
DEKRA Verkehrssicherheitsreport
Der öffentliche Straßenraum ist nicht nur Verkehrsfläche, Aufenthalts- und Lebensraum, sondern für Millionen Menschen auch ihr Arbeitsplatz. Und er ist ein Hochrisikobereich. Ein Arbeitsplatz, an dem jährlich viele Menschen verunglücken.
Fahrpersonal, Einsatzkräfte und viele weitere mobile Berufsgruppen tragen täglich eine hohe Verantwortung. Sie bewegen große Fahrzeuge, arbeiten unter Zeitdruck und müssen in dynamischen Verkehrssituationen schnell und richtig reagieren.
Jann Fehlauer | Geschäftsführer der DEKRA Automobil GmbH, bei der Vorstellung des DEKRA Verkehrssicherheitsreports 2026
Der mittlerweile 19. DEKRA Verkehrssicherheitsreport beleuchtet die verschiedenen Problemfelder rund um dieses Thema aus Sicht der Unfallanalytik, der Verkehrspsychologie, der Fahrzeugtechnik, der Infrastrukturgestaltung sowie der Gesetzgebung und zeigt nachhaltige Optimierungsmaßnahmen auf.
Berufskraftfahrerinnen und -fahrer transportieren wichtige Waren fürs tägliche Leben oder die Industrie. Auf Baustellen kümmern sich Menschen um Instandsetzung und Ausbau der Straßeninfrastruktur. Beschäftigte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten müssen auf ihren Einsatzfahrten jederzeit auf unvorhersehbare Situationen eingestellt sein. Allein diese drei Beispiele zeigen die große Bandbreite der Herausforderungen rund um den „Arbeitsplatz Straßenverkehr“.
Dabei gibt es eine Vielzahl schwer kalkulierbarer Einflüsse: ungünstige Witterungsbedingungen, hohes Verkehrsaufkommen, technische Störungen oder das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmender; Zeitdruck, unregelmäßige Arbeitszeiten, monotone Fahrsituationen, fehlende Erholungsphasen und hohe Leistungsanforderungen. Müdigkeit gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren im Straßenverkehr, da sie die Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit erheblich beeinträchtigt.
Ein weiterer Risikofaktor am „Arbeitsplatz Straßenverkehr“ ist die hohe Komplexität moderner Verkehrssysteme. Digitalisierung und Vernetzung verändern die Arbeitsprozesse grundlegend. Navigationssysteme, digitale Auftragssteuerung und automatisierte Fahrfunktionen erleichtern zwar viele Aufgaben, führen jedoch auch zu neuen Anforderungen. Ablenkung durch technische Geräte gehört zu den großen Herausforderungen moderner Verkehrssicherheit.
Ein grundlegendes Problem im Umgang mit dem Arbeitsplatz Straße ist die begrenzte „Sichtbarkeit“ des tatsächlichen Risikos. Denn in vielen statistischen Systemen wird nicht ausreichend unterschieden, ob eine Fahrt aus privaten oder beruflichen Gründen erfolgt. Dadurch bleibt ein Teil des Unfallgeschehens unzureichend dokumentiert. Nur wenn das tatsächliche Ausmaß der Risiken sichtbar wird, können langfristig wirksame Maßnahmen entwickelt werden.




