Eines vorweg: Der Mythos ist nicht vollständig falsch. Klassische Automobile, je älter, desto stärker, verbrauchen pro Kilometer mehr als ein vergleichbarer moderner Wagen. Heutige Motoren sind technisch effizienter; daran gibt es nichts zu rütteln. Dieser Unterschied ist umso ausgeprägter, je älter der verglichene Oldtimer ist. Bei dem Vergleich Oldtimer vs. modernes Fahrzeug ist zu beachten, dass die jüngsten Oldtimer aus der ersten Hälfte der 90er-Jahre stammen, und bei dem Vergleich ist der Unterschied dann nicht mehr sehr groß. Auch darf man nicht auf die Kraftstoffverbrauchsangaben schauen, da diese sich in den letzten 30 Jahren mehrfach geändert haben. Wenn wir vergleichen, können wir das tatsächlich nur bei Vergleichsfahrten valide tun.
Der bessere Wirkungsgrad moderner Triebwerke wird häufig durch das gestiegene Fahrzeuggewicht wieder zunichtegemacht. Auch gilt es zu beachten, dass die Fahrzeugmodelle im Lauf der Modellzyklen immer größer und damit ebenfalls schwerer geworden sind. Hier sind wir bei einem ehrlichen Vergleich gut beraten, Fahrzeuge mit ähnlichen Gewichten und ähnlichen Motoren (Leistung, Hubraum) gegenüberzustellen. Dann stellen wir fest, dass der Unterschied im realen Verbrauch nicht wirklich groß ist. Je geringer der Altersunterschied ist, desto geringer fallen dann auch die Kraftstoffverbrauchsunterschiede aus.
Eine Ausnahme bilden, wie eingangs bereits erläutert, sehr alte, schwere Fahrzeuge, wie Vorkriegsmodelle oder frühe Nachkriegsklassiker mit Motoren mit großem Hubraum. Diese können tatsächlich deutlich mehr Kraftstoff pro 100 Kilometer benötigen. Doch solche Fahrzeuge sind in der Szene eher die Ausnahme als die Regel und werden kaum im Alltag bewegt.