FAQ Hauptuntersuchung (HU)

Hauptuntersuchung DEKRA FAQs

Was ist die Hauptuntersuchung (HU)? Was wird geprüft? Wie kann ich mich vorbereiten? Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie hier zusammengefasst.

Mit der Hauptuntersuchung (HU) wird gewährleistet, dass alle Fahrzeuge die gesetzlich geforderten Sicherheitsstandards erfüllen. DEKRA, als amtlich anerkannte Prüforganisation, führt diese Untersuchung in regelmäßigen Abständen an allen Fahrzeugen durch. Bei bestandener Prüfung wird eine runde Prüfplakette am hinteren amtlichen Kennzeichen angebracht, welche die Frist zur nächsten fälligen HU anzeigt. Je nach Ausstellungsjahr variiert die Farbe der Plakette. Der Fahrzeughalter muss gewährleisten, dass sein Fahrzeug immer eine gültige Prüfplakette besitzt.

Seit 01.01.2010 ist die Abgasuntersuchung (AU) in die Hauptuntersuchung integriert. Um unsere Umwelt möglichst wenig zu belasten, muss für jeden neuen Fahrzeugtyp, bevor er zum Straßenverkehr zugelassen wird, durch den Hersteller die Einhaltung der aktuellen, EU-weit harmonisierten Emissionsvorschriften nachgewiesen und von einer neutralen Prüfstelle bestätigt werden. Die Abgasuntersuchung (AU) gibt Auskunft darüber, ob Ihr Fahrzeug noch die gesetzlich festgelegten Höchstwerte einhält und wird zusammen mit der Hauptuntersuchung durchgeführt. Sie unterliegt damit auch denselben regelmäßigen Zeitabständen zur Prüfung.

Die Gebühren- bzw. Entgelttabellen sind an allen DEKRA Prüflokationen für unsere Kunden einsehbar. Wir geben Ihnen hierzu auch gerne telefonisch Auskunft.

Für Anfragen zu den HU-Preisen erreichen Sie uns über die jeweiligen Kontaktdaten unserer Prüflokationen oder über unsere bundesweite kostenlose DERKA Service Hotline +49.800.333.333.3

Mit unserem Online-Termin Service können Sie an vielen DEKRA Standorten entspannt einen Wunschtermin reservieren. Hierfür benötigen Sie nur Ihre E-Mail-Adresse und das Kennzeichen Ihres Fahrzeugs.

Sollten keine freien Termine verfügbar sein, können Sie jederzeit ohne Voranmeldung innerhalb unserer Öffnungszeiten zur HU in unsere Prüfstraße kommen. Hier Standort finden.

Unsere DEKRA Experten prüfen Ihr Fahrzeug gemäß den gesetzlichen Bestimmungen auf Zustand, Funktion sowie Ausführung und Wirkung der Bauteile und Systeme. Dies geschieht durch visuelle, manuelle oder elektronische und messtechnische Prüfungen und grundsätzlich ohne Montagearbeiten.

Die Prüfung umfasst folgende Bereiche:

  • Prüfungsfahrt mit mindestens 8 km/h zu Beginn der HU
  • Weiterentwickelte Prüfung der gesamten Fahrzeugelektronik (über elektronische Fahrzeugschnittstelle) mit HU-Adapter
  • Bremsanlage mit angepasster Prüfung nach EU-Vorgaben (Mindestabbremsung, Beladung/Beladungssimulation, Bezugsbremskräfte)
  • Lenkanlage
  • Sichtverhältnisse (z.B. Scheiben, Spiegel, Folien)
  • Lichttechnische Einrichtungen und andere Teile der elektrischen Anlage
  • Achsen, Räder, Reifen, Aufhängungen
  • Fahrgestell, Rahmen, Aufbau sowie daran befestigte Teile
  • Sonstige Ausstattungen (z.B. Airbag, Lenkschloss, Warndreieck, Warnweste, Verbandskasten)
  • Umweltbelastung (Geräusche, Abgase, Verlust von Flüssigkeiten, Gasanlagen im Antriebssystem)
  • Identifizierung und Einstufung des Fahrzeugs

Untersuchung der Bauteile und Systeme:

  • Ausführung (Gestaltung, Anbringung, Anzahl, vorgegebene Schaltung, erforderliche Kennzeichnung)
  • Zustand (Beschädigung, Korrosion und Alterung, übermäßigen Verschleiß und übermäßiges Spiel, sachgemäße Befestigung, Sicherung, Montage, Verlegung sowie Freigängigkeit und Leichtgängigkeit)
  • Funktion
  • Wirkung (Einhaltung bzw. Erreichen vorgegebener Grenzwerte)

