Sauberes Trinkwasser für alle: Mit UNICEF und Solarpanels gegen Wasserknappheit

29. Juli 2026Sustainability Stories / Konzern

Eine Frage der Verantwortung: DEKRA unterstützt den UNICEF-Einsatz für sichere Wasserversorgung

Es gibt Dinge im Leben, deren Wert man erst erkennt, wenn sie fehlen. Sauberes Trinkwasser gehört dazu. Dabei ist Wasserknappheit für viele kein fernes Szenario. Denn für mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit fehlt zuhause der Zugang zu sicherem Trinkwasser. Für sie ist Wasserknappheit Alltag. Zum Beispiel dann, wenn der Weg am Morgen nicht zur Schule führt, sondern zur weit entfernten Wasserstelle. Wenn Kochen zur Herausforderung wird. Oder wenn ein Mädchen während ihrer Periode keinen Zugang zu grundlegender Hygiene hat. Momente wie diese gibt es viele. Und es gibt sie auch in zahlreichen Regionen in Äthiopien und Indien.

„Die Auswirkungen des Klimawandels treffen oft diejenigen besonders hart, die ohnehin schon unter schwierigen Bedingungen leben“, sagt Moritz Stocker. Der Project Manager Corporate Sustainability bei DEKRA ist mit dem Thema eng vertraut – und treibt es mit seinen Kollegen auf Unternehmensseite voran. „DEKRA ist ein globales Unternehmen und deshalb haben wir auch eine globale Verantwortung.“ Wie diese Verantwortung konkret aussieht, zeigt DEKRA durch seine Partnerschaft mit dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF. Rund 860.000 Kinder und deren Familien in Äthiopien und Indien sollen durch die Partnerschaft bis zum Jahr 2030 Zugang zu sauberem und bezahlbarem Trinkwasser erhalten. Um das zu erreichen, unterstützt DEKRA die UNICEF-Initiative „Water Security for All“ über fünf Jahre mit insgesamt fünf Millionen Euro.
Die Auswirkungen des Klimawandels treffen oft diejenigen besonders hart, die ohnehin schon unter schwierigen Bedingungen leben.
Moritz Stocker, Project Manager Corporate Sustainability bei DEKRA

Wasserversorgung garantieren – zuverlässig und preisstabil

Im Fokus stehen die äthiopischen Dürreregionen Somali und Oromia sowie die indischen Bundesstaaten Rajasthan, Chhattisgarh und Madhya Pradesh. Auch wenn die Gebiete tausende Kilometer trennen – die Herausforderungen sind ähnlich: Unregelmäßige Niederschläge, sinkende Grundwasservorräte und steigende Temperaturen setzen die Bevölkerung zunehmend unter Druck. „Die Menschen vor Ort benötigen eine Wasserversorgung, die unabhängig von Regen oder Oberflächengewässern ist“, erklärt Moritz Stocker. „Diese Versorgung muss klimaresilient sein – und nachhaltig.“
Was das bedeutet, zeigt ein Blick nach Balisareedo im äthiopischen Bezirk Guna Gado. In dem kleinen Dorf in der Somali-Region hat dank der Fördermittel im vergangenen Jahr der Bau eines vollständig solarbetriebenen Wasserverteilungssystems begonnen. Ein vom Staat bereits gebohrter Brunnen kann so endlich zuverlässig von der Bevölkerung genutzt werden. Statt Dieselmotoren soll künftig eine 60-Kilowatt-PV-Anlage die nötige Energie liefern – auch dann, wenn Treibstoff fehlt oder Preise schwanken. Sobald das System fertiggestellt ist, soll es 8.500 Menschen mit Trinkwasser versorgen.
In Äthiopien verschärft sich die Wasserkrise durch ausbleibende Regenzeiten, anhaltende Dürre und zunehmende Klimaschwankungen. Die kurzen Regenfälle Ende 2025 gehörten zu den spärlichsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders im Süden des Landes sind viele Wasserquellen versiegt oder nur noch unzuverlässig nutzbar. Auch Indien leidet unter wachsendem Wasserstress: Mehr als 600 Millionen Menschen leben in Regionen mit hoher bis extremer Wasserknappheit. Klimaschwankungen, unregelmäßiger Regen und sinkende Grundwasserspiegel verschärfen vor allem in ländlichen Gebieten die Versorgung mit Trinkwasser.

