Nachhaltigkeitsberichte auf dem Prüfstand: Warum sich eine externe Verifizierung schon heute lohnt
02. Nov. 2026Sustainability StoriesMehr Glaubwürdigkeit, belastbare Daten und eine gute Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen: Eine externe Verifizierung des Nachhaltigkeitsberichts bietet Unternehmen konkrete Vorteile – unabhängig davon, ob sie verpflichtend oder freiwillig berichten.
Nachhaltigkeitskommunikation steht aktuell besonders im Fokus. Mit der EmpCo-Richtlinie und den damit verbundenen Änderungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) steigen die Anforderungen an nachvollziehbare und belegbare Nachhaltigkeitsaussagen. Gleichzeitig erwarten Kunden, Geschäftspartner und Banken zunehmend verlässliche Informationen darüber, wie Unternehmen mit ökologischen und sozialen Herausforderungen umgehen, welche Maßnahmen sie umsetzen, und welche Fortschritte sie erzielen.
Ein Nachhaltigkeitsbericht schafft Transparenz. Doch wie belastbar sind die darin enthaltenen Angaben? Eine unabhängige externe Verifizierung kann helfen, die Qualität der Daten zu überprüfen, Verbesserungspotenziale aufzudecken und das Vertrauen in die Berichterstattung zu stärken.
1. CSRD im Blick: Heute vorbereiten, morgen profitieren
Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die Europäische Union die Nachhaltigkeitsberichterstattung grundlegend weiterentwickelt. Für Unternehmen, die unter die geltenden Berichtspflichten fallen, ist auch eine externe Prüfung der Nachhaltigkeitsinformationen vorgeschrieben.
Durch die jüngsten Änderungen im Rahmen des Omnibus-I-Pakets wurde der Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen deutlich eingeschränkt. Für Unternehmen, die nach den neuen Regelungen weiterhin unter die CSRD fallen und deren erstes Berichtsjahr 2027 ist, wird der erste Bericht grundsätzlich 2028 veröffentlicht. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben und Übergangsregelungen.
Wer für das Geschäftsjahr 2027 einen CSRD-Bericht vorbereiten muss, sollte die Datenqualität und Prüfungsfähigkeit bereits heute in den Blick nehmen. Denn belastbare Kennzahlen, nachvollziehbare Nachweise und funktionierende interne Prozesse entstehen nicht über Nacht. Berichtspflichtigen Unternehmen empfiehlt es sich daher, bereits 2027 einen CSRD-Bericht zu erstellen und freiwillig extern prüfen zu lassen.
Solch eine freiwillige externe Verifizierung im Vorfeld der verpflichtenden Prüfung kann dabei helfen, Datenlücken frühzeitig zu erkennen, Verantwortlichkeiten zu klären und die Dokumentation zu verbessern. Gleichzeitig lernen Unternehmen typische Prüfungsabläufe kennen und können sich gezielt auf die Zusammenarbeit mit dem später zuständigen Prüfer vorbereiten.
Wichtig dabei: Eine freiwillige Verifizierung ersetzt nicht die gesetzlich vorgeschriebene CSRD-Prüfung. Sie kann jedoch einen wertvollen Probelauf darstellen und die Voraussetzungen für eine strukturierte Berichterstattung verbessern.
2. Mehr als eine Formalität: Qualität und Glaubwürdigkeit stärken
Eine externe Verifizierung ist weit mehr als ein zusätzlicher Kontrollschritt. Sie ermöglicht eine unabhängige Bewertung der Nachhaltigkeitsinformationen und ihrer Nachvollziehbarkeit.
Im Rahmen der Verifizierung können beispielsweise Datenquellen, Berechnungsmethoden, Nachweise und interne Prozesse betrachtet werden. Unstimmigkeiten und Verbesserungspotenziale lassen sich so identifizieren, bevor sie zu kritischen Rückfragen oder Vertrauensverlust führen.
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
- Mehr Glaubwürdigkeit: Unabhängig verifizierte Angaben stärken das Vertrauen von Kunden, Geschäftspartnern, Banken und weiteren Stakeholdern.
- Höhere Datenqualität: Fehler, Lücken und widersprüchliche Angaben können frühzeitig erkannt und korrigiert werden.
- Effizientere Prozesse: Klare Zuständigkeiten, strukturierte Datenerhebung und eine nachvollziehbare Dokumentation erleichtern die künftige Berichterstattung.
