente (freiwillige) Nachhaltigkeitsberichte
Unternehmen, die nicht (mehr) CSRD-pflichtig sind, bündeln ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten zunehmend in kompakten Berichten. Der neue VSME-Standard (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs) ermöglicht einen pragmatischen Einstieg, während der GRI-Standard eine umfassendere Basis für eine vertieftere Berichterstattung bietet.
Ein solcher Bericht dient gleichzeitig als:
Ein solcher Bericht dient gleichzeitig als:
- Nachweis für Kunden
- Grundlage für Ratings wie EcoVadis
- internes Steuerungsinstrument
Drei pragmatische Schritte für KMU
Viele KMU fragen sich aktuell: Wie fängt man das Thema pragmatisch an?
Aus unserer Erfahrung haben sich drei Schritte bewährt:
Aus unserer Erfahrung haben sich drei Schritte bewährt:
1. Eine solide Datenbasis schaffen:
Die THG-Bilanz und einige zentrale ESG-Kennzahlen bilden die Grundlage für viele weitere Anforderungen. Saubere Daten = saubere Entscheidungen.
Die THG-Bilanz und einige zentrale ESG-Kennzahlen bilden die Grundlage für viele weitere Anforderungen. Saubere Daten = saubere Entscheidungen.
2. Schritt für Schritt statt alles gleichzeitig:
Im ersten Jahr den Status Quo mit Basisdatenlage erfassen, im zweiten Jahr Dokumente und Nachweise ergänzen – das entzerrt Personalressourcen und ist entscheidend für einen guten Prozess der kontinuierlichen Verbesserung.
Im ersten Jahr den Status Quo mit Basisdatenlage erfassen, im zweiten Jahr Dokumente und Nachweise ergänzen – das entzerrt Personalressourcen und ist entscheidend für einen guten Prozess der kontinuierlichen Verbesserung.
3. Fokus statt Perfektionismus:
Der Anfang gelingt am besten mit wenigen, zentralen Themen und einer THG-Bilanz. Danach ein kompakter Bericht – idealerweise nach VSME –, der gleichzeitig Mehrfachanfragen reduziert.
Der Anfang gelingt am besten mit wenigen, zentralen Themen und einer THG-Bilanz. Danach ein kompakter Bericht – idealerweise nach VSME –, der gleichzeitig Mehrfachanfragen reduziert.
Wo steht Ihr Unternehmen aktuell?
In einem kurzen Austausch können wir gemeinsam klären:
- welche Anforderungen für Ihr Unternehmen relevant sind
- welche Themen Priorität haben
- welche nächsten Schritte sinnvoll sind
Wir freuen uns auf ein unverbindliches Erstgespräch.