Fahrzeug-Test am Lausitzring

Lausitzring

Insgesamt in fünf Abteilungen ist das Technology Center am Lausitzring gegliedert. Außer Verwaltung und Logistik sind die anderen Abteilungen ganz nah am Fahrzeug. Das Team unter der Leitung von Steffen Hladik befasst sich mit dem Gesamtfahrzeug. Daneben gibt es beispielweise die Abteilung Abgasemissionen, in der man sich unter anderem auf Messungen des Abgasverhaltens und der Energieverbräuche fokussiert. Die Abteilung „Passive Sicherheit“ führt Festigkeitsprüfungen bis hin zu Schlittentests zur Prüfung des Crashverhaltens durch.

Der große Bedarf an Abgasmessungen ist auch der Grund, warum das Team Gesamtfahrzeug Anfang 2020 auf dem riesigen Gelände des Lausitzrings umgezogen ist. Zwei neue Rollenprüfstände waren dringend nötig, um die aufwändigen Ab-gasprüfungen entsprechend des weltweit einheitlichen Testverfahrens „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“, kurz WLTP, ableisten zu können. „Wir reagieren damit auf die große Nachfrage unserer Kunden und verdoppeln unsere Kapazität in diesem Bereich“, bestätigt der Chef des Technology Centers am Lausitzring, Volker Noeske.

Die Grünen und die Grauen

Am Lausitzring trifft man auf ein eingespieltes, hochmotiviertes Team. Die Techniker der Abteilung Gesamtfahrzeug unter Leitung von Steffen Hladik sind mit Beginn der Bauarbeiten zur Erweiterung des Abgasbereiches im Juli 2018 mit der Werkstatt in die Boxenanlage der Rennstrecke umgezogen. 20 Büro-Arbeitsplätze wurden hierzu in einer kleinen, aber wohlklimatisierten Containeranlage untergebracht, direkt vor der Werkstatt und nah der Multifunktionsfläche. Das neue Funktionsgebäude auf dem Test-Oval ist im März 2020 fertiggestellt worden.

Die Fahrzeugtests am Lausitzring sind Teamarbeit. Nur an den Farben merkt man den Unterschied: Grün gekleidet sind die Techniker, grau die Ingenieure. Das markiert aber keine Hierarchie. „Vielmehr“, meint Ingenieur Denny Weiser, „leisten wir nur gemeinsam gute Arbeit.“ Und das in einem Spektrum, das nicht vielfältiger sein könnte.

Wir leisten wir nur gemeinsam gute Arbeit.

Denny Weiser

Vom Lkw oder 18-Tonnen-Großtraktor über Motorrad und Pkw bis zum E-Scooter reicht die Fahrzeugpalette. Komplettabnahmen für EG-Typgenehmigungen und ABE oder EBE (Einzelbetriebserlaubnis) stehen ebenso auf dem Prüfplan wie Komponentenprüfung vom Spiegel bis zur Bremse. Auch elektrisch angetriebene, automatisiert fahrende Fahrzeuge zur Personenbeförderung, sogenannte „People Mover“, nehmen immer mehr den Prüfplan ein. Sie kommen an den Lausitzring zur Prüfung der Bauvorschriften, der funktionalen Sicherheit des Gesamtfahrzeuges und um die automatisierte Fahrfunktion in Verbindung mit Realfahrten zu beurteilen. Der Kleinbus hat die Länge eines Mittelklasse-Pkw, ist etwa fünf Meter lang und jeweils zwei Meter hoch und breit. Neben der Prüfung von elektrischen Fahrzeugen bildet auch die komplexe Thematik der Assistenzsysteme – zum Beispiel Spurhalte-, Notbrems- und Abbiegeassistent – einen zukunftsweisenden Schwer-punkt.

Mensch und Maschine

Am Lausitzring hat jeder Techniker seinen Schwerpunkt. Thilo Nickolaus beispielsweise ist der Herr der dicken Dinger. Gerade macht er sich an einem Kirovets K700, einem mächtigen 18-Tonnen-Trecker mit über 400 PS, zu schaffen. Es ist Schlussabnahme für eine EBE. Atemberaubend ist das Fahrverhalten des Ungetüms. Denn seine Spezialität ist die Knicklenkung. Doch vor dem Praxistest kommt die Akribie: Alle Teile im Prüfplan müssen eindeutig identifiziert werden. Danach folgt der Einbau von Sensoren und weiterer Mess- und Prüfmitteln. Ob Bremswirkung, Signaleinrichtung, Lenkung oder Geräuschemission – jeder Aspekt wird beleuchtet und dokumentiert. Thilo Nickolaus: „Spannend wurde es, als wir den Ausfall der Lenkhydraulik simulierten. Denn auch dann muss der Traktor mit seinen Reifen im Durchmesser von 1,80 Metern noch manövrierbar sein. Das geht nicht mit Muskelkraft.“ Der Test war erfolgreich. Das kleine Hilfsaggregat, am Mo-tor angeflanscht, verrichtet zuverlässig seinen Dienst.

Viel filigraner geht es bei Tino Schlachter zu. In voller Montur macht er sich mit dem E-Scooter auf den Weg zur eigens eingerichteten Teststrecke. Auch Karsten Werner sitzt in voller Montur auf einem Motorrad. Bremsentest ist angesagt. Nur mit Fahrer, voll beladen, nass und trocken – unter jeder Bedingung müssen die Grenzwerte eingehalten werden.

So hat jeder Kollege im Team Gesamtfahrzeug und im Fahrversuch seine ganz eigenen Schwerpunkte, je nach Wissen und Können. Gemeinsam wird ein Schuh daraus, damit es auch hier heißen kann: Prüfung bestanden.

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