DEKRA bringt Expertenwissen beim International Transport Forum in Leipzig ein

13. Mai 2026Mobilität

Es ist eine Alltagsszene, wie sie in jeder Stadt vorkommt: Eine Radfahrerin rollt auf eine Kreuzung zu, ein Lkw versperrt die Sicht, gleichzeitig nähert sich ein Auto. Niemand fährt besonders schnell, niemand verhält sich offensichtlich falsch – und doch reicht ein Sekundenbruchteil, damit es gefährlich wird. Genau solche Situationen waren unter anderem Teil des Transport Forum (ITF) Summit 2026 in Leipzig – und der Beitrag von DEKRA zeigte, wie Technik Unfälle verhindern und Verkehrssysteme widerstandsfähiger machen kann.

Der ITF Summit in Leipzig als Bühne für sichere und resiliente Mobilität

Der ITF Summit gilt als das weltweit größte Verkehrsministertreffen. Regierungsvertreterinnen und
-vertreter, Branchenführer und Expertinnen und Experten aus aller Welt diskutierten hier vergangene Woche, wie Mobilität sicherer und nachhaltiger werden kann.
DEKRA war nun in diesem Jahr erstmals als Mitglied des ITF Corporate Partnership Board dabei – und nutzte die Bühne, um konkrete Lösungen zu zeigen: von vernetzten Fahrzeugen über Radverkehrssicherheit bis hin zu unabhängigen Batterieprüfungen für Elektroautos.
Im Eröffnungsplenum sprach DEKRA Vorstandschef Stan Zurkiewicz über die zentrale Frage des Gipfels: Wie finanzieren wir ein widerstandsfähiges Verkehrssystem – und warum lohnt sich diese Investition?
Widerstandsfähigkeit zahlt sich aus, wenn Investitionen durch starke Governance, vertrauenswürdige Daten und unabhängige Prüfung über den gesamten Lebenszyklus von Verkehrsinfrastruktur und -systemen ergänzt werden.
Stan Zurkiewicz, CEO DEKRA.

Live-Demo zu V2X Technologie in Leipzig: Wenn Autos miteinander sprechen

Besonders greifbar wurde das Thema Sicherheit bei einer Live-Demonstration im Rahmenprogramm des Gipfels. Unterstützt von der „Coalition for Cyclist Safety“ zeigten DEKRA Expertinnen und Experten, wie sogenannte V2X-Technologien (Vehicle-to-Everything) Leben retten können.
Fahrzeuge kommunizieren dabei miteinander und mit ihrer Umgebung, zum Beispiel mit Infrastruktur oder mobilen Endgeräten. So können sie vor Gefahren warnen, bevor Menschen sie überhaupt wahrnehmen.
Besonders Radfahrende und zu Fußgänger tragen ein hohes Risiko für schwere oder sogar tödliche Verletzungen, vor allem an unübersichtlichen Kreuzungen im dichten Stadtverkehr. V2X-Technologie kann hier eine völlig neue Sicherheitsstufe schaffen, weil sie Verkehrsteilnehmende frühzeitig vor kritischen Situationen warnt, lange bevor sie diese selbst erkennen.
Die Live-Demo in Leipzig behandelte drei realistische Szenarien:
  • Ein Auto und ein Radfahrender nähern sich einer Kreuzung, ein Lkw blockiert die Sicht.
  • Ein Auto fährt von hinten auf einen langsameren Radfahrenden auf.
  • Ein Auto biegt in die Spur eines Radfahrenden ein.
In allen Fällen warnt die Technik noch bevor der Mensch die Gefahr sehen kann. Denn oftmals entstehen solche Situationen, ohne dass ein klarer Verursachender benennbar ist. Frühe Wahrnehmung zu ermöglichen, ist daher das A und O.

