Herr Karrenbauer ist VW Käfer-Fahrer aus Leidenschaft. Aus seinem Alltag ist der Klassiker mit den charakteristischen Rundungen nicht mehr wegzudenken. Die Faszination mit dem Kultfahrzeug begann schon in seiner Jugend, erzählt er. Damals war es sein Traum, einen Rallye-Käfer aus den 70er Jahren zu fahren. Dies blieb eine Zeit lang auch nur eine Jugendfantasie – bis er vor einigen Jahren in den Niederlanden auf einen wahren Glücksfund stieß: ein verrostetes Modell eines VW Käfer 1302 LS von 1970. Für den erfahrenen Ingenieur war es kein Problem, das Gefährt wieder auf Vordermann zu bringen, und in einen waschechten Rallye-Käfer zu verwandeln.
Anfang der 70er Jahre wollte Porsche Salzburg (Importeur von Volkswagen in Österreich) dem VW Käfer ein sportlicheres Image verschaffen und so fand das heutige Kultauto seinen Weg in den europäischen Rallye-Sport. Die leistungsgesteigerten VW 1302 S und VW 1303 S mit ihrer bekannten silber-schwarzen Lackierung fuhren daraufhin nach dem damaligen Rallye-Reglement der Gruppe 2 und landeten auf vielen Fahrten auf den Rängen 2 bis 10 – konnten aber auch oft die ersten Plätze belegen.
Die Motoren dieser Rallye-Wagen hatten einiges auf dem Kasten. Mit 120 PS bei 6000 1/min, also 1584 cm³ und 76 PS pro Liter Hubraum, waren ihre Literleistungen an VW-Maßstäben gemessen erstaunlich, entsprachen aber auch dem Porsche-Serienwert. Zwar erreicht die Drehmoment-Kurve der VW Käfer Rallye-Wagen erst bei 5000 Touren ihr Maximum von 135Nm, dennoch düst der Motor bei 2000 1/ min los wie ein Büffel. Ein Alutank mit 70 Litern Inhalt ersetzte das kleinere Seriengefäß.
Mit Rallyes kennt sich Herr Karrenbauer aus: Schon mehrmals nahm er hobbymäßig an solchen Fahrten teil – damals noch mit seinem VW Polo. Er war stets mit viel Begeisterung dabei, auch wenn der große Erfolg ausblieb. Mittlerweile ist er fast in Rente, doch das Käfer-Fieber lässt den Auto-Enthusiasten nicht los. Zwischenzeitlich fuhr er auch Autos mit V8 Motoren, z.B. einen Ford Mustang, aber nichts ging über seinen luftgekühlten VW Käfer, zu dem er immer wieder zurückfand.