Sichere Wasserversorgung: Heute Grundlagen schaffen, morgen Ergebnisse erzielen

Mehr als ein Jahr ist seit Beginn der Partnerschaft von UNICEF und DEKRA inzwischen vergangen: Neben einzelnen ganz konkreten Projekten wie dem in Balisareedo lag der Fokus der Partnerschaft in den vergangenen Monaten vor allem darauf, die technischen und institutionellen Grundlagen für mehr Klimaresilienz und Wassersicherheit zu schaffen. In Äthiopien hatten dabei sowohl lokale Behörden und Führungspersonen als auch die Ältesten der Gemeinden und Frauengruppen Gelegenheit, ihre persönlichen Erfahrungen und Meinungen zu teilen und den Prozess aktiv mitzugestalten. Entwickelt wurden unter anderem drei Verfahren zur Datenerhebung, etwa für die systematische Erfassung von Wasserquellen. Das Ziel: Klimarisiken und Wassersicherheit vor Ort in Zukunft besser bewerten zu können.
In Indien führten UNICEF und seine lokalen Partner in ausgewählten Orten Klima- und Grundwasseranalysen durch. Die Ergebnisse – unter anderem zu saisonalen Schwankungen oder Grundwasserstress – stellten sie den Gemeinden auf Wissensplattformen zur Verfügung. Außerdem wurde der Ausbau und Betrieb von insgesamt 108 solarbetriebenen Wassersystemen vorangetrieben. Um Wartung, Überwachung und Fehlerbehebung sicherzustellen, sollen lokale Techniker, Ingenieure und Pumpenbetreiber künftig Zugang zu Schulungen erhalten. „Diese Grundlagen sind wichtig, denn nur so können wir langfristig wirkungsvolle Ergebnisse erzielen – vor allem in Umgebungen, die klimatisch vor immer größeren Herausforderungen stehen“, so Moritz Stocker.

Das DEKRA Climate Impact Programm ist mehr als ein Claim

Nachhaltig denken – und handeln: Für UNICEF und DEKRA steht das auch in den nächsten vier Partnerschaftsjahren an erster Stelle. Und so geht es weiter. In Äthiopien unter anderem mit weiteren klimaresilienten Wassersystemen und der Ausweitung der Programme auf weitere Dürreregionen in Oromia und Somali. In Indien mit noch besseren Monitoring- und Beschwerdemechanismen und einer flächendeckenden Verankerung von solarbetriebenen Lösungen für die dezentrale Wasserversorgung einzelner Gemeinden. Auch Moritz Stocker und seine Kollegen bleiben am Ball. So ist die Partnerschaft mit UNICEF Teil des DEKRA Climate Impact Programms, bei dem ein wirkungsorientierter und ehrlicher Ansatz im Mittelpunkt steht (siehe Infokasten). „Für DEKRA ist Klimaverantwortung mehr als ein Claim oder ein bilanzielles Neutralitätsversprechen“, sagt Moritz Stocker, „wir wollen realen Klimanutzen schaffen.“
Das Kind, das am Morgen nicht zur Schule geht, sondern zur weit entfernten Wasserstelle. Die Mutter, die kein sauberes Wasser zum Kochen hat. Das Mädchen, das auf Hygiene verzichten muss. Momente wie diese wird es weiterhin geben. Weltweit und auch in Äthiopien und Indien. Doch sie werden hoffentlich seltener vorkommen. Was es dafür braucht, ist Zusammenarbeit: lokal und global. „Unser Klimaverantwortungsansatz basiert auf den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen“, erklärt Moritz Stocker. Die Partnerschaft mit UNICEF zeige, wie aus Theorie Praxis werden könne. Wie es nun weitergeht? „Wir werden unseren Ansatz weiterverfolgen, nach außen tragen und größer machen – gemeinsam mit UNICEF und weiteren Institutionen und Unternehmen. Denn wir sind davon überzeugt: Nur zusammen lässt sich echte Wirkung erzeugen.“
Das DEKRA-Klimaschutzprogramm verbindet die konsequente Reduzierung der eigenen Emissionen mit der Unterstützung externer Klimaprojekte. Auf diese Weise will DEKRA seinen CO₂-Fußabdruck im Einklang mit dem „Degree-Ziel“ verringern und gleichzeitig den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel durch Projekte wie Wiederaufforstung, Renaturierung von Mooren und solarbetriebene Trinkwasserversorgung stärken. Weitere Informationen finden Sie auf der Website.
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