Erläuterungen zur Sicherheitsprüfung (SP):

Unter einer Sicherheitsprüfung wird eine Sicht-, Funktions- und Wirkungsprüfung bei Nutzfahrzeugen (KOM, LKW>7,5t, Anhänger>10t) verstanden. Folgende Bereiche werden untersucht:

  • Fahrgestell / Fahrwerk / Aufbau / Verbindungseinrichtung
  • Lenkung
  • Reifen / Räder
  • Bremsanlage (die SP-Bremsenprüfung erfolgt nach EU-Vorgaben)

Anhand unserer HU-Checkliste lernen Sie die wichtigen Bauteile Ihres Fahrzeugs kennen, können eventuelle Mängel schnell feststellen sowie beseitigen lassen und sind vor unangenehmen Überraschungen bei der HU sicher.

Das Ergebnis der Untersuchung erfahren Sie unverzüglich vor Ort. Anhand der erstellten Mängelliste wird Ihr Fahrzeug in eine der folgenden Mängelklassen eingeteilt:

  • OM = Ohne erkennbare Mängel. Die Prüfplakette wird sofort zugeteilt.
  • GM = Geringe Mängel. Die Prüfplakette kann zugeteilt werden. Sie müssen aber die Mängel unverzüglich beseitigen, sonst droht ein Bußgeld bei einer Kontrolle.
  • EM = Erhebliche Mängel. Die Plakette wird nicht zugeteilt. Falls die Nachprüfung nicht innerhalb eines Monats erfolgt, ist eine neue HU notwendig.
  • VM = Gefährliche Mängel. Die Mängel am Fahrzeug stellen eine direkte Verkehrsgefährdung dar. Die HU-Plakette wird nicht zugeteilt und es wird dringend empfohlen, mit dem Fahrzeug keinerlei Fahrten mehr durchzuführen. Die Nachprüfung muss innerhalb eines Monats erfolgen.
  • VU = Verkehrsunsicher. Die Mängel am Fahrzeug stellen eine unmittelbare Verkehrsgefährdung dar. Die vorhandene HU-Plakette wird entfernt und die Zulassungsbehörde informiert (Betriebsuntersagung). Die Nachprüfung muss innerhalb eines Monats erfolgen.

Je nach Fahrzeugart wird die HU alle 12 bis 36 Monate fällig. Vergleichen Sie bitte hierzu die unten aufgeführte Übersichtstabelle. Die HU-Fälligkeit ist in der Zulassungsbescheinigung Teil I (ZB I) vermerkt.

Im Zweifel sprechen Sie einfach mit Ihrer DEKRA Prüfstelle vor Ort. Nutzen Sie auch unsere HU-Erinnerung !

Mitgebracht werden müssen grundsätzlich zunächst die folgenden Fahrzeugpapiere, die ohnehin bei jeder Fahrt mitzuführen sind. Unser Tipp: Bringen Sie lieber mehr als zu wenig Unterlagen mit.

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Nachweise über nachträglich vorgenommene technische Änderungen beispielsweise Bauartgenehmigungen, Allgemeine Betriebserlaubnisse oder Abnahmebescheinigungen – sofern diese nicht bereits in der Zulassungsbescheinigung vermerkt sind oder die eingebauten Teile ein EG/ECE-Genehmigungszeichen tragen und eventuelle Verwendungseinschränkungen oder Einbauanweisungen eingehalten werden
  • Bei Kraftfahrzeugen sind auch Nachweise über vorangegangene Abgasuntersuchungen und/oder Gasanlagenprüfungen (für Flüssig- oder Erdgasanlagen zum Kfz-Antrieb) vorzulegen. Sollten diese noch gültig sein, entfallen dann diese Prüfungen im Rahmen der anstehenden Hauptuntersuchung.
  • Ist Ihr Kraftfahrzeug mit einer festeingebauten Flüssiggasanlage ausgerüstet, die nicht zum Antrieb des Fahrzeuges dient (z.B. Kocheinrichtung im Wohnmobil), so ist es ratsam, ebenfalls einen Nachweis über deren regelmäßige Prüfung (Plakette oder Bescheinigung) zu erbringen. Bei bestimmten Fahrzeugausführungen muss der fehlende Nachweis nämlich bemängelt werden und eine neue HU-Plakette kann nicht angebracht werden.

