Souveräner, sicherer Datenaustausch im Mobility Data Space

02. Juni 2026Digital Trust

Am frühen Morgen öffnet ein Flottenmanager sein Dashboard: Fahrzeuge melden ihren Standort in Echtzeit, der Batteriestatus der E‑Autos aktualisiert sich, Fahrdaten zeigen auffällige Bremsmanöver an. Diese Mobilitätsdaten geben Flotten-Profis die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge sicherer, effizienter und nachhaltiger einzusetzen. Doch eine Frage bleibt: Wie gelingt dieser Datenaustausch sicher, souverän und rechtskonform – über Hersteller, Dienstleister und Ländergrenzen hinweg?

Der Mobility Data Space trägt zu sicherer Mobilität in Deutschland bei

Genau hier setzt der Mobility Data Space (MDS) an. Er schafft, gefördert vom Bundesministerium für Verkehr, eine gemeinsame Plattform für Datenaustausch im Mobilitätssektor in Deutschland, in der Unternehmen Mobilitätsdaten teilen können, ohne ihre Datenhoheit zu verlieren. Der Mobility Data Space ist Teil einer europäischen Dateninfrastruktur Mobilität und eng mit Initiativen wie der Mobilithek und Gaia‑X verknüpft.
DEKRA bringt in dieses Ökosystem seine Erfahrung rund um Sicherheit, Prüfung und Zertifizierung ein. Die Organisation unterstützt einen sicheren Datenaustausch, sorgt für Compliance beim Datenaustausch und hilft, aus Mobilitätsdaten vertrauenswürdige, skalierbare Anwendungen zu machen.

DEKRA als neutraler Partner im Mobility Data Space

EKRA positioniert sich in diesem Umfeld bewusst als neutraler, unabhängiger Akteur. Die Organisation betreibt keine eigene kommerzielle Datenplattform und ist daher unparteiisch. Stattdessen unterstützt DEKRA den Mobility Data Space als vertrauenswürdiger Partner, der die Perspektiven aller Beteiligten kennt. Das bedeutet, dass DEKRA sich nicht nur im Mobility Data Space engagiert, sondern auf den europäischen Kontext blickt: Es läuft auf einen europäischen Mobility Data Space hinaus, in dem verschiedene Datenräume, die Mobilithek und Gaia‑X‑basierte Lösungen zusammenwachsen. So entsteht ein Ökosystem, in dem Mobility Data Space EU, Gaia‑X und nationale Initiativen sich ergänzen, voneinander profitieren statt zu konkurrieren.

Governance, Standards und Trust Frameworks als Grundbausteine der sicheren Mobilität

Ein Datenraum funktioniert nur, wenn alle Beteiligten den Regeln vertrauen. Deshalb arbeitet DEKRA in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen mit – unter anderem mit führenden Fahrzeugherstellern und Branchenverbänden wie dem VDA. Im Fokus steht eine Governance, die technische, organisatorische und rechtliche Fragen zusammenführt:

  • Wer darf welche Daten wofür nutzen?
  • Wie weisen sich Unternehmen im Datenraum eindeutig aus (Identitätsmanagement)?
  • Wie stellen alle Beteiligten sicher, dass Mobilitätsdaten korrekt, vollständig und unverfälscht sind?

Ein wichtiges Thema dabei sind Basisdaten: vertrauenswürdige, sicherheitsrelevante Fahrzeugdaten, auf die sich alle Partner verlassen können. Dazu gehören etwa Daten, die für Fahrzeugsicherheit und Verkehrssicherheit eine entscheidende Rolle spielen. Wenn alle dieselbe Sprache sprechen, können neue Anwendungen viel schneller entstehen.
DEKRA konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:

  • Standards: Einheitliche Formate, Schnittstellen und Prozesse für Mobilitätsdaten. Nur mit Standards wird aus vielen Insellösungen ein Datenökosystem.
  • Interoperabilität: Daten sollen sich zwischen unterschiedlichen Plattformen, Fahrzeugen, Flotten, Ladeinfrastruktur und der Mobilithek austauschen lassen – unabhängig vom Anbieter.
  • Trust Frameworks: Verlässliche Rahmenwerke für Identitätsmanagement, Autorisierung, Datenzertifizierung und Audits. Sie sorgen dafür, dass nur berechtigte Akteure auf Daten zugreifen und geltende Regeln einhalten.
So entsteht aus einem technischen Projekt ein vertrauenswürdiger Datenraum – eine Datenplattform Mobilität, die die Grundlage für neue Services bildet, ohne Sicherheit und Compliance zu gefährden.


