EmpCo tritt am 27. September in Kraft: Jetzt Umsetzungspläne, Umweltaussagen und Labels prüfen lassen

22. Juli 2026Sustainability Stories

Neue Anforderungen für Nachhaltigkeitskommunikation: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Am 27. September treten die neuen Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo) in Kraft. Damit verschärfen sich die Anforderungen an die Nachhaltigkeitskommunikation von Unternehmen erheblich. Aussagen zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsleistungen müssen künftig klar, nachvollziehbar, überprüfbar und wissenschaftlich fundiert sein. Ziel der Regelung ist es, Verbraucher besser vor Greenwashing zu schützen und für mehr Transparenz am Markt zu sorgen.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer allgemeine Umweltaussagen macht, Klimaziele extern kommuniziert oder Nachhaltigkeitssiegel nutzt, sollte jetzt prüfen, ob diese den neuen Anforderungen entsprechen. Denn unzureichend belegte oder missverständliche Aussagen können künftig rechtliche und reputative Risiken nach sich ziehen.

Umsetzungspläne werden zum zentralen Nachweis

Besondere Aufmerksamkeit gilt künftig zukunftsgerichteten Umwelt- und Klimaversprechen. Unternehmen, die beispielsweise Reduktions- oder Net-Zero-Ziele kommunizieren, benötigen dafür einen nachvollziehbaren Maßnahmen- beziehungsweise Umsetzungsplan. Die EmpCo stuft Zukunftsversprechen ohne objektiv überprüfbaren Plan ausdrücklich als irreführend ein.
Ein belastbarer Umsetzungsplan sollte insbesondere folgende Elemente enthalten:
  • Wissenschaftlich fundierte und nachvollziehbare Zielpfade
  • Konkrete und realistische Maßnahmen zur Zielerreichung
  • Zeitlich definierte Zwischenziele und Meilensteine
  • Klare Verantwortlichkeiten und Governance-Strukturen
  • Ausreichende Ressourcen und Investitionen zur Umsetzung der Maßnahmen
  • Eine belastbare Daten- und Nachweisgrundlage zur Fortschrittsmessung
  • Regelmäßige Überprüfung durch externe Sachverständige
  • Transparente Berichterstattung über den Zielerreichungsgrad
Viele Unternehmen verfügen bereits im Rahmen der CSRD-Berichterstattung oder freiwilliger Klimastrategien über entsprechende Transformations- beziehungsweise Transitionspläne. Diese können eine wichtige Grundlage für die Absicherung zukunftsbezogener Klima- und Nachhaltigkeitsaussagen darstellen. Dennoch sollte geprüft werden, ob bestehende Pläne ausreichend konkret, nachvollziehbar und für die externe Kommunikation belastbar sind.
Wer künftig Klima- oder Umweltziele öffentlich kommuniziert, muss diese mit einem belastbaren Umsetzungsplan hinterlegen, der regelmäßig durch einen unabhängigen Dritten überprüft wird. Die unabhängige Prüfung ist damit eine wichtige Voraussetzung für die EmpCo-konforme Kommunikation solcher Zukunftsversprechen. Eine unabhängige Prüfung dieser Umsetzungspläne erhöht somit nicht nur die Glaubwürdigkeit gegenüber Kunden, Investoren und Geschäftspartnern, sondern schafft auch Sicherheit hinsichtlich der neuen regulatorischen Anforderungen. DEKRA bietet hierfür eine Validierung von Umsetzungs- und Transformationsplänen hinsichtlich Vollständigkeit, Qualität und Zielkompatibilität an.

Nicht nur Pläne: Auch Umweltaussagen und Labels gehören auf den Prüfstand

Viele Unternehmen verwenden heute Umweltclaims auf Websites, Produktverpackungen, in Nachhaltigkeitsberichten oder Marketingkampagnen. Mit Inkrafttreten der EmpCo werden solche Aussagen verstärkt hinterfragt werden.
Ebenso betroffen sind Nachhaltigkeitssiegel, Gütezeichen und Labels. Künftig reicht es nicht mehr aus, Kriterien intern zu definieren oder die Einhaltung selbst zu bestätigen. Vielmehr gewinnen unabhängige Prüfungen und Verifizierungen an Bedeutung, um die Glaubwürdigkeit und Konformität von Labels sicherzustellen.
Eine objektive Third-Party-Prüfung von Umweltaussagen schafft dabei mehrere Vorteile:
  • Höhere Glaubwürdigkeit und Transparenz
  • Reduzierung von Greenwashing-Risiken
  • Nachvollziehbare Nachweise für Kunden und Behörden
  • Stärkung der Markenreputation
  • Wettbewerbsvorteile durch vertrauenswürdige Kommunikation

EmpCo als Chance verstehen

Die neuen Anforderungen sind mehr als eine regulatorische Verpflichtung. Sie bieten Unternehmen die Möglichkeit, echte Nachhaltigkeitsleistungen sichtbar und glaubwürdig zu kommunizieren. Wer seine Aussagen, Ziele und Labels frühzeitig prüfen lässt, schafft Vertrauen und positioniert sich als verantwortungsbewusster Marktteilnehmer.
Gerade in einem Umfeld, in dem Verbraucher, Investoren und Geschäftspartner zunehmend Wert auf belastbare Nachhaltigkeitsinformationen legen, ist eine unabhängige Verifizierung ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Die EmpCo trägt damit dazu bei, dass nachweisbare Nachhaltigkeitsleistungen weiter an Relevanz gewinnen und reine Marketingaussagen verschwinden. Unternehmen, die Nachhaltigkeit seit Jahren konsequent verfolgen, können sich künftig deutlicher von Marktteilnehmern abheben, deren Aussagen bislang nur eingeschränkt belegt waren. Aus einer regulatorischen Anforderung wird so ein echter Wettbewerbsvorteil.

Handlungsbedarf prüfen: Sind Ihre Nachhaltigkeitsaussagen EmpCo-ready?

Der 27. September rückt näher. Unternehmen sollten die verbleibende Zeit nutzen, um ihre Nachhaltigkeitskommunikation systematisch zu überprüfen:
  • Umwelt- und Nachhaltigkeitsclaims analysieren
  • Klimaziele und Zukunftsversprechen bewerten
  • Umsetzungs- und Reduktionspläne aufstellen & überprüfen lassen
  • Labels, Siegel und Gütezeichen auf Konformität prüfen
  • Unabhängige Verifizierung als Nachweis einsetzen
Fazit: Die EmpCo bringt neue Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen mit sich. Unternehmen, die ihre Aussagen, Ziele und Nachhaltigkeitssiegel frühzeitig überprüfen und belastbare Nachweise schaffen, können regulatorische Risiken reduzieren und die Glaubwürdigkeit ihrer Nachhaltigkeitskommunikation stärken.
Lassen Sie jetzt Ihre Umsetzungspläne, Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegel überprüfen und schaffen Sie die Grundlage für eine rechtssichere, glaubwürdige und zukunftsfähige Nachhaltigkeitskommunikation.
Weitere Informationen finden Sie hier:
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