Mitarbeiter mit Schutzausrüstung am schweisen
Fallbeispiel Sicherheitskultur

Schutzmaßnahmen sicherstellen

Der Fall

In einer Eventhalle einer Großstadt fanden Sanierungsarbeiten zur Verbesserung des Brandschutzes an der Hallendecke statt. Der Einsatz von Scheren- und Teleskopbühnen war für diese Baumaßnahme geplant und daher vorhersehbar. Aus diesem Grund wurde ein Sicherheits- und Gesundheitskoordinationsplan (SiGeKo-Plan) erstellt, in dem die erforderlichen Schutzmaßnahmen detailliert aufgeführt und allen Gewerken kommuniziert wurden. Trotz dieser Vorkehrungen befand sich ein Monteur auf einer Arbeitsbühne in etwa 9 Metern Höhe, ohne sich wie vorgeschrieben mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) zusätzlich zu sichern. Tragischerweise stürzte er aus dieser Höhe auf die darunterliegende Tribüne und erlitt schwere Verletzungen, die zu einer Querschnittslähmung führten.

Analyse: Hätte der Unfall verhindert werden können?

Alle notwendigen Sicherheitsunterlagen, einschließlich des Si- GeKo-Plans, der Unterweisungen zur Nutzung der Arbeitsbühnen und zu den Sicherheitsanforderungen, lagen vor und wurden entsprechend weitergegeben.
Ergebnis der Analyse: Sowohl Bauherren als auch Unternehmen tragen eine Mitverantwortung, derartige Unfälle zu verhindern. Insbesondere bei Arbeiten, die Gefahren für Leib und Leben mit sich bringen können, ist es entscheidend, dass die verantwortlichen Personen gerade zu Beginn der Baumaßnahme die Einhaltung der vereinbarten Schutzmaßnahmen sicherstellen.
Maßnahmen: Die Empfehlungen der DEKRA Arbeitsschutzexperten zur Vermeidung ähnlicher Vorfälle umfassen Folgendes
  • Gezielte Hinweise und Kontrollen vor Ort: Verantwortliche sollten bei Begehungen vor Ort gezielt auf potenzielle Gefahren aufmerksam machen und die Sicherheitsvorschriften wiederholt und konsequent kontrollieren.
  • Konsequente Sanktionen bei Nichteinhaltung: Werden lebenswichtige Schutzmaßnahmen nicht befolgt, sollten klare Konsequenzen folgen. Ein Bauherr kann hier auch von seinem Hausrecht Gebrauch machen, indem er – wie im Sport – für kleinere Verstöße „Gelbe Karten“ und für schwerwiegende Verstöße „Rote Karten“ vergibt, was in letzterem Fall zu einem Platzverweis führt. Dies kann helfen, die Ernsthaftigkeit der Sicherheitsanforderungen zu verdeutlichen und eine verantwortungsvolle Sicherheitskultur zu fördern.
Mit diesen präventiven Maßnahmen können Bauherren und Unternehmen das Risiko schwerer Unfälle erheblich senken und eine sichere Arbeitsumgebung schaffen.
Frau mit Schutzhelm in einer Industriehalle // Coverbild des Arbeitssicherheitsreports 2025
Jetzt downloaden: DEKRA Arbeitssicherheitsreport 2025
Entdecken Sie aktuelle Zahlen, Trends und Expertenmeinungen rund um Arbeitsschutz, Gesundheit und Lösungen. So steht es um den Arbeitsschutz in den Betrieben.
Kontakt
Seite teilen :