Sicherer Datenaustausch und der Anschluss an regulatorische und politische Ziele

Warum ist ein souveräner Datenaustausch im Mobilitätssektor für Politik und Regulierung so wichtig? Weil der Zugang zu Mobilitätsdaten entscheidend ist, um Verkehr sicherer und nachhaltiger zu machen. Viele europäische Initiativen setzen genau hier an: das EU Road Safety Policy Framework, der EU Data Act, die EU Battery Regulation, Vorgaben zu intelligenten Verkehrssystemen (ITS) und die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen. Alle verfolgen das gleiche Ziel: Daten sollen fließen – aber auf Basis klarer Regeln. Leistungsfähige, sichere Standards für Datenaustausch sind dafür unverzichtbar. Ohne sie wird Compliance zur Hürde, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen.
Wenn jede Partnerorganisation eigene, schwer zugängliche Schnittstellen baut, steigen die Kosten und Risiken. Fragmentierte Einzellösungen werden zu Markteintrittsbarrieren – gerade für Start‑ups, die innovative Anwendungen auf Basis von Shared Mobility Data entwickeln wollen.

High-Level Use Cases für sicheren Datenaustausch – wo Datenräume echten Nutzen stiften

Wie sieht das konkret aus, wenn Unternehmen Mobilitätsdaten in einem sicheren Datenraum nutzen? DEKRA arbeitet gemeinsam mit Partnern aus Automobil‑, Mobilitäts‑ und Versicherungswirtschaft an verschiedenen Use Cases im Mobility Data Space. Die folgenden Cluster zeigen, welche Themen heute besonders relevant sind:

  1. Vehicle Safety & Roadworthiness
    Mobilitätsdaten aus Fahrzeugen, Infrastruktur und Prüfprozessen helfen, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, Wartung zu planen und Verkehrssicherheit dauerhaft hochzuhalten. So können Flottenbetreiber und Werkstätten erkennen, wo Handlungsbedarf besteht – lange bevor ein Defekt zu einem Risiko wird.
  2. Sustainable Fleetmanagement
    Daten zu Fahrprofilen, Verbrauch, CO₂‑Emissionen, Routen und Standzeiten unterstützen ein nachhaltiges Fuhrparkmanagement. Unternehmen können Emissionen reduzieren, Fahrpläne optimieren und regulatorische Nachweispflichten zu Nachhaltigkeit besser erfüllen.
  3. Battery Health / E‑Mobility Trust
    Verlässliche Informationen zur Batteriegesundheit erhöhen das Vertrauen in Elektrofahrzeuge – sowohl bei Flottenbetreibern als auch bei Endkunden. Datenräume erleichtern es, Batteriezustände nachvollziehbar zu dokumentieren und als Grundlage für Entscheidungen zu Betrieb, Second Life und Recycling zu nutzen.
  4. Used Car Transparency
    Standardisierte, geprüfte Fahrzeugdaten schaffen mehr Transparenz auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Käufer können den Zustand eines Fahrzeugs besser einschätzen, Händler gewinnen Vertrauen und Versicherungen erhalten eine belastbare Basis für Tarifierung und Schadenbewertung.

Allen Clustern ist eines gemeinsam: Ohne sicheren Datenaustausch in einer verlässlichen Infrastruktur blieben sie isolierte Projekte. Erst durch Datenräume wie den Mobility Data Space, die Mobilithek und Mobility Data Hubs entsteht ein Ökosystem, in dem Unternehmen neue Services entwickeln – und Kunden ihnen vertrauen können.
DEKRA unterstützt diese Entwicklung, indem das Unternehmen Identitäts‑ und Zugangsprozesse prüft, Datenflüsse bewertet und beim Design sicherer, regelkonformer Use Cases berät. So wird aus der Vision vom Mobility Data Space Schritt für Schritt gelebte Praxis.
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