E-Mobilität braucht Expertise: Michael Ringleb im Interview
Author: DEKRA Karriere
24. Apr. 2026Karriere / ElektromobilitätDie Energiewende braucht Menschen, die für das brennen, was sie tun. Michael Ringleb ist einer von ihnen. Als Produktbetreuer für Elektrotechnik und E-Mobilität bei DEKRA steht er an einer der spannendsten Schnittstellen der Transformation: zwischen Sicherheit, Innovation und dem Ausbau einer Ladeinfrastruktur, die täglich wächst. Im Interview erzählt er, warum DEKRA für technisch begeisterte Einsteiger und Einsteigerinnen mehr ist als ein Arbeitgeber – und was es bedeutet, die Energiewende nicht nur zu begleiten, sondern aktiv mitzugestalten.
Michael, Du bist Produktbetreuer für Elektrotechnik und E-Mobilität bei DEKRA – Sachverständiger, Gutachter, Mentor und Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) der DEKRA Automobil GmbH in einer Person. Was hat Dich ursprünglich zu diesem Feld hingezogen, und wie hat sich Dein beruflicher Weg bis heute entwickelt?
Für mich war die Elektrotechnik immer präsent, sodass ich mir eigentlich kein anderes Tätigkeitsfeld vorstellen konnte. Als ich dann vor mittlerweile 18 Jahren zu DEKRA kam, musste ich natürlich erst einmal klein anfangen: Es ging ums Prüfen von ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln und ortsfesten Anlagen.
Irgendwann erkannte mein fachlicher Vorgesetzter in der Hauptverwaltung meine Fähigkeiten und fragte mich, ob ich ihn bei den elektrotechnischen Themen, die er zu verantworten hatte, nicht unterstützen wolle. Sukzessive veränderte sich über die Jahre mein Tätigkeitsfeld – und Weiterbildung stand dabei für mich immer im Fokus. 2016 folgte die Fortbildung zum öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen der Handwerkskammer Kassel, direkt im Anschluss 2017 die Anerkennung durch den VdS als Sachverständiger für das Prüfen elektrischer Anlagen. 2023 wechselte ich dann vollständig in die Hauptverwaltung nach Stuttgart, wo mich neue Themen erwarteten.
Mitte 2023 erfolgte dann die Bestellung zur VEFK der DEKRA Automobil GmbH für Prüfwesen, Gutachten und Industrie. Auch im Ladeinfrastrukturaufbau hatte sich DEKRA beim Prüfen inzwischen einen Namen gemacht. Weitere Projekte folgten, etwa die Prüfung von Übertragungswagen für die UEFA oder die Rolle als Schnittstelle zwischen Ladestation und E-Fahrzeug sowie als Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Elektrotechnik. Ab und zu werde ich von Kollegen dann auch liebevoll als „Elektro-Papst“ betitelt (lacht). 2024 kam dann noch ein weiteres Projekt auf mich zu, da ich am Markt nichts gefunden habe, was „meinen Ansprüchen“ entsprochen hat. Damals habe ich gemeinsam mit einem Messgerätehersteller und einem Großhändler die Köpfe zusammengesteckt, und zusammen haben wir ein neues Messgerät zur Marktreife gebracht.
Man spürt, dass Dich diese Arbeit erfüllt – ist diese für Dich mehr als ein Beruf? Gab es einen Moment bei DEKRA, den Du heute als Wendepunkt siehst?
Letztendlich ist es das relativ freie Gestalten der Tätigkeit, das Denken über den Tellerrand hinaus – das ist mein Beruf, meine Berufung, mein Hobby. Getreu dem Motto, das vor einiger Zeit auf einer Werbelokomotive von TX Logistik zu lesen war: „WIR BRENNEN FÜR DAS, WAS WIR TUN.“ Dem kann ich nichts weiter hinzufügen – das würde ich sofort unterschreiben. Wenn es bei mir einen Wendepunkt gab, dann war es der Wechsel aus dem Handwerk ins Prüfwesen. Und inzwischen als VEFK Verantwortung übernehmen zu dürfen und zu müssen – das war eine ganz neue Dimension. Neue Herausforderungen brachte gewiss auch der vollständige Wechsel von der Niederlassung in die Hauptverwaltung.
