DEKRA veröffentlicht Gebrauchtwagenreports 2018

Konkrete Hilfe für Gebrauchtwagenkäufer jetzt auch im Bereich über 150.000 km.

  • Auswertung zu typischen Mängeln von 522 Fahrzeugmodellen
  • Halterbedingte Mängel wie abgefahrene Reifen spielen keine Rolle
  • Ergebnisse im Internet und als App – Sonderheft von ams erscheint heute

Zusätzlicher Mehrwert für potenzielle Autokäufer: Der DEKRA Gebrauchtwagenreport 2018 bildet erstmals in seinen Fahrzeugklassen Laufleistungen bis 200.000 km ab. „Damit bieten wir konkrete Hilfestellung in einem Bereich des Gebrauchtwagenmarktes, der bisher noch nicht abgedeckt war“, so Jann Fehlauer, Bereichsleiter Fahrzeugprüfwesen bei der DEKRA Automobil GmbH, der den Report heute in Stuttgart vorstellte. „Unser Gebrauchtwagenreport enthält detaillierte statistische Informationen zum typischen Mängelbild von insgesamt 522 Fahrzeugmodellen in der Hauptuntersuchung. Sie werden jeweils im Vergleich mit anderen Modellen desselben Marktsegments bewertet“, erklärt der DEKRA Bereichsleiter. Den Titel „Bester aller Klassen“ verteidigt erneut der Audi A6.

Zusätzlich zu den bisherigen drei Laufleistungsbereichen von 0 bis 50.000, 50.001 bis 100.000 und 100.001 bis 150.000 km wurde für den Report 2018 auch der Bereich von 150.001 bis 200.000 km ausgewertet. „Damit bilden wir den Gebrauchtwagenmarkt in unserem Report noch genauer ab. Denn Fahrzeuge mit solch hoher Laufleistung spielen am Gebrauchtwagenmarkt durchaus noch eine relevante Rolle“, erklärt Fehlauer. So fanden sich etwa im Dezember 2017 im Angebot des führenden Online-Fahrzeugmarkts mobile.de mehr als 10 Prozent aller Fahrzeuge im Laufleistungsbereich zwischen 150.000 und 200.000 km. Gut 8 Prozent hatten sogar noch höhere Laufleistungen. „Vor diesem Hintergrund bietet unser Report 2018 wertvolle zusätzliche Informationen für diejenigen, die sich für solche Gebrauchtwagen interessieren.“

Die Auswertung nach der Laufleistung und nicht nach dem Alter ist seit zehn Jahren das Hauptmerkmal des DEKRA Gebrauchtwagenreports – und das aus gutem Grund. „Was die Mängelanfälligkeit betrifft, ist die Laufleistung aus unserer Sicht eine wesentlich bedeutsamere Größe als das reine Fahrzeugalter“, so Fehlauer.

Die DEKRA Experten haben für ihren Gebrauchtwagenreport wieder die Mängel aus rund 15 Millionen Hauptuntersuchungen in zwei Jahren ausgewertet. Dabei fließen nur Mängel in die Statistik ein, die für die Bewertung von Fahrzeugmodellen relevant sind. Mängel, für die typischerweise der Halter verantwortlich ist – wie etwa zu niedriges Reifenprofil oder verschlissene Scheibenwischerblätter –, spielen keine Rolle. Um die statistische Aussagekraft zu sichern, enthält der Report nur Aussagen zu Fahrzeugmodellen, von denen die DEKRA Prüfingenieure im Auswertungszeitraum mindestens 1.000 Exemplare im jeweiligen Laufleistungsbereich untersucht haben.

Fahrzeugklassen und DEKRA Mängelindex (DMI)

Um den Kaufinteressenten einen sinnvollen Vergleich zu ermöglichen, werden die Modelle in neun Fahrzeugklassen vom Kleinwagen bis zum Transporter eingeteilt. Die Ergebnisse werden jeweils mit dem Durchschnitt innerhalb der Fahrzeugklasse verglichen. „In der Regel entscheidet sich ein Autokäufer ja zwischen Modellen eines Segments – nicht etwa zwischen einem Familienvan und einem Sportwagen“, so der DEKRA Bereichsleiter.

Kennzahl der Bewertung ist nach wie vor der DEKRA Mängelindex (DMI). Er berechnet sich aus den Anteilen der Fahrzeuge ohne relevante Mängel sowie der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln an allen geprüften Exemplaren eines Modells. Das Ergebnis wird dann für jedes Fahrzeugmodell im Vergleich zum Durchschnittswert der jeweiligen Fahrzeugklasse eingeordnet.

Gewinner der Fahrzeugklassen und „Bester aller Klassen“

Gewinner einer Fahrzeugklasse ist auch im DEKRA Gebrauchtwagenreport 2018 das Fahrzeugmodell, das in den Laufleistungsbereichen von 0 bis 150.000 km im Durchschnitt den besten DEKRA Mängelindex aufweist.

Klassengewinner kann damit nur ein Fahrzeug werden, das in diesen drei Laufleistungsbereichen vertreten ist.