Gilt nicht für PKW

  • Bei schweren Nutzfahrzeugen und KOM ist auch das Prüfbuch vorzulegen.
  • Das insbesondere von land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben noch häufig verwendete Anhängerverzeichnis anstelle der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) reicht bei der Hauptuntersuchung nicht aus. Bringen Sie deshalb unbedingt die zu dem Anhänger gehörende Zulassungsbescheinigung mit.

Erhält ein Fahrzeug bei der Hauptuntersuchung (HU) die Prüfplakette nicht auf Anhieb, haben Sie als Fahrzeughalter die Pflicht zur unverzüglichen Mängelbeseitigung und zur Vorführung für die Nachprüfung innerhalb eines Monats.

Lassen Sie diese Frist verstreichen, ist eine erneute HU notwendig. Das ist auch dann der Fall, wenn Sie als Fahrzeughalter den ersten Prüfbericht nicht vorlegen können. Nach dem Rat der Sachverständigen von DEKRA sollten Autofahrer den HU-Prüfbericht gut aufbewahren und zur Nachprüfung immer mitbringen. Nach erfolgreicher HU müssen Autofahrer zudem den Untersuchungsbericht der Hauptuntersuchung bis zur nächsten Fahrzeugprüfung aufbewahren. Dieser Bericht ist zuständigen Personen bzw. Stellen (Polizei, Straßenverkehrsbehörde) auf Verlangen vorzuzeigen. Es ist jedoch nicht erforderlich, den Bericht grundsätzlich im Auto mitzuführen. Prüfzeugnisse über Änderungen am Fahrzeug, die nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen sind, müssen Autofahrer im Unterschied dazu dabeihaben.

Die Abgasuntersuchung (AU) ist Bestandteil der Hauptuntersuchung und somit durch den HU-Bericht abgedeckt. Die AU darf aber auch von anerkannten Werkstätten durchgeführt und separat dokumentiert werden.

Für die Nachuntersuchung wird der Untersuchungsbericht benötigt, den Sie bei der ersten Prüfung, die Ihr Fahrzeug nicht bestanden hat, erhalten haben sowie den Fahrzeugschein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I. Nach der nicht bestandenen Prüfung müssen die betreffenden Mängel unverzüglich beseitigt werden und Sie haben insgesamt einen Monat Zeit, das Fahrzeug zur Nachprüfung vorzuführen.

Die runde Prüfplakette am hinteren amtlichen Kennzeichen zeigt das Jahr sowie den Monat der nächsten Hauptuntersuchung an. Die Prüfplakette gibt es in sechs Grundfarben, welche sich alle sechs Jahre wiederholen. Das Jahr ist zusätzlich eingekreist in der Mitte der Prüfplakette zu erkennen. Außerhalb des Kreises sind die Zahlen von 1 bis 12 angeordnet. Die Zahl, die oben mittig angeordnet ist, zeigt den Monat der nächsten Hauptuntersuchung.

Die zwei Striche unterhalb der Zahlen 1, 12 und 11 haben keinen Einfluss Hauptuntersuchungstermin. Sie helfen lediglich der Polizei oder dem Ordnungsamt im Vorbeifahren die Prüfplakette besser lesen zu können und somit HU-Überzieher zu identifizieren.

Siehe auch Prüfintervalle bei der Hauptuntersuchung .

Die Hauptuntersuchung muss in der Regel alle 24 Monate erfolgen. Ab einer Terminüberschreitung von mehr als zwei Monaten, wird Ihnen ein Aufpreis von 20% auf den Hauptuntersuchungspreis berechnet, da das Fahrzeug nun intensiver geprüft werden muss.

Wer mit einer mehr als zwei Monate abgelaufenen Prüfplakette in eine Verkehrskontrolle gerät dem drohen je nach Schwere Verwarn-, Bußgeld oder Punkte in Flensburg. Dies gilt ebenfalls für Fahrzeuge, die ohne gültige Prüfplakette im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt sind. Bei Unfällen, die auf mangelnde Hauptuntersuchung zurückzuführen sind, wird die Kfz-Versicherung Regressansprüche gegenüber dem Fahrzeughalter geltend machen.