Wie sieht Dein Arbeitsalltag konkret aus – und was sind die Aufgaben, die Dich dabei am meisten erfüllen?
Gute Frage. Im Arbeitsalltag bin ich meist getrieben von den Fragen der Kundschaft und der Mitarbeitenden – häufig geht es um Hilfestellungen oder konkrete Anfragen, die meinen Sachverstand fordern. Was meine Aufgaben betrifft: Ich habe sehr gerne Kundenkontakt und arbeite ebenso gerne eng mit den Niederlassungen zusammen. Reine Bürotätigkeit, die sicherlich auch notwendig ist, ist nicht so ganz mein bevorzugtes Terrain. Ich komme halt aus der Praxis und suche gerne pragmatische Lösungen.
Das macht Michael bei DEKRA:
Michael Ringleb ist Sachverständiger, Gutachter, Prüfspezialist – und seit 18 Jahren bei DEKRA. Er prüft bundesweit Ladesäulen, legt dabei über 50.000 Kilometer im Jahr zurück und brennt für jede einzelne davon. Als Mentor gibt er sein Wissen mit 40 Jahren Berufserfahrung an die nächste Generation weiter.
Letztendlich ist es das relativ freie Gestalten der Tätigkeit, das Denken über den Tellerrand hinaus – das ist mein Beruf, meine Berufung, mein Hobby.
Das E-Ladenetz in Deutschland ist 2024 um mehr als 20 Prozent gewachsen – ihr sorgt dafür, dass diese Infrastruktur sicher und zuverlässig ist. Wie erlebst Du deinen Job als Beitrag zur Energiewende und zur Nachhaltigkeit?
Mit dem Wort „Job“ tue ich mich grundsätzlich etwas schwer. Für mich ist es nicht einfach eine Tätigkeit, sondern Berufung. Meine Arbeit im Bereich der Elektrotechnik erfüllt mich wirklich. Aus meiner Lehrzeit heraus waren Elektriker nicht unbedingt die gefragtesten Facharbeiter – „das bisschen Strom“ könne ja jeder machen, hieß es damals. Das hat sich durch die Energiewende sehr stark verändert. Und nicht zu vergessen: Was wir tagtäglich beim Prüfen draußen feststellen, ist ein erheblicher Fachkräftemangel am Markt. Insgesamt macht es sehr viel Spaß, ein Teil der Energiewende zu sein und daran mitzuwirken.
Du bist seit 18 Jahren bei DEKRA. Was hat Dich so lange gehalten – und wie sehen bei Euch Karrierewege für MINT-Einsteiger und Einsteigerinnen aus?
Es ist das eigenständige Arbeiten, das mich so lange bei DEKRA gehalten hat. Grundsätzlich stehen einem dort alle Wege offen. Als angehender Sachverständiger muss man sich natürlich zunächst beweisen. Es gibt unterschiedliche Wege, um als Sachverständiger der Elektrotechnik unterwegs zu sein – der Grundstock ist die Aus- und Weiterbildung sowie das Verständnis für das Handwerkliche, denn die Theorie allein kann es nicht „heilen“. Praktische Erfahrungen aus der Installation sind dabei sehr hilfreich, aber nicht zwingend für eine Karriere bei DEKRA erforderlich. Der Weg führt von Prüfungen nach DGUV V3 über den VdS-Bereich bis hin zum Prüfsachverständigen nach Landesbauordnung. Darüber hinaus eröffnen sich vielfältige Karrierewege – von der Leitung einer Fachabteilung über die Führung einer Niederlassung bis hin zu einem Wechsel in die Stuttgarter Hauptverwaltung. Mit etwas Engagement stehen einem viele Türen offen.
Insgesamt macht es sehr viel Spaß, ein Teil der Energiewende zu sein und daran mitzuwirken.
Du wirst unter anderem als Mentor beschrieben. Was bedeutet Dir diese Rolle – und was gibst Du an Berufseinsteigende weiter, das man nicht aus Vorlesungen lernen kann?
