Gefahrgutrechtliche Aspekte für Labore und Krankenhäuser

Bei der Beförderung ansteckungsgefährlicher Stoffe muss die Sicherheit der Beteiligten gewährleistet sein. Daher unterliegen solche Stoffe den internationalen Gefahrguttransportvorschriften.

Klassifizierung UN 3373 für ansteckungsgefährliche Stoffe - DEKRA
Klassifizierung UN 3373 für ansteckungsgefährliche Stoffe

Klinische Proben

von Verdachtsfällen zum Nachweis von SARS-CoV-2 stuft das Robert Koch Institut (RKI) als UN 3373 Biologischer Stoff, Kategorie B ein. Zur Beförderung müssen diese Proben gemäß Verpackungsanweisung P650 verpackt und gekennzeichnet werden. Der Versand sollte gemäß RKI wenn möglich gekühlt erfolgen. Sollte dazu Trockeneis eingesetzt werden, müssen die zusätzlichen Vorschriften zur Beförderung von Trockeneis als Kühlmittel beachtet werden.

Die Verpackung besteht aus 3 Komponenten, Primär- Sekundär- und Außenverpackung, die oft in folgender Ausfertigung kommerziell erhältlich ist:

  1. Primärverpackung = Probengefäß (z.B. Tupferröhrchen oder Monovette)
  2. Sekundärverpackung = Schutzgefäß (flüssigkeitsdicht verschraubtes Plastikröhrchen, darin saugfähiges Material)
  3. Außenverpackung = Kistenförmige Verpackung

Das Versandstück muss bestimmte Anforderung an die Stabilität in Form einer Fallprüfung bestehen.
Die verschlossenen Versandstücke sind als "Biologischer Stoff, Kategorie B" und "UN 3373" in Raute (Seitenlänge mind. 50 x 50 mm) zu kennzeichnen. Das RKI empfiehlt die Angabe einer Telefonnummer einer verantwortlichen Person.
Stoffe die gemäß der genannten Bedingung befördert werden unterliegen keinen weiteren gefahrgutrechtlichen Vorschriften.

Medizinische oder klinische Abfälle

Medizinische oder klinische Abfälle

die ansteckungsgefährliche Stoffe der Kategorie B enthalten, sind der UN-Nummer 3291 zuzuordnen. Die Einstufung nimmt in der Regel ein Arzt vor. Verpackung und Kennzeichnung erfolgt gemäß den Vorgaben des ADRs. Das heißt Verwendung bauartzugelassener Verpackungen und Kennzeichnung mit Gefahrzettel. Da es sich um einen regulären Gefahrguttransport handelt, müssen weitere Anforderungen z.B. Dokumentation, Kennzeichnung der Fahrzeuge und Ausbildung der Beteiligten beachtet werden. Für die Sammlung großer Mengen solchen Materials werden häufig Container verwendet. Standardmäßig sind im ADR BK2 Container genannt. Um auch Beförderungen mit den im Abfallbereich üblichen Schüttgutcontainern zu ermöglichen, hat die BAM eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen.

Neben den gefahrgutrechtlichen Themen muss hier auch das Abfallrecht berücksichtigt werden. Das Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde vom Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe vorläufig der Risikogruppe 3 zugeordnet. Daher ist der Abfall aus dem Bereich von Einrichtungen des Gesundheitsdienstes gemäß LAGA-Mitteilung 18 „Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes“ in den Abfallschlüssel 18 01 03 eingestuft.

Auch bei ambulant betreuten COVID-19-Verdachtsfällen und leicht erkrankten bestätigten COVID-19-Patienten sollten zum Schutz des Personals der Abfallentsorger Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden. Behörden wie das Bayerische Landesamt für Umwelt empfehlen hier erstandene Abfälle (z.B. mit Sekreten bzw. Exkreten kontaminierte Taschentücher, Mund-Nasen-Schutz, Hygieneartikel; aber auch leere Joghurtbecher etc.) über den Restmüll zu entsorgen und nicht getrennt zu sammeln.

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