Die HU darf grundsätzlich nicht überzogen werden. Der Fahrzeughalter ist für die Einhaltung der vorgegebenen Fristen verantwortlich. Vom Gesetzgeber wird das Überziehen der HU wie folgt geahndet:

Bei PKW, Motorrädern, leichten Anhängern (nicht sicherheitsprüfungspflichtigen Fahrzeugen):

  • Mehr als zwei Monate : 15 Euro
  • Mehr als vier Monate und bis zu acht Monaten : 25 Euro
  • Mehr als acht Monate : 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg

Bei Nutzfahrzeugen, bei denen eine Sicherheitsprüfung vorgeschrieben ist:

  • Bis zu zwei Monate: 15 Euro
  • Mehr als zwei und bis zu vier Monate: 25 Euro
  • Mehr als vier und bis zu acht Monate: 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg
  • Mehr als acht Monate: 75 Euro und 1 Punkt in Flensburg

Wenn bei der HU oder Sicherheitsprüfung erhebliche Mängel festgestellt wurden und Sie die einmonatige Nachprüffrist überschreiten, könnte Sie das ein Verwarnungsgeld von 15 Euro kosten.

Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen dürfen lediglich im zugelassenen Zeitraum genutzt werden. Dieser ist an den Ziffern zu erkennen, welche am rechten Rand des Kfz-Kennzeichens übereinander stehen. Die Ziffer über dem Strich gibt dabei den Beginn, die Ziffer unter Strich das Ende des Zeitraums an. Der Zeitraum reicht von zwei bis maximal elf Monaten.

Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen brauchen nicht außerhalb des Betriebszeitraums zu Hauptuntersuchung, sondern im ersten Monat nach der Betriebspause. Außerhalb des Betriebszeitraums darf das Fahrzeug nicht im öffentlichen Verkehrsraum geparkt werden, sondern ist auf nicht öffentlich zugänglichem Grund abzustellen. Hierzu gehören beispielsweise ein Privatgrundstück oder eine Garage.

Ist im Vorfeld keine Kennzeichenreservierung durchgeführt worden? Falls nicht, müssen Sie als erstes zur Zulassungsstelle und dort die Zulassung für Ihr Fahrzeug einleiten. Vorlegen müssen Sie hierfür die eVB-Nummer der Versicherung sowie die Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I und II).

Mit dem Kennzeichen, das Sie von der Zulassungsstelle erhalten haben, können Sie nun zu DEKRA fahren und Ihre Hauptuntersuchung durchführen lassen. Im Anschluss an die bestandene Hauptuntersuchung können Sie die Zulassung zu Ende führen.

Die technische Fahrzeugüberwachung ist national geregelt. Ausländische Prüfungsprotokolle sind somit ungültig, da diese nach den länderspezifischen Prüfkriterien durchgeführt werden.

Die Hauptuntersuchung muss somit von einer Prüfstelle in Deutschland durchgeführt werden. Allerdings kann ein ausländisches Prüfprotokoll zur Glaubhaftmachung eines längeren Auslandsaufenthaltes dienen. Das Fahrzeug muss nicht sofort nach Überschreitung der Hauptuntersuchung nach Deutschland gebracht werden, um die diese durchzuführen. Es sollte aber am besten direkt nach dem Eintreffen in Deutschland geprüft werden.

Wenn die letzte Hauptuntersuchung weniger als zwei Jahre zurücklegt, benötigen sie einen Ersatzbericht. Diesen bekommen Sie bei einer DEKRA Prüfstelle in Ihrer Nähe .

Grundsätzlich kann unter Angabe des Kennzeichens und ggf. der Fahrzeug-Ident.-Nr. (FIN) eine Zweitschrift noch gültiger Untersuchungsberichte (max. aus den letzten 27 Monaten) von DEKRA erstellt werden - sofern das Fahrzeug bei DEKRA geprüft wurde.

Die Zweitschriften erhalten Sie (anonymisiert, wenn Sie nicht Auftraggeber waren) an jeder DEKRA Prüfstelle nach Vorlage eines Eigentumsnachweises (z.B. Fz-Schein/-Brief bzw. Zulassungsbescheinigung oder Kaufvertrag). Eine zentrale Bearbeitung mit Mail-, Fax- oder Post-Versand von Duplikaten des Prüfberichts ist leider nicht möglich. Finden Sie hier Ihre nächstgelegene DEKRA Prüfstelle .

Sie haben weitere Fragen?

Gerne helfen wir Ihnen vor Ort an über 600 Standorten in Deutschland.

Oder kontaktieren Sie unsere kostenlose DEKRA Service Hotline:

DEKRA Service Hotline

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+49.800.333.333.3
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