- Bessere Entscheidungsgrundlagen: Belastbare Nachhaltigkeitsinformationen unterstützen das Management dabei, Entwicklungen zu bewerten und Maßnahmen gezielt zu steuern.
Eine externe Verifizierung ist zwar kein Ersatz für ein wirksames Nachhaltigkeitsmanagement und bietet keine pauschale rechtliche Absicherung. Sie kann jedoch dazu beitragen, die Berichterstattung belastbarer zu gestalten und die Grundlage für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation zu verbessern.
3. Auch freiwillige Nachhaltigkeitsberichte profitieren
Nicht jedes Unternehmen fällt unter die CSRD-Berichtspflicht. Dennoch wächst der Bedarf an strukturierten Nachhaltigkeitsinformationen – insbesondere entlang von Lieferketten sowie im Austausch mit Banken und Geschäftspartnern.
Mit dem Voluntary Reporting Standard (VS) steht Unternehmen, die nicht zur CSRD-Berichterstattung verpflichtet sind, ein freiwilliger Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zur Verfügung. Der Standard unterstützt sie dabei, relevante ESG-Informationen strukturiert, vergleichbar und in einem angemessenen Umfang bereitzustellen.
Eine verpflichtende externe Prüfung sieht der VS nicht vor. Trotzdem kann eine unabhängige Verifizierung einen entscheidenden Mehrwert bieten. Denn auch bei freiwilligen Berichten kommt es darauf an, ob die Angaben nachvollziehbar und belastbar sind. Eine externe Prüfung kann die Qualität der Datenbasis stärken, die Transparenz gegenüber Stakeholdern erhöhen und Unternehmen dabei unterstützen, Nachhaltigkeitsinformationen fundiert zu belegen.
Gerade in Geschäftsbeziehungen mit größeren Unternehmen oder Finanzinstituten kann das von Vorteil sein. Verlässliche ESG-Daten erleichtern die Beantwortung entsprechender Anfragen, unterstützen Lieferantenbewertungen und können dazu beitragen, sich im Wettbewerb als transparenter und verlässlicher Partner zu positionieren.
Unser Tipp: Nutzen Sie den VS nicht nur als Rahmen für Ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung. Eine unabhängige Verifizierung kann zusätzlich dazu beitragen, die Qualität und Glaubwürdigkeit Ihres Berichts zu stärken.
4. Nachhaltigkeitskommunikation im Kontext der EmpCo: Nachvollziehbarkeit zählt
Seit dem 27. September 2026 gelten die durch die EmpCo-Richtlinie eingeführten Vorgaben auch im deutschen Recht. Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen müssen den einschlägigen Anforderungen entsprechen und dürfen Verbraucher nicht irreführen. Pauschale Aussagen, unzureichend belegte Versprechen und nicht regelkonforme Nachhaltigkeitssiegel stehen dabei besonders im Fokus.
Ein strukturierter Nachhaltigkeitsbericht kann eine wichtige Grundlage sein, um Nachhaltigkeitsleistungen nachvollziehbar darzustellen. Werden die zugrunde liegenden Daten zusätzlich unabhängig verifiziert, kann dies die Belastbarkeit der Informationen weiter stärken.
5. Jetzt handeln und langfristig profitieren
Ob CSRD-pflichtig oder freiwillig berichtend: Eine hochwertige Nachhaltigkeitsberichterstattung erfordert belastbare Daten, klare Prozesse und eine nachvollziehbare Dokumentation. Wer diese Grundlagen frühzeitig schafft, kann auf neue Anforderungen und steigende Erwartungen von Stakeholdern besser reagieren.
Eine externe Verifizierung bietet die Möglichkeit, die eigene Berichterstattung unabhängig bewerten zu lassen, Schwachstellen aufzudecken und konkrete Verbesserungen anzustoßen. Dadurch macht sich Ihr Unternehmen bereit für die Zukunft.
DEKRA unterstützt Unternehmen mit der unabhängigen Verifizierung von Nachhaltigkeitsberichten nach unterschiedlichen Berichtsstandards, darunter CSRD/ESRS, VS und GRI. Ergänzend bietet DEKRA einen EmpCo Quick Check an, mit dem kritische Nachhaltigkeitsaussagen in Ihrem Bericht direkt identifiziert und im Hinblick auf die geltenden Anforderungen bewertet werden können.
So schaffen Sie eine fundierte Grundlage für transparente Berichterstattung, nachvollziehbare Nachhaltigkeitsinformationen und eine glaubwürdige Kommunikation.