Vertrauen in E-Mobilität: DEKRAs patentierter Batterietest

Sicherheit und Resilienz enden nicht an der Kreuzung. Sie spielen auch eine Rolle, wenn Menschen sich für oder gegen ein gebrauchtes Elektroauto entscheiden.
Für DEKRA ist klar: Ohne einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt wird sich Elektromobilität nur schwer durchsetzen. Eine der größten Hürden: die Unsicherheit über den Zustand der Antriebsbatterie.

Unsicherheiten über den Zustand der Antriebsbatterie gehören zu den größten Hindernissen für diese Entwicklung. Mit unserem patentierten State-of-health-Test, den wir auch auf dem Gipfel vorstellen, können wir die Restkapazität der Batterie unabhängig, schnell und präzise ermitteln. Das gibt potenziellen Käufern Sicherheit und schafft Vertrauen.
Christoph Nolte, Executive Vice President bei DEKRA und Leiter der Service Division Vehicles
Der Test misst den Gesundheitszustand der Batterie (State of Health) und soll so Transparenz in den Markt bringen. Aktuell lässt sich das patentierte Verfahren bereits bei nahezu 160 verschiedenen Fahrzeugmodellen anwenden

Resilienz im Bereich sichere Mobilität kostet – Nichtstun aber auch

Im Eröffnungsplenum diskutierte Stan Zurkiewicz gemeinsam mit Regierungsvertretern und Branchenführern, wie sich widerstandsfähige Verkehrssysteme finanzieren lassen – und warum sie sich lohnen. Seine Kernbotschaft: Es geht nicht nur um neue Technik, sondern auch um eine andere Haltung.
Das erfordert einen Wandel, weg vom reaktiven Krisenmanagement hin zu einer proaktiven, systemweiten Leistungsüberwachung“, so Zurkiewicz. „Diese gibt Investoren, Betreibern und Bürgern das Vertrauen, dass Verkehrssysteme auch unter Belastung funktionieren. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob wir uns Resilienz leisten können, sondern ob wir es uns leisten können, darauf zu verzichten.

Künstliche Intelligenz im Verkehr: Innovation ja, aber mit Sicherheitsnetz

In einer Ministerrunde stand das nächste große Zukunftsthema im Mittelpunkt: Künstliche Intelligenz im Verkehr. Wie lässt sich KI so einsetzen, dass Systeme widerstandsfähiger und sicherer werden – und gleichzeitig Vertrauen bestehen bleibt?
Wenn KI zunehmend in den Verkehr integriert wird, müssen die Behörden zwei Dinge in Einklang bringen: Innovation vorantreiben und gleichzeitig Sicherheit, Cybersecurity und das Vertrauen der Öffentlichkeit wahren.
Stan Zurkiewicz, CEO DEKRA
Aus Sicht von DEKRA spielen unabhängige Prüfungen und Zertifizierungen eine Schlüsselrolle. Sie sollen sicherstellen, dass KI-Anwendungen im Verkehr nicht nur innovativ, sondern auch verlässlich sind. Investitionsregeln sollten Finanzierungen direkt mit messbaren Zielen verknüpfen – etwa in Bezug auf Sicherheit, Resilienz und Rechenschaftspflicht.

DEKRA als Brückenbauer für sichere Mobilität zwischen Politik, Industrie und Praxis

Über alle Formate hinweg – Live-Demos, Plenen, Ministerrunden – zog sich vor Ort ein roter Faden durch den Auftritt von DEKRA beim ITF Summit 2026: Nur wenn Politik, Industrie und unabhängige Expertinnen und Experten eng zusammenarbeiten, können Verkehrssysteme zugleich sicherer, nachhaltiger und widerstandsfähiger werden.
Die Szene an der Kreuzung – mit Radfahrerin, Lkw und Auto – bleibt dabei mehr als nur ein Demo-Szenario. Sie steht stellvertretend für einen Verkehr, in dem Technik, kluge Regulierung und unabhängige Prüfung Hand in Hand gehen. Damit Gefahrensituationen nicht erst spürbar werden, wenn es zu spät ist.
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