Es macht mir grundsätzlich Freude, mein Wissen an Interessierte weiterzugeben. Mit gut 40 Jahren Berufserfahrung ist da ein Wissensstand entstanden, den man weder in Vorlesungen erreichen noch dort vermitteln kann. In meiner eigenen Ausbildungszeit hat mir mein Lehrherr sehr viel gezeigt und mitgegeben – und auch mit 58 Jahren bereitet es mir große Freude, mein Wissen an neue Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben. Dabei ist mir natürlich bewusst, dass die neue Generation manchmal anders lernt, als ich es einst tat.
Wie werden Studierende und Berufseinsteigende bei Deinem Arbeitgeber eingearbeitet – und was können sie in den ersten Monaten wirklich lernen?
Es gibt bei DEKRA einen strukturierten Ausbildungsprozess mit Onboarding-Programmen. Die Einarbeitung an den Niederlassungen kann aber auch individuell gestaltet werden. Das Hineinschnuppern in unterschiedliche Fachbereiche bietet dabei echten Mehrwert – etwa wenn man feststellt, dass man sich das Prüfen von Elektrotechnik ganz anders vorgestellt hat und der Bereich Fahrzeugprüfung oder Gutachten einem besser zusagt. Bei uns steht das praktische Umsetzen von theoretischen Kenntnissen im Vordergrund. Das Studium legt den Grundstock, die weitere Ausbildung sorgt für Praxisnähe.
Bei DEKRA eröffnen sich vielfältige Karrierewege – von der Leitung einer Fachabteilung über die Führung einer Niederlassung bis hin zu einem Wechsel in die Stuttgarter Hauptverwaltung. Mit etwas Engagement stehen einem viele Türen offen.
Es ist immer spannend, Innenansichten aus einem Unternehmen zu erhalten. Wie würdest Du die Kultur und den Spirit bei DEKRA beschreiben – und was macht Deinen Arbeitgeber im Vergleich zu anderen technischen Prüforganisationen besonders?
Eine spannende Frage – auf die ich ehrlich gesagt keine direkte Vergleichsantwort habe, da ich noch nie bei einer anderen Prüforganisation gearbeitet habe. Ich würde es so formulieren: DEKRA lässt mir die Freiheit, mich so zu entwickeln, dass für alle ein Mehrwert daraus entsteht. Und ja, ich bin es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen – eine Stelle mit festen 8-bis-16-Uhr-Zeiten wäre für mich undenkbar, das wissen auch meine Kolleginnen und Kollegen. Ich habe ein hohes Maß an Flexibilität, was meine Arbeitszeiten betrifft, da ich stets unterwegs bin und nicht ausschließlich im Büro arbeite.
Du gibst Ladesäulen bundesweit zur Inbetriebnahme frei – ohne Deine Arbeit fahren dort keine E-Autos. Gibt es Momente, in denen Du den konkreten Abdruck deiner Arbeit siehst?
Konkret dann, wenn ich von Betreibern persönlich angesprochen werde und gemeinsam nach Lösungen suchen darf. Natürlich hat sich auch manches verändert: Man kann und darf nicht mehr alles selbst machen – man muss delegieren, sonst „verbrennt” man sich.
Michael, was würde Dein jüngeres Ich gerne gewusst haben – und was möchtest Du Studierenden mitgeben, die gerade am Anfang stehen und sich fragen, ob ein Einstieg bei DEKRA der richtige Weg für sie sein könnte?
Jede Menge Praktika, um ein technisches Verständnis für die Prüfaufgaben zu entwickeln. Eventuell bietet sich auch ein duales Studium an, um besser auf die Praxis vorbereitet zu sein. Was ich immer wieder erlebe: Viele junge Absolventinnen und Absolventen glauben, bereits fertig ausgebildet zu sein. Dem kann ich nur entgegnen, dass sie noch lange nicht am Ziel sind und das Leben noch eine Menge Überraschungen für sie bereithält. Uns wurde früher immer gesagt: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ – und mit dem Wissen von heute kann ich dem nur voll zustimmen.
Ich habe ein hohes Maß an Flexibilität, was meine Arbeitszeiten betrifft, da ich stets unterwegs bin und nicht ausschließlich im Büro arbeite.
- Kein Job, sondern Berufung: Bei DEKRA arbeitest Du in einem Umfeld, das Leidenschaft nicht nur zulässt, sondern aktiv fördert.
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