Advanced Driver Assistance Systems: Auf der Suche nach den entscheidenden Sekundenbruchteilen
Author: Alexander Föll
17. Juni 2026Moderne Assistenzsysteme in Fahrzeugen helfen ihren Fahrern zunehmend, kritische Situationen im Verkehr zu meistern. Doch was ist, wenn diese hochentwickelten Systeme nicht optimal funktionieren? Im Auftrag der Service Division Vehicles untersuchten Kollegen der ADAS-Forschungsgruppe im DEKRA Technology Center Klettwitz, welche Auswirkungen minimale Verstellungen der Kamera- und Radarsensoren am Auto haben können. Wie von Geisterhand gezogen, bewegt sich der Kinder-Dummy vor zwei parkenden Autos quer auf die Fahrbahn zu, auf der ein weißer Testwagen mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h naht. Das Unglück scheint unvermeidlich. Seine Beine deuten sogar Schritte an, aber der kleine Junge ist erst in der letzten Sekunde für den Fahrer sichtbar. Für eine menschliche Reaktion bleibt keine Zeit mehr.
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Eine Verschiebung des Sichtwinkels zwischen 3 und 5 Grad kann auftreten, wenn zum Beispiel die Frontscheibe ersetzt und dabei die Kamera nicht kalibriert wird. Eine solche Abweichung bewegt sich noch im Toleranzbereich des Systems. Es wird dann keine Fehlermeldung ausgeben, und der Fahrer geht davon aus, dass alles passt. Auch kleine, unbemerkte Parkrempler könnten die in der Front- oder Heckschürze des Autos eingebauten Radarsensoren minimal verstellen.
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Fazit: Regelmäßige Überprüfung im Rahmen der Hauptuntersuchung ist sinnvoll
Wir konnten zeigen, dass die korrekte Justierung und Kalibrierung der Umfeld-Sensorik notwendig für eine zuverlässige Funktion der ADAS ist. Bereits geringe Sensorverstellungen innerhalb des Toleranzbereiches schränken die Funktion ein und können das Verkehrssicherheitspotential senken. Eine regelmäßige Überprüfung der ADAS mitsamt Sensoren, z.B. im Rahmen der Hauptuntersuchung, erscheint daher sinnvoll, um die Wirksamkeit der Fahrerassistenzsysteme über die Fahrzeuglebensdauer zu gewährleisten.