Die Gewinner 2018 in den neun Fahrzeugklassen im Überblick:

Fahrzeugklasse      

(Modelle im Report)

Gewinner

(Modelljahr)

DMI

Mini / Kleinwagen                               

(65)

Audi A1

(2010)

82,6

Kompaktklasse                                   

(59)

Audi A3

(2012)

91,0

Mittelklasse

(36)

Audi A4

(2008)

87,7

Obere Mittelklasse /
Oberklasse

(20)

Audi A6

(2011)

94,6

Sportwagen / Cabrio

(21)

Audi TT

(2006)

81,0

Geländewagen / SUV

(71)

Mercedes-Benz M-Klasse / GLE

(2011)

92,4

Van

(54)

Mercedes-Benz B-Klasse

(2011)

91,4

Kleintransporter

(30)

VW Amarok

(2010)

71,0

Transporter

(15)

Mercedes-Benz Sprinter

(2006)

62,5

 

„Bester aller Klassen“ ist, wie in den vergangenen beiden Jahren, der Audi A6 (2011). Diesen Titel gewinnt das Modell, das über alle Fahrzeugklassen hinweg in den drei Laufleistungsbereichen bis 150.000 km im Schnitt den besten DEKRA Mängelindex aufweist. Beim Audi A6 liegt der DMI bei 94,6. Auf den Plätzen dahinter folgen die Mercedes-Benz E-Klasse (2011; DMI 92,4) und die Mercedes-Benz B-Klasse (2011; DMI 91,4).

Sonder-Auswertungen „Oldtimer“ und „Volumenklassiker“

Neben den neun Fahrzeugklassen verzeichnet der DEKRA Gebrauchtwagenreport auch mehrere Sonder-Auswertungen. Im Bereich „Oldtimer“ sind 15 Fahrzeugmodelle gelistet, die seit mehr als 30 Jahren auf dem Markt sind und damit für ein H-Kennzeichen in Frage kommen, aber noch in großer Stückzahl als Gebrauchtwagen gehandelt werden. Auch hier gilt die Untergrenze von 1.000 geprüften Exemplaren eines Laufleistungsbereichs. Die Laufleistungsbereiche sind gegenüber den regulären Fahrzeugklassen angepasst und decken den Bereich von 50.001 bis 250.000 km ab. Diese Einteilung gilt auch für die Sonder-Auswertung „Volumenklassiker“, die der DEKRA Gebrauchtwagenreport zum fünften Mal enthält. Diese 119 Modelle werden schon länger nicht mehr als Neuwagen, aber noch häufig gebraucht verkauft. Sie sind vor allem für Käufer mit kleinem Budget interessant.

Kategorie „Neueinsteiger“ ohne Ranking

Auch 2018 führt der DEKRA Gebrauchtwagenreport die Fahrzeugmodelle, die seit weniger als drei Jahren auf dem Markt sind, gesondert in der Kategorie „Neueinsteiger“ ohne Ranking. Bei diesen Fahrzeugen schlagen verschiedene Einflussfaktoren stark zu Buche, die eine Bewertung, wie der Report sie ansonsten vornimmt, schwierig machen: So werden die neuen Fahrzeuge von Haltern und Werkstätten oft anders behandelt als ältere Gebrauchtwagen. Zudem gibt es vermehrt Aktionen der Hersteller für ihre Vertragswerkstätten, die die Mängelquoten reduzieren sollen. Das schränkt die Aussagekraft der HU-Statistik über die Qualität des Fahrzeugs ein. Eine wirkliche Vergleichbarkeit ist nicht gegeben. Deshalb grenzt der DEKRA Gebrauchtwagenreport diese 17 Modelle bewusst in einer eigenen Fahrzeugklasse ohne Ranking ab und macht nur Aussagen zur grundsätzlichen Tendenz.

Der DEKRA Gebrauchtwagenreport online, als App und im ams-Sonderheft

Die Ergebnisse des DEKRA Gebrauchtwagenreports 2018 stehen ab sofort unter www.gebrauchtwagenreport.com online. Die kostenlose App für iPhone und iPad sowie für Android-Geräte ist ebenfalls in der neuen Version auf den entsprechenden Plattformen verfügbar. Zeitgleich mit der Veröffentlichung erscheint heute das Sonderheft der Zeitschrift auto motor und sport auf Basis der Daten des DEKRA Gebrauchtwagenreports.

Über DEKRA

Seit mehr als 90 Jahren arbeitet DEKRA für die Sicherheit: Aus dem 1925 in Berlin gegründeten Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein e.V. ist eine der weltweit führenden Expertenorganisationen geworden. Die DEKRA SE ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des DEKRA e.V. und steuert das operative Geschäft des Konzerns. Im Jahr 2017 hat DEKRA einen Umsatz von voraussichtlich rund 3,1 Milliarden Euro erzielt. Mehr als 43.000 Mitarbeiter sind in über 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten im Einsatz. Mit qualifizierten und unabhängigen Expertendienstleistungen arbeiten sie für die Sicherheit im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause. Das Portfolio reicht von Fahrzeugprüfungen und Gutachten über Schadenregulierung, Industrie- und Bauprüfung, Sicherheitsberatung sowie die Prüfung und Zertifizierung von Produkten und Systemen bis zu Schulungsangeboten und Zeitarbeit. Die Vision bis zum 100. Geburtstag im Jahr 2025 lautet: DEKRA wird der globale Partner für eine